Sonett

Schau dort kommen Melodien
durch den Tag gezogen.
Wie den lang gespannten Bogen
höre ich ihr Tönen ziehn.

Warum geben sie sich hin
allen, die da stehn?
Könnten sie nicht einzig blühn
nur für die, die sehn?

Und so sprechen sie mich an,
mich, die sie nicht tragen kann,
denn ich bin so müd.

Und so steh‘ und klinge ich
voll von Sehnsucht, die verblich
und die weinend schied.

(Selma Meerbaum-Eisinger)

Datum: 23. August 2016
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6 Kommentare

  1. Quer | Mittwoch, 24. August 2016 8:57
    1

    Das tönt ziemlich traurig und niedergeschlagen.
    Zum Glück sind nicht alle Melodien in Moll…

    Lieben Gruss in den hell-heiteren Tag,
    Brigitte

  2. Ingeborg | Donnerstag, 25. August 2016 10:18
    2

    Oh, was ein wundervol schönes gedicht, mich berührt zo was weil ich es zo spüre aber ich kan die worten nicht finden.
    Danke dir!!

    Ein liebe gruss aus NL,
    Ingeborg

  3. Sonja | Samstag, 27. August 2016 22:15
    3

    …denn ich bin so müd…
    sagt mir momentan am meisten.
    Gruß von Sonja

  4. mona lisa | Sonntag, 28. August 2016 11:58
    4

    Mir gefällt Moll – ab und an.
    Sonntägliche Sonnengrüße aus Speckhorn!

  5. mona lisa | Sonntag, 28. August 2016 12:01
    5

    Liebe Ingeborg, danke für die Rückmeldung.
    Dann genieße das Gedicht in aller Stille.
    Hat mich gefreut, wieder von dir zu hören.

  6. mona lisa | Sonntag, 28. August 2016 12:02
    6

    Sonja, ich hoffe, es ist nur die Hitze!
    Liebe Sonntagsgrüße aus Speckhorn!

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