martinszug

unter kinderfüßen springt
ein moos
daß sie nicht frieren
und singen
winken
mit papiernen sternen
und wissen
daß sie fielen
aus den märchen
in die liebe

der mantel rot
steigt aus dem grab
das schwert wird sanft
für eine nacht
so singen
meine armen kinder
jedwedem stern
wind wind
der weit ihn trägt
und hinter ihnen
schon die ratten

(Elisabeth Borchers, aus: November, Stuttgart 2013, S. 43f.)

Datum: 11. November 2017
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4 Kommentare

  1. Sonja | Samstag, 11. November 2017 21:21
    1

    Es passt!
    Des Enkels gebastelte Haselnusslaterne wurde vom Regen gematscht, wie die der anderen Kinder auch. Der anschließende Kinderpunsch soll gemundet haben…
    Grüße zu dir, liebe Monika,
    von Sonja

  2. mona lisa | Sonntag, 12. November 2017 0:38
    2

    Wie muss ich mir eine Haselnusslaterne vorstellen?
    Das Wort habe ich noch nie gehört – und: Es stellen sich auch keine Bilder ein ;)

  3. Quer | Sonntag, 12. November 2017 6:35
    3

    Oh ist das poetisch und schön. Sie war eine Wortmagierin, die Frau Borchers.
    Einen lieben Nach-Martinstag-Gruss,
    Brigitte

  4. mona lisa | Sonntag, 12. November 2017 10:03
    4

    Quer, da kann ich dir nur zustimmen ;)
    Dir einen magischen Sonntag!

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