Ein alter Tibetteppich


Deine Seele, die die meine liebet,
Ist verwirkt mit ihr im Teppichtibet.
Strahl in Strahl, verliebte Farben,
Sterne, die sich himmellang umwarben.
Unsere Füße ruhen auf der Kostbarkeit,
Maschentausendabertausendweit.
Süßer Lamasohn auf Moschuspflanzenthron,
Wie lange küßt dein Mund den meinen wohl
Und Wang die Wange buntgeknüpfte Zeiten schon?

(Else Lasker-Schüler)

Datum: 30. Juli 2017
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5 Kommentare

  1. Quer | Sonntag, 30. Juli 2017 9:50
    1

    Wunderschön hast du das Poem von Else Lasker-Schüler illustriert.
    Mir scheint es eines ihrer schönsten Gedichte zu sein – zusammen mit dem „blauen Klavier“ vielleicht.
    Herzlichen Sonnengruss,
    Brigitte

  2. mona lisa | Sonntag, 30. Juli 2017 11:00
    2

    Das „blaue Klavier“ gehört auch zu meinen Favoriten!
    Dir einen fein verwobenen Sonntag.

  3. Sonja | Montag, 31. Juli 2017 9:58
    3

    Auch eines von Peter Härtlings Lieblingsgedichten, das er oft und unvergleichlich betonend rezitiert hat!
    Gruß von Sonja

  4. mona lisa | Dienstag, 1. August 2017 7:10
    4

    Kann man sich das irgendwo anhören?
    Ich habe nichts gefunden?
    Über einen Hinweis würde ich mich freuen.
    Herzliche Grüße

  5. Sonja | Dienstag, 1. August 2017 21:56
    5

    Nicht, dass ich wüsste. Es gab beim HR eine Lesequizsendung mit ihm („Literatur im Kreuzverhör“), dort hat er es manchmal gesprochen – oder auch bei Lesungen hier in der Gegend, wo ich zugegen war.
    Gruß von Sonja

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