„No future song in me“

In der heutigen Sendung „Lebenszeichen“ geht es um Verlust und Trauer bei Fehlgeburten, ein hochsensibles, schwieriges z. T. immer noch tabuisiertes Thema – wie das Thema Trauer insgesamt.
Die Sendung deckt den oft unsensiblen, rein medizinisch orientierten Umgang der Ärzteschaft mit den von Fehlgeburten betroffenen Frauen auf und ist damit gleichzeitig ein Plädoyer für einen stärker mitfühlenden Umgang. Wie immer ein hörenswerter Beitrag. Er endet mit einem Gedicht:

„Du warst ein Lied in mir,
das nie gesungen wurde,
nur gehört von mir.
Es klang wie früher Sommerwind
auf grünem Haferfeld,
so Anfang Juni
wie Saitenspiel,
so sanft der Ton,
das Bild so rasch verweht.“ –

(„Glaskind, Gedichte“, Hermine Ehrenberg, aus: Lebenszeichen WDR 3 v. 26.11.2017 „No future song in me“ – Verlust und Trauer bei Fehlgeburten von Michaela Natschke)

Datum: 26. November 2017
Themengebiet: Aufgelesen, Aufgeschnappt, Zitate Trackback: Trackback-URL
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3 Kommentare

  1. Quer | Sonntag, 26. November 2017 10:35
    1

    Das ist ein wunderbares Gedicht, das dem Schmerz der Betroffenen auf innige Weise Ausdruck verleiht.
    Ja, das Thema ist wohl sehr heikel und wird gerne weggeschoben…
    Lieben Sonntagsgruss,
    Brigitte

  2. seelenruhig | Montag, 27. November 2017 6:50
    2

    Ein sehr inniges Gedicht. Die Trauer um ein (während der Schwangerschaft) verlorenes Kind wird nicht besonders akzeptiert in der Gesellschaft.
    Dieser Trauer muss Raum gegeben werden!
    liebe Grüße von Ellen

  3. mona lisa | Montag, 27. November 2017 10:20
    3

    Die Sendung und das Gedicht bieten Möglichkeiten sich für dieses Thema zu sensibilisieren. Mittlerweile hat sich sinnigerweise schon einiges verändert, doch es gibt noch viel zu tun.
    Euch beiden eine innig heitere Woche.
    Herzliche Grüße

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