Wolken

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Am nächtigen Himmel
Ein Drängen und Dehnen,
Wolkengewimmel
In hastigem Sehnen,

In lautloser Hast
— Von welchem Zug
Gebietend erfasst? —
Gleitet ihr Flug,

Es schwankt gigantisch
Im Mondesglanz
Auf meiner Seele
Ihr Schattentanz,

Wogende Bilder,
Kaum noch begonnen,
Wachsen sie wilder,
Sind sie zerronnen,

Ein loses Schweifen …
Ein Halb-Verstehn …
Ein Flüchtig-Ergreifen …
Ein Weiterwehn …

Ein lautloses Gleiten,
Ledig der Schwere,
Durch aller Weiten
Blauende Leere.

(Hugo von Hofmannsthal)

Datum: 13. März 2016
Themengebiet: Fotos, Gedichte Trackback: Trackback-URL
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Ein Kommentar

  1. Quer | Montag, 14. März 2016 19:29
    1

    Da hat sich der Herr von Hofmannsthal mächtig Gedanken zu den Wolkengebilden gemacht.
    Und wir tun es ihm gleich beim Anblick besonders imposanter Formationen.

    Lieben Abendgruss aus dem gleichmässig grauen Tag,
    Brigitte

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