Sommersneige


Der grüne Sommer ist so leise
Geworden, dein kristallenes Antlitz.
Am Abendweiher starben die Blumen,
Ein erschrockener Amselruf.

Vergebliche Hoffnung des Lebens.
Schon rüstet zur Reise sich die Schwalbe im Haus
Und die Sonne versinkt am Hügel;
Schon winkt zur Sternenreise die Nacht.

Stille der Dörfer; es tönen rings
Die verlassenen Wälder. Herz,
Neige dich nun liebender
Über die ruhige Schläferin.

Der grüne Sommer ist so leise
Geworden und es läutet der Schritt
Des Fremdlings durch die silberne Nacht.
Gedichte ein blaues Wild seines Pfads,

Des Wohllauts seiner geistlichen Jahre!

(Georg Trakl)

Datum: 5. September 2017
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2 Kommentare

  1. Quer | Dienstag, 5. September 2017 14:11
    1

    Auch hier ist viel Melancholie am Ende des Sommers anzutreffen, ein schönes Trakl-Gedicht und ebenso schöne Herbstblätter von dir ins Foto geholt.

    Lieben Gruss,
    Brigitte, die diese letzten, milden Sommertage sehr geniesst.

  2. mona lisa | Dienstag, 5. September 2017 14:38
    2

    Auch hier waren die letzten Tage mild und sonnig
    Konnte meine Lektüren draußen genießen. Dennoch schade, dass es immer früher dunkel wird. Aber: macht’ste nix ;)
    Genussvolle Grüße zu dir!

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