Nicht ohne Blume

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Zwei verfeindete Brüder
bekriegen sich
wo immer es möglich ist
Eine gemeinsame Zukunft
scheint unmöglich

Da fegt ein Tsunami
alles weg an Hab und Gut
Worum soll man jetzt noch streiten

Mein jüngstes Kind
wird durch den Sog aus dem Raum gezogen
Ich weiß
ich sehe es nie wieder
Der Bruder des Mannes sagt
er werde nun auf nichts mehr acht geben
Welch arme Seele
Bemitleidenswert

Ich lasse ihn gehen
Kraft ihn zu halten habe ich nicht
Bleibe bei dem Mann
der da sitzt
reglos
sprachlos
wie tot

Ich halte Ausschau nach einer Blume
an der ich mich aufrichten kann
Damit ich nicht versteinere

Zu ertragen ist der Verlust nicht
Weiterleben geht
Wie – weiß ich nicht
Ohne Blume jedenfalls nicht

(© mona lisa)

Datum: 7. Oktober 2015
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2 Kommentare

  1. Quer | Mittwoch, 7. Oktober 2015 12:32
    1

    Sehr rätselhaft, aber auch eindringlich und mit einem Blumenfunken an Hoffnung…

    Lieben Gruss,
    Brigitte

  2. mona lisa | Mittwoch, 7. Oktober 2015 21:47
    2

    Und vielleicht bedrückend, wenn es denn nicht die Aussicht gäbe, eine Blume, einen Lichtblick zu finden!
    Liebe Grüße

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