Herbst

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Schon ins Land der Pyramiden
Flohn die Störche übers Meer;
Schwalbenflug ist längst geschieden,
Auch die Lerche singt nicht mehr.

Seufzend in geheimer Klage
Streift der Wind das letzte Grün;
Und die süßen Sommertage,
Ach, sie sind dahin, dahin!

Nebel hat den Wald verschlungen,
Der dein stillstes Glück gesehn;
Ganz in Duft und Dämmerungen
Will die schöne Welt vergehn.

Nur noch einmal bricht die Sonne
Unaufhaltsam durch den Duft,
Und ein Strahl der alten Wonne
Rieselt über Tal und Kluft.

Und es leuchten Wald und Heide,
Daß man sicher glauben mag,
Hinter allem Winterleide
Lieg‘ ein ferner Frühlingstag.

(Theodor Storm)

Datum: 19. Oktober 2015
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2 Kommentare

  1. Quer | Montag, 19. Oktober 2015 6:46
    1

    Ja, so ist er, der Herbst, und lässt manchmal ein Leuchten zu, das für alle Graustufen entschädigt.
    Sehr schön, dein Foto und das Storm-Poem!

    Lieben Montagsgruss,
    Brigitte

  2. mona lisa | Montag, 19. Oktober 2015 7:36
    2

    Ja, auch im Grau, gibt’s Farbe, wenn man wahr-nimmt ;)
    Dir einen bunten Wochenstart!

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