Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort

Hund, der
Wortart: ℹ Substantiv, maskulin
Häufigkeit: ℹ

Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus.
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist der Beginn und das Ende ist dort.

Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.

Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.

(Rainer Maria Rilke)

Datum: 27. Juni 2018
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4 Kommentare

  1. Quer | Donnerstag, 28. Juni 2018 6:41
    1

    Er spricht mir aus dem Herzen, der Herr Rilke.
    Das Geheimnis von Schönheit und Poesie sollte nicht durch zu viel Hinterfragen, Analysieren oder Durchleuchten entzaubert werden.

    Viel Poesie in deinen Tag wünscht,
    Brigitte

  2. mona lisa | Donnerstag, 28. Juni 2018 7:41
    2

    Es wird ein poetischer Sommerlesetag ;)
    Herzliche Grüße

  3. Nordic | Donnerstag, 28. Juni 2018 17:05
    3

    Nicht nur Rilke ( das sowieso ), sondern auch am Siebenschläfer das wunderbare Wetter hat mich angesprochen und begeistert

  4. mona lisa | Freitag, 29. Juni 2018 6:17
    4

    Un heute Abend gibts dann noch eine totale MOndfinsternis zu sehen.
    Liebe Grüße

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