Frank Goosen, Sechs silberne Saiten

Heute ist zwar erst St. Martinstag, aber Weihnachten kommt – mit Sicherheit – und damit die Zeit der Weihnachtsmänner, die fast schon wie eine Invasion die Stadtbilder prägen.

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Holger ist einer davon. Er macht den Weihnachtsmannjob, weil er Geld braucht. Und so sitzt er drei Wochen lang vor dem Eingang eines großen Supermarktes und spielt den Weihnachtsmann. Heilig Abend ist sein letzter Tag. Gleich hat er Feierabend.

„Und dann? Das erste Weihnachtsfest, das er komplett allein verbringen würde.“

Auf dem Weg nach Hause trifft er auf Udo, einen Coutrysongs spielenden Weihnachtsmann, dessen Gitarre auffallend glänzende Saiten hat und der an die verändernde Kraft eines guten Liedes glaubt. Nach ein paar heißen Glühwein verabschiedet er sich plötzlich, da er noch einen „Auftrag“ erhalten habe, mit einer – scheinbar – nur hingeworfenen Höflichkeitsfloskel:

„War nett, dich kennengelernt hu haben. Man sieht sich!“

Holger geht nach Hause in Erwartung eines deprimierenden einsamen Weihnachtsfestes. Doch dann kommt alles ganz anders. Seine Mutter ruft an, er sperrt sich aus, trifft auf Frau Hutwelker, sie beide finden einen heulenden Jungen auf dem Spielplatz und zum Schluss hat Holger die „ganze Bude voll Besuch“, von denen jeder im Laufe des Tages Kontakt mit einem Weihnachtsmann hatte, dessen Gitarre auffallend silberne Saiten hat. Zum Schluss taucht dann auch noch der Weihnachtsmann zur Bescherung auf. Er hat Wort gehalten.

Es ist eine liebevoll erzählte Weihnachtsgeschichte, die im Ruhrgebiet spielt. Frau Hutwelker quasselt herrlichstes Ruhrgebietsdeutsch und wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Aber sie hat das Herz auf dem rechten Fleck trotz koddriger Schnautze.
Es ist eine Weihnachtsgeschichte, die ganz subtil den Sinn von Weihnachten vermittelt, sehr feinsinnig illustriert von Peter Schössow.

Frank Goosen, Sechs silberne Saiten. Eine Weihnachtsgeschichte, Illustrationen von Peter Schössow, München 2008, 94 S., ISBN 978-3-453-40622-3

Datum: 11. November 2015
Themengebiet: Buch-Rezensionen, Rezensionen Trackback: Trackback-URL
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4 Kommentare

  1. Quer | Mittwoch, 11. November 2015 9:21
    1

    Ja, das könnte mir auch gefallen!
    So ganz in der heutigen Zeit spielend und doch voller Zauber und Poesie.

    Lieben Dank für den Tipp!
    Und schönen Martinstagsgruss,
    Brigitte

  2. mona lisa | Mittwoch, 11. November 2015 10:03
    2

    Man liest diese Geschichte ziemlich schnell, mit viel Freude,
    ein sicher auch interessantes Geschenk in/ für die Adventszeit!
    Liebe Grüße

  3. Quer | Mittwoch, 11. November 2015 11:32
    3

    Das glaube ich. Übrigens: Ich habe es schon bestellt! :-)

  4. mona lisa | Mittwoch, 11. November 2015 17:40
    4

    Na, dann hoffe ich mal, dass du ähnlich viel Freude an dieser Weihnachtageschichte hast wie ich.

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