Es ist alles eitel

Du siehst, wohin du siehst nur Eitelkeit auf Erden.
Was dieser heute baut, reist jener morgen ein:
Wo itzund Städte stehn, wird eine Wiese sein
Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden:

Was itzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden.
Was itzt so pocht und trotzt ist Morgen Asch und Bein
Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein.
Itzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.

Der hohen Taten Ruhm muß wie ein Traum vergehn.
Soll denn das Spiel der Zeit, der leichte Mensch bestehn?
Ach! was ist alles dies, was wir für köstlich achten,

Als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind;
Als eine Wiesenblum, die man nicht wiederfind’t.
Noch will was ewig ist kein einig Mensch betrachten!

(Andreas Gryphius)

Datum: 19. August 2017
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2 Kommentare

  1. Quer | Sonntag, 20. August 2017 14:10
    1

    Ja, die Vergänglichkeit, lieber Herr Gryphius.
    Wir werden sie nicht stoppen können, heute noch weniger als damals.

    Lieben Gruss zu dir, Mona-Lisa.
    Hab einen frohen Sonntag!
    Herzlich,
    Brigitte

  2. mona lisa | Sonntag, 20. August 2017 16:53
    2

    Habe ich trotz herbstlich anmutendem Wetter ;)
    Herzliche Sonntagsgrüße

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