Das Meer

Ich schwelle in meiner Flut über die Erde.
Es wirft meine wilde Welle Tang an den Strand,
Muscheln, violette Quallen und kleine Seepferde.

Aber der Ekel zischt, dass ich mich gezeigt.
Ich krieche in mich zurück,
Und der Nordwind schweigt.

Ebbe ist… Kinder gehen, sammeln, suchen
Und sehen Krabben, nasse Sterne,
Erstaunlichstes Getier.

Ich aber bin längst in der Ferne wieder bei mir.

Und was ich an den Strand warf, stirbt in der Luft
Oder in des Menschen Hand. –
Nur die Taschenkrebse graben sich
Mit ihren Scheren in den Sand.
Sechs Stunden warten sie bis zur nächsten Flut. –

Die Taschenkrebse kennen mich gut.

(Klabund)

Datum: 15. Mai 2017
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2 Kommentare

  1. Quer | Dienstag, 16. Mai 2017 12:38
    1

    Das Meer ist schon faszinierend. Toll das Gedicht von Klabund! Und auch die Fundsachen im Sand – beim ersten rätsle ich, was es sein könnte – gefallen mir sehr!

    Lieben Tagesgruss,
    Brigitte

  2. mona lisa | Dienstag, 16. Mai 2017 15:03
    2

    Ja, einmal im Jahr brauche ich Meer mit seiner Tiefe und Weite.
    Ich weiß es auch nicht genau, wenn ich es herausgefunden habe, lasse ich es dich wissen.
    Sonnige Grüße

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