Zeit

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So wandelt sie im ewig gleichen Kreise,
Die Zeit, nach ihrer alten Weise,
Auf ihrem Wege taub und blind.
Das unbefangene Menschenkind
Erwartet stets vom nächsten Augenblick
Ein unverhofftes seltsam neues Glück.
Die Sonne geht und kehret wieder,
Kommt Mond und sinkt die Nacht hernieder,
Die Stunden die Wochen abwärts leiten,
Die Wochen bringen die Jahreszeiten.
Von aussen nichts sich je erneut.
In dir trägst du die wechselnde Zeit,
In dir nur Glück und Begebenheit!

(Ludwig Tieck)

Datum: 27. Dezember 2015
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2 Kommentare

  1. Quer | Montag, 28. Dezember 2015 7:10
    1

    Schön, dieser farbenfrohe Himmel zwischen den Jahren!
    Ja, Herr Tieck sagt das ganz richtig. Wir strukturieren die Zeit – nicht umgekehrt.
    Herzlichen Gruss,
    Brigitte

  2. mona lisa | Dienstag, 29. Dezember 2015 3:27
    2

    immer wieder: farbige Momente für den, der wach ist und wahrnimmt!
    Herzliche Grüße

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