Musik für Freaks – Triadic Memories

Vor diesem Konzert ‚Triadic Memories‚von Morton Feldmann letzten Mittwoch bin ich gewarnt worden: 90 Minuten Klaviermusik ohne Pause. Na, dann.

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Doch ich liebe die Konzertreihe „Musik für Freaks“, weil die „normalen“ Gehörgewohnheiten gegen den Strich gebürstet, auf den Kopf gestellt werden.
Ich erkundige mich vorher bewusst nicht, was mich erwartet, lasse mich einfach überraschen. Und das tut mir gut.
Erwartungen können nicht enttäuscht werden und das ist auch gut so.

Im Programmheft konnte ich lesen:
„EIN STÜCK EWIGKEIT, Morton Feldman
Ich bin kein Uhrmacher. Ich bin an der Zeit in ihrem unstrukturierten Zustand interessiert. Das heißt, mich interessiert, wie dieses wilde Tier im Dschungel, nicht im Zoo lebt. Mich interessiert die Art, wie die Zeit existiert, bevor wir unsere Klauen hineinschlagen, unsere Ideen und Vorstellungen.“

Wie sich wohl diese Gedanken – in Musik umgesetzt – anhören? Ich war gespannt. Noch größer wurde die Neugier, als der Pianist Alexander Melnikov uns darauf hinwies, schlafen könne man ruhig, aber nicht aufstehen und rausgehen, dann müsse er mit dem Spiel von vorn beginnen …

Oh ha. Nach den ersten Tönen, habe ich bezweifelt, dass es mir gefallen und ich die 90 Minuten unbeschadet würde hinter mich bringen können. Dann habe ich mich auf die Musik einlassen und lauschen können. Und war erstaunt, als die 90 Minuten vergangen waren, die letzte Stunde verging wie im Flug.

Ob ich Zeit jetzt als wilde Tiere im Dschungel erlebt habe – die Frage könnte ich nicht beantworten.

Doch ich weiß, dass ich froh bin mich diesem Hörerlebnis ausgesetzt zu haben. Das Motto „Raus aus alten Hörgewohnheiten“ passte und ist eine Einladung, Neues zu entdecken.

Datum: 1. Dezember 2016
Themengebiet: Allgemein, Rezensionen, Rezensionen (diverse) Trackback: Trackback-URL
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2 Kommentare

  1. Quer | Donnerstag, 1. Dezember 2016 9:05
    1

    Das dürfte uns ruhig öfter widerfahren, dieses Herausfallen aus den Gewohnheiten des Hörens – auch Sehens oder Schmeckens…

    Lieben Gruss in einen Tag ohne zu viel Routine,
    Brigitte

  2. mona lisa | Donnerstag, 1. Dezember 2016 10:22
    2

    Im normalen Alltag habe ich Routine schon ganz gern ;)
    Die einen leichten ersten Dezembertag!

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