Herbst


Rings ein Verstummen, ein Entfärben:
Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,
Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln;
Ich liebe dieses milde Sterben.

Von hinnen geht die stille Reise,
Die Zeit der Liebe ist verklungen,
Die Vögel haben ausgesungen,
Und dürre Blätter sinken leise.

Die Vögel zogen nach dem Süden,
Aus dem Verfall des Laubes tauchen
Die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen,
Die Blätter fallen stets, die müden.

In dieses Waldes leisem Rauschen
Ist mir als hör‘ ich Kunde wehen,
daß alles Sterben und Vergehen
Nur heimlich still vergnügtes Tauschen.

(Nikolaus Lenau)

Datum: 20. Oktober 2017
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3 Kommentare

  1. Quer | Freitag, 20. Oktober 2017 6:01
    1

    Das ist ein wunderbares Text- und Bildgespann!
    Und das „Tauschen“ hört sich so tröstlich und hoffnungsvoll an.
    Lieben Gruss,
    Brigitte

  2. Quer | Freitag, 20. Oktober 2017 6:09
    2

    Ein zweiter Versuch: der erste Kommentar verschwand kommentarlos…
    Das Text- und Bild-Gespann finde ich sehr gelungen und das still vergnügte „Tauschen“ Lenaus tönt so zuversichtlich und hoffnungsfroh.
    Liebe Morgengrüsse,
    Brigitte

  3. mona lisa | Freitag, 20. Oktober 2017 8:13
    3

    Ja, ich habe in den letzten Tagen viel gefunden, vielleicht waren die Augen, das Herz offener als sonst ;)
    Liebe Grüße

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