Wo sind die Lilien aus dem hohen Glas?


Wo sind die Lilien aus dem hohen Glas,
die deine Hand zu pflegen nie vergaß?
Schon tot?
Wo ist die Freude deiner Wangen hin,
die wie ein ganzer Lenz zu prangen schien –
Verloht?
Und wo ist unser Glück, so groß und rein,
das hell dein Haar wie ein Madonnenschein
umspann?
Auch das ist tot. Heut weinen wir ihm nach,
und morgen kommt der Frost uns ins Gemach –
Und dann?

(Rainer Maria Rilke)

Datum: 26. August 2018
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6 Kommentare

  1. Quer | Sonntag, 26. August 2018 6:17
    1

    Wieder so ein schönes Rilke-Gedicht! Auch wenn es sehr traurig ist, weil das ganze Glück abhanden kam. Einzig das „Und dann?“ deutet an, dass es sich auch wieder wenden kann…
    Dein Lilienbild ist grossartig!
    Lieben Sonntagsgruss – heute auch mit Rilke,
    Brigitte

  2. Sylvia | Sonntag, 26. August 2018 7:15
    2

    prächtige blüten – zu herzen gehende worte – danke schön!

  3. mona lisa | Sonntag, 26. August 2018 8:51
    3

    @ ein bisschen Hoffnung bleibt –
    sonst muss er selbst für Blumen sorgen ;)
    Fröhliche Sonntagsgrüße

  4. mona lisa | Sonntag, 26. August 2018 8:52
    4

    @ Sylvia, es sind wirklich Blüten-Prachtexemlare.
    Rilke mag ich – nicht alles, aber vieles.
    Lieben Sonntagsgruß

  5. nordik | Sonntag, 26. August 2018 11:03
    5

    Dieses Mal ist mir der Rilke zu schwermütig, aber das Foto ist prächtig . Einen schönen Sonntag!!

  6. mona lisa | Sonntag, 26. August 2018 13:36
    6

    Verstehe ich vollkommen.
    Wünsche dir auch einen schönen, erholsamen Sonntag.

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