Gong


Nicht mehr für Ohren…:Klang,
der, wie ein tieferes Ohr,
uns, scheinbar Hörende, hört.
Umkehr der Räume. Entwurf
innerer Welten im Frein…,
Tempel vor ihrer Geburt,
Lösung, gesättigt mit schwer
löslichen Göttern…:Gong!

Summe des Schweigenden, das
sich zu sich selber bekennt,
brausende Einkehr in sich
dessen, das an sich verstummt,
Dauer, aus Ablauf gepreßt,
um-gegossener Stern…Gong!

Du, die man niemals vergißt,
die sich gebar im Verlust,
nichtmehr begriffenes Fest,
Wein an unsichtbarem Mund,
Sturm in der Säule, die trägt,
Wanderers Sturz in den Weg,
unser, an Alles, Verrat…Gong!

(Rainer Maria Rilke)

Datum: 7. April 2017
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2 Kommentare

  1. Quer | Samstag, 8. April 2017 7:58
    1

    Schön in Wort und Bild – wenn auch nicht einfach in der Materie.
    Herzlichen Wochenendgruss,
    Brigitte

  2. mona lisa | Samstag, 8. April 2017 14:43
    2

    Manche erschließt sich vielleicht auch nie ganz,
    oder nur beim Gongschlag ;)
    Tönende Grüße, mit Sonne angereichert zu dir in die Schweiz.

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