Das Ende als Anfang

Manchmal
muss etwas
zu Ende gehen,
damit etwas Neues beginnen kann.
Dann ist das Ende
ein Anfang.

Die Entlassung aus der Mutterrolle
zwangsläufig verbunden mit der
aus der Tochterrolle
ist ein Ende.

Das Ende eines wichtigen Lebensabschnittes für
Mutter und Tochter
Das Ende von Verantwortung für
das Wohlergehen der anderen
die Gefühle der anderen
für das Leben der anderen
der Mutter, der Tochter.

Und dann?
Es ist tatsächlich das Ende, wenn die Entlassung aus der Rolle
der Mutter, der Tochter
von einer der beiden nicht akzeptiert wird,
wenn das überholte Rollenmodell aufrechterhalten werden soll
um jeden Preis
wenn es darüber hinaus nichts mehr gibt, nichts mehr geben darf.

Dann müssen beide
getrennte
Wege gehen
als für sich verantwortliche Menschen.
Dann ist es so.

Aber vielleicht
besteht ja ein Interesse daran,
den anderen als Mensch kennenzulernen,
mit seiner Vergangenheit,
seinen Träumen und Wünschen,
seinen Hoffnungen,
seiner Wut, Verzweiflung und Trauer
kurz,
mit allem was Menschsein ausmacht,
ohne die bisherigen Rollenvorgaben –
als Mutter, als Tochter
und den damit verbundenen Verpflichtungen
Vielleicht wäre das
der Beginn einer „wunderbaren Freundschaft“
in gegenseitiger Achtung
in gegenseitigem Respekt.

Vielleicht ist dann
Vertrauen wieder möglich
als Grundlage einer Beziehung in Freiheit.

© mona lisa (26.06.2011)

Datum: 22. November 2016
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6 Kommentare

  1. Quer | Mittwoch, 23. November 2016 7:14
    1

    Darüber lässt sich intensiv nachdenken. Ich kenne im näheren Umkreis auch eine Mutter-Tochter-Beziehung, die total in die Brüche ging.
    Und ich wünschte mir so, dass da ein Neuanfang möglich wäre, egal auf welcher Ebene…

    Danke für die schönen Worte und herzlichen Gruss,
    Brigitte

  2. mona lisa | Mittwoch, 23. November 2016 8:56
    2

    Ja, von außen gesehen ist es oft gar nicht oder nur schwer verständlich. Möge es ihnen gelingen – vielleicht mit Hilfe von außen.
    Dir einen herzlichen Morgengruß

  3. seelenruhig | Mittwoch, 23. November 2016 17:09
    3

    So wie Brigitte kenne ich auch einen solchen Fall in meinem engen Freundeskreis. So traurig für mich, die eine gute Beziehung habe – immer noch – trotz Demenz und Verfall…. Alter und Krankheit. Man erntet immer was man sät… manchmal stimmt das so aber nicht…

    Beziehungen innerhalb der Familie… ein schwieriges Thema.

    viele liebe Grüße von Ellen

  4. mona lisa | Mittwoch, 23. November 2016 23:16
    4

    Man erntet, was man sät. Ich denke, das stimmt.
    Wann stimmt es deiner Meinung nach nicht?
    Herzliche Grüße

  5. seelenruhig | Donnerstag, 24. November 2016 7:58
    5

    naj…weil mir manche Reaktionen so ungerechtfertigt erscheinen… aber ich denke länger nach und muss dir wohl recht geben….letztendlich ist es so…man ernet was man sät…

    ganz lieben Gruß von Ellen

  6. mona lisa | Donnerstag, 24. November 2016 18:21
    6

    Vielleicht hat man aber nicht unbedingt Einfluss, auf all das, was man sät, da vielfältige Einflüsse wirksam sind und es ja noch den eigenen Willen gibt;)
    Liebe Grüße

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