Ende des Herbstes


Ich sehe seit einer Zeit,
wie alles sich verwandelt.
Etwas steht auf und handelt
und tötet und tut Leid.

Von Mal zu Mal sind all
die Gärten nicht dieselben;
von den gilbenden zu der gelben
langsamem Verfall:
wie war der Weg mir weit.

Jetzt bin ich bei den leeren
und schaue durch alle Alleen.
Fast bis zu den fernen Meeren
kann ich den ernsten schweren
verwehrenden Himmel sehn.

(Rainer Maria Rilke)

Datum: 1. November 2017
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4 Kommentare

  1. Quer | Donnerstag, 2. November 2017 19:36
    1

    Ja, es wird langsam öde im Land – und Rilke konnte das natürlich besonders fein schildern…

    Lieben Gruss zum Einnachten,
    Brigitte

  2. mona lisa | Freitag, 3. November 2017 7:20
    2

    Manche Gärten sehen im Winter wie Friedhöfe aus ;)
    Liebe Grüße

  3. seelenruhig | Donnerstag, 9. November 2017 7:01
    3

    Das stimmt, mit den Friedhofs-Gärten! Hier sagen sie Leute immer, dass sie den Gartennoch „aufräumen“ müssen – d.h. dann alles was nur geht entfernen, zurückschneiden…kein Laub auf dem Boden, kein Same für Vögel im Winter… ich lasse alles bis zum Frühling… finde den Garten so schon öde genug!
    liebe Grüße von Ellen

  4. mona lisa | Donnerstag, 9. November 2017 7:47
    4

    Dann ist dein Garten ja – wie meiner auch – im Winter belebt von Vögeln und anderem Getier. Ich kann mich herrlich daran erfreuen.
    Dir einen schönen Herbsttag

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