Walayama Bokusui, In der Ferne der Fuji wolkenlos heiter

Tankas sind „lyrische Momentaufnahmen des Lebens“ im allgemeinen, aber auch der persönlicher Betoffenheit. Dieser Gedichtband enthält eine Auswahl von Gedichten, die – chronologisch gelesen – einen Überblick bzw. Einblick in das Leben und die seelischen Befindlichkeiten von Wakayama Bokusui möglich macht.

Natur wird zum Sinnbild seelischer Zustände, von menschlichen Erlebnissen:

Zwei Wolken
streben aufeinander zu
trennen sich wieder
schwinden dahin in die blaue Weite
des Frühlingshimmels

Wenn viele Berge
Flüsse überschritten sind
kommt wohl ein Land
wo Einsamkeit ein Ende hat
Auch heute geht die Reise weiter

Dabei werden auch Fragen nach dem Grund und den Sinn für sein Schreiben angesprochen:

Auch heute
dichte ich Verse
weiß nicht warum
getrieben von Sehnsüchten
Traurigkeiten

Mit Wehmut denke ich
zurück an meine Gedichte
jedes einzelne
ein Fußabdruck den ich
auf dieser Erde hinterlasse

Eltern, die Ehefrau und Kinder finden ebenso Erwähnung in den Gedichten, sind sie doch Teil seines Lebens, wie auch der Genuss von Sake und anderen alkoholischen Getränken:

Die Liebe des Vaters
wie ein schwarzer Vorhang
die Liebe der Mutter
einem Nagel ähnlich – ein Haus
dm Niedergang geweiht.

Ergänzt wird die Ausgabe mit Ausführungen zur Textauswahl dieser Textsammlung sowie zur Person des Dichters: „Wakayama Bokusui und die Entdeckung des modernen ‚Ich'“.

Wakayama Bokusui, In der Ferne der Fuji wolkenlos heiter, Manesse Verlag, München 2018, 141 S., ISBN 978-3-7175-2452-6

Datum: 11. April 2018
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Ein Kommentar

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    […] Tekkan, aus: Wakayama Bokusui, In der Ferne der Fuji wolkenlos heiter, Manesse Verlag München 2018, S. […]

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