Das Geschäft der Dichter

Es ist seit ältesten Zeiten das Geschäft der Dichter, die Glücklichen ins Unglück zu stürzen und die Unglücklichen ins Glück zu heben. Oft geschieht dies im gleichen Werk sogar mehrmals nacheinander. Dass die Leserinnen und Leser den Weg einer sympathischen Person aus dem Jammer in die Seligkeit gerne verfolgen, leuchtet ein. Warum man aber auch den Weg aus dem Licht in die Finsternis mit gleicher Leselust begleitet, ist schwieriger zu erklären.

(aus: Peter von Matt, Sieben Küsse, Glück und Unglück in der Literatur, Hanser Verlag München 2017, S. 101)

Datum: 5. August 2017
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2 Kommentare

  1. Quer | Sonntag, 6. August 2017 6:19
    1

    Ja, die Dichter sind Tausendsassas. Nicht jedem mag ich vorbehaltlos folgen.
    Einen herzlichen Sonntagsgruss lasse ich da,
    Brigitte

  2. mona lisa | Montag, 7. August 2017 9:09
    2

    Wir sind ja mündige Leser!
    dir einen angenehmen Wochenstart.

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