Val McDermid, Tödliche Worte

Carol Jordan, die Ermittlerin dieses Thrillers tritt ihre neue Position psychisch ziemlich angeschlagen an. In einem früheren Fall ist sie – sozusagen im Dienst – vergewaltigt worden, da es Pannen bei den Ermittlungen gegeben hat. Das wird ihr als Leiterin nicht passieren, das hat sie sich geschworen.

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Sie soll sich mit ihrem neu zusammengestellten Team alte, nicht aufgeklärte Fälle vornehmen, um zu überprüfen, ob in den Akten nicht doch noch brauchbare Hinweise, neue Ansätze zur Wiederaufnahme von Ermittlung zu finden sind. Stacey, die Computerspezialistin, findet im Internet das Bild eines vor einiger Zeit entführten Jungen, nackt vor dem Panorama einer Berglandschaft. Jonathan, Geologe der Universität, findet heraus, um welche Landschaft es sich handelt. Mit Hochdruck wird gesucht und das Team wird fündig.

Gleichzeitig haben sie die brutalen Morde an Prostituierten aufzuklären, die auf bestialische Art und Weise getötet worden sind. Es gibt erstaunliche Übereinstimmungen zu vier Morden, die Derek Tyler gestanden hat, für die er verurteilt worden ist und für die er in der Psychiatrie sitzt und schweigt. Er redet mit niemandem. Auch Tony Hill, Psychiater und Profiler, findet zunächst keinen Zugang zu ihm, bis er es schafft, sich in Tyler hineinzuversetzen.

Diese Fähigkeit ist dringend gefragt, weil sie in den Ermittlungen der Prostituierten nicht weiterkommen. Paula, eine Polizistin des Teams, ist damit einverstanden, sich als Lockvogel zu präsentieren. Eine Maßnahme, die Carol Jordan – aus verständlichen Gründen – strikt ablehnt, solange sie kann. Und dann passiert das Entsetzliche: Der Kontakt zu Paula bricht ab, weil der Mörder das Kabel durchtrennt hat, mit dem Paula Funkkontakt zu ihrem Team hatte.

Eine Mörderische Jagd beginnt.

Es ist ein bis zum Schluss spannender Krimi mit mehreren Handlungssträngen, die durch Konflikte, Konkurrenzkämpfchen im Team und die nicht unkomplizierte Beziehung zwischen Carol Jordan und Tony Hill interessante Aspekte erhalten. Nicht immer ist ganz klar, wer auf wessen Seite steht. Lesenswert, wenn einem die Schilderung brutalen Folterungen der Opfer, an denen sie sterben nicht zu heftig sind.

Val McDermid, Tödliche Worte, a.d.Englischen v. Doris Styron, München 2008

Datum: 3. Juni 2016
Themengebiet: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen Trackback: Trackback-URL
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