Ja, eine Sonne ist der Mensch

Es schien, als wäre die alte Welt gestorben und eine neue begönne mit uns, so geistig und kräftig und liebend und leicht war alles geworden, und wir und alle Wesen schwebten, selig vereint wie ein Chor von tausend unzertrennlichen Tönen, durch den unendlichen Aether. …
Sterblichkeit ist Schein, ist, wie die Farben, die vor unserm Auge zittern, wenn es lange in die Sonne sieht! …
Ja, eine Sonne ist der Mensch, allsehend, allverklärend, wenn er liebt, und liebt er nicht, so ist er eine dunkle Wohnung, wo ein rauchend Lämpchen brennt.

(aus: Hölderlin, Hyperion oder Der Eremit in Griechenland, Frankfurt a.M. 2. Aufl. 1980, S. 94f)

Datum: 17. Juli 2017
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