Komm in den totgesagten Park und schau:


Komm in den totgesagten park und schau:
Der schimmer ferner lächelnder gestade –
Der reinen wolken unverhofftes blau
Erhellt die weiher und die bunten pfade.

Dort nimm das tiefe gelb – das weiche grau
Von birken und von buchs – der wind ist lau –
Die späten rosen welkten noch nicht ganz –
Erlese küsse sie und flicht den kranz –

Vergiss auch diese letzten astern nicht-
Den purpur um die ranken wilder reben –
Und auch was übrig blieb von grünem leben
Verwinde leicht im herbstlichen gesicht.

(Stefan George, aus: Ein Rot, ein Grün, ein Grau vorbeigesendet, München 1994, S. 163)

Datum: 24. November 2017
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2 Kommentare

  1. Quer | Samstag, 25. November 2017 10:18
    1

    Ein feines Gedicht ist das, Mona Lisa, und das Buch, worin du es gefunden hast, habe ich auch.
    Besonders schön wird der Text unterstrichen von deinem Gartenbild.
    Mit liebem Gruss durch den regnerischen Tag,
    Brigitte

  2. mona lisa | Samstag, 25. November 2017 13:09
    2

    Hier hat sich‘s mittlerweile gelichtet, so dass ich dir sogar Sonnengrüße schicken kann, verbunden mit einem herzlichen Dankeschön.

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