Neujahrslied

Mit der Freude zieht der Schmerz
traulich durch die Zeiten.
Schwere Stürme, milde Weste,
bange Sorgen, frohe Feste
wandeln sich zur Seiten.

Und wo eine Träne fällt,
blüht auch eine Rose.
Schon gemischt, noch eh‘ wir’s bitten,
ist für Throne und für Hütten
Schmerz und Lust im Lose.

War’s nicht so im alten Jahr?
Wird’s im neuen enden?
Sonnen wallen auf und nieder,
Wolken gehn und kommen wieder
und kein Mensch wird’s wenden.

Gebe denn, der über uns
wägt mit rechter Waage,
jedem Sinn für seine Freuden,
jedem Mut für seine Leiden
in die neuen Tage,

jedem auf dem Lebens Pfad
einen Freund zur Seite,
ein zufriedenes Gemüte
und zu stiller Herzensgüte
Hoffnung ins Geleite!

(Johann Peter Hebel)

Datum: 1. Januar 2017
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2 Kommentare

  1. Quer | Sonntag, 1. Januar 2017 9:33
    1

    Ganz genau so wird es wohl sein: bunt gemischt und voll von Gegensätzlichem. Möge es eine bekömmliche Mischung werden!
    Mit besten Wünschen und lieben Neujahrsgrüssen,
    Brigitte

  2. mona lisa | Sonntag, 1. Januar 2017 11:06
    2

    Ähnlich einer Überraschungs- oder Wundertüte, da weiß man auch nicht, was drin ist. Lassen wir uns also vom Leben weiterhin überraschen!
    Herzliche Neujahrsgrüße!

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