Der Storch und seine Kinder

Und nun für euch das zweite Märchen aus der Begegnung mit der Märchenerzählerin.
Wir haben über Alter, Krankheiten gesprochen, wer uns versorgt, begleitet, wenn wir Hilfe brauchen. Ihre Frage an mich:
„Haben Sie Kinder?“ „Ja, drei erwachsene Söhne.“
Und schon hatte ich ihr das Stichwort für das folgende Märchen geliefert:

Die Störche flogen über das Meer. Ein Storchenkind wurde müde und sagte zum alten Storch:
»Vater, trage mich. Wenn du alt bist, trage ich dich auch.«

»Nein, was du sagst, ist verkehrt«, antwortete der alte Storch.

Sie fliegen weiter. Da wurde das andere Storchenkind müde und bat den Vater auch, es zu tragen. Es sagte:
»Ich werde dich tragen, wenn du alt bist.«

Auch ihm antwortete der Vater: »Was du sagst, ist verkehrt.«

Danach sagt das dritte Störchlein: »Väterchen, trage mich, dann werde ich auch meine Kinder tragen.«

»Sieh da«, sagt der alte Storch, »du sagst das Richtige!«

Und er trug den Kleinen.

(Litauisches Märchen)

Datum: 2. Juni 2017
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4 Kommentare

  1. Quer | Freitag, 2. Juni 2017 12:28
    1

    Aha! Es kommt also sehr darauf an, was man zu seinem Vater sagt. :-)

    Einen lieben Gruss lasse ich hier.
    Herzlich, Brigitte

  2. Sonja | Freitag, 2. Juni 2017 15:47
    2

    Hundertpro gefällt es mir nicht…man muss ganz schön lebensstufig herumdenken…
    Gruß von Sonja

  3. mona lisa | Samstag, 3. Juni 2017 8:45
    3

    @ Quer, Märchen kann man, muss man aber nicht wörtlich nehmen ;)
    Herzlich frische Morgengrüße

  4. mona lisa | Samstag, 3. Juni 2017 8:47
    4

    @ Sonja, ein bisschen lebensstufiges Herumdenken gefällt mir!
    Der Ausdruck sowieso.
    Auch dir liebe Samstagsmorgengrüße

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