Neujahrslied

Mit der Freude zieht der Schmerz
traulich durch die Zeiten.
Schwere Stürme, milde Weste,
bange Sorgen, frohe Feste
wandeln sich zu Zeiten.

Und wo eine Träne fällt,
blüht auch eine Rose.
Schon gemischt, noch e wir’s bitten,
ist für Throne und für Hütten
Schmerz und Lust im Lose.
War’s nicht so im alten Jahr?
Wird’s im neuen enden?
Sonnen wallen auf und nieder,
Wolken gehn und kommen wieder
und kein Mensch wird’s wenden.

Gebe denn, der über uns
wägt mit rechter Waage,
jedem Sinn für seine Freuden,
jedem Mut für seine Leiden
in die neuen Tage,
jedem auf dem Lebenspfad
einen Freund zur Seite,
ein zufriedenes Gemüte
und zu stiller Herzensgüte
Hoffnung ins Geleite!

(Johann Peter Hebel)

Datum: 2. Januar 2016
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2 Kommentare

  1. Quer | Samstag, 2. Januar 2016 7:27
    1

    Ja, möge das Auf und Ab auch dieses neuen Jahres zu einer schönen Ausgewogenheit führen!

    Lieben Gruss,
    Brigitte

  2. mona lisa | Samstag, 2. Januar 2016 11:22
    2

    Mit einem Freund zur Seite wird‘ s wohl gehen ;)
    Liebe Grüße in deinen Tag

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