Auferstehung

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Wenn einer starb, den du geliebt hienieden,
So trag hinaus zur Einsamkeit dein Wehe,
Dass ernst und still es sich mit dir ergehe
Im Wald, am Meer, auf Steigen längst gemieden.

Da fühlst du bald, dass jener, der geschieden,
Lebendig dir im Herzen auferstehe;
In Luft und Schatten spürst du seine Nähe,
Und aus den Tränen blüht ein tiefer Frieden.

Ja, schöner muss der Tote dich begleiten,
Ums Haupt der Schmerzverklärung lichten Schein,
Und treuer – denn du hast ihn alle Zeiten.

Das Herz auch hat sein Ostern, wo der Stein
Vom Grabe springt, dem wir den Staub nur weihten;
Und was du ewig liebst, ist ewig dein.

(Emanuel Geibel)

Datum: 1. November 2016
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6 Kommentare

  1. Quer | Dienstag, 1. November 2016 7:56
    1

    Wie schön, diese Weite am Strand. Und Emanuel Geibel hat so schöne, tröstende Worte bereit für den aufkommenden Schmerz…
    Ganz lieben Gruss zum 1. November,
    Brigitte

  2. mona lisa | Dienstag, 1. November 2016 8:10
    2

    Natur hilft heilen – das hat er schon gut erkannt.
    Dir einen feinen 1. November. Ist er bei euch ein Feiertag?
    Herzliche Grüße

  3. Sonja | Dienstag, 1. November 2016 9:26
    3

    Das Gedicht mag ich sehr! Ich versuche, auch „Ostern im Herzen“ zu haben!

  4. mona lisa | Dienstag, 1. November 2016 9:55
    4

    Das ist doch auch eine „herzerfrischende“ Formulierung.
    Wünsche dir, dass du „Ostern im Herzen“ auch erleben kannst.
    Herzlich

  5. seelenruhig | Mittwoch, 2. November 2016 7:17
    5

    Wie tröstend. Die Natur ist die beste Heilerin – auch in dieser Situation.
    liebe Grüße von Ellen

  6. mona lisa | Mittwoch, 2. November 2016 16:46
    6

    Ja, immer vorhanden, man muss sich dieses Heilmittels nur bewusst machen.
    Herzliche Grüße

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