Sommergewitter

Sommergewitter hat’s dieses Jahr – zumindest hier schon mehrfach gegeben. Doch auch früher war das an der Tagesordnung. In Marguerite Duras Roman „Im Sommer abends um halb elf“ spielt eine gewittrige Sommernacht eine wichtige Rolle:

„Eine nächste Gewitterphase bereitet sich vor. Diese ozeanische Masse vom Nachmittag bewegt sich langsam voran über der Stadt. Sie kommt von Osten. Die Helligkeit reicht gerade aus, um ihre bedrohliche Farbe zu erkennen. … Der Schauer setzt ein. Der Ozean wird über der Stadt ausgeleert. Der Platz verschwindet. Die Bogengänge füllen sich. Im Café spricht man lauter, um verstanden zu werden. Manchmal wird geschrien.“

(aus: Marguerite Duras, Im Sommer abends um halb elf, 1990 Frankfurt/M, S.15 f)

Hier regnet’s seit Tagen immer wieder ordentlich – ganz ohne Gewitter.

Datum: 10. August 2017
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2 Kommentare

  1. Quer | Freitag, 11. August 2017 21:03
    1

    Schön und atmosphärisch, diese Stelle aus dem Roman von M. Duras. Sie war wohl eine begnadete Schriftstellerin. Ihre Romane habe ich allerdings nicht gelesen.
    Lieben Gruss zur Nacht,
    Brigitte

  2. mona lisa | Samstag, 12. August 2017 7:33
    2

    Diesen „Sommerroman“ würde ich persönlich auch nicht empfehlen, allerdings enthält er so einige wirklich bemerkenswerte Stellen und Sätze.
    Guten Start ins Wochenende!

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