Vorgefühl


Ich bin wie eine Fahne von Fernen umgeben.
Ich ahne die Winde, die kommen, und muß sie leben,
während die Dinge unten sich noch nicht rühren:
die Türen schließen noch sanft, und in den Kaminen ist Stille;
die Fenster zittern noch nicht, und der Staub ist noch schwer.

Da weiß ich die Stürme schon und bin erregt wie das Meer.
Und breite mich aus und falle in mich hinein
und werfe mich ab und bin ganz allein
in dem großen Sturm.

(Rainer Maria Rilke)

Datum: 6. Oktober 2017
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6 Kommentare

  1. Quer | Freitag, 6. Oktober 2017 21:04
    1

    Entsetzlich, was Stürme anrichten können!
    So oder so!

    Lieben Gruss, sehr nachdenklich,
    Brigitte

  2. Sonja | Samstag, 7. Oktober 2017 9:44
    2

    Er fand die beinah unheimlich passenden Worte…
    Gruß von Sonja

  3. Nordic | Sonntag, 8. Oktober 2017 9:33
    3

    Ich find Stürme und besonders auch Rilke gut,Ich wünsche einen schönen Sonntagmorgen.

  4. mona lisa | Sonntag, 8. Oktober 2017 19:22
    4

    @ Quer, in HH hat‘s sogar Tote gegeben.
    Liebe Grüße

  5. mona lisa | Sonntag, 8. Oktober 2017 19:25
    5

    @ Sonja, er fand für viele Stürme den passenden Ausdruck.
    Dir einen feinen Abend.

  6. mona lisa | Sonntag, 8. Oktober 2017 19:26
    6

    @ Nordic, dann ist das ja für dich eine passende Mischung ;)

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