Schatzsucher auf Lebenszeit

Der Wunsch, verweilen zu können, ist alt und mächtig. Schon Goethes Faust rief:

Werd ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch! du bist so schön!
Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
Dann will ich gern zugrunde gehn!

Eine modernere, vielleicht weniger dramatische Variante schrieb Kristiane Allert-Wybranietz in ihrem Gedicht „Schatzsucher auf Lebenszeit“

Einmal möchte ich verweilen können:
Keinen Wunsch mehr,
nicht mehr suchen,
nicht mehr das Gefühl,
noch etwas finden zu müssen.

Vieles habe ich gefunden,
aber nie sind meine
Schatzkammern so gefüllt,
daß ich sie abschließen
und fortfliegen kann.

Datum: 2. September 2018
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4 Kommentare

  1. Sonja | Sonntag, 2. September 2018 17:10
    1

    An guten Orten will ich immer bleiben, immer, für immer…
    Gruß von Sonja

  2. mona lisa | Sonntag, 2. September 2018 20:54
    2

    Was sind für dich gute Orte?
    Liebe Abendgrüße

  3. Quer | Montag, 3. September 2018 7:13
    3

    Schatzsucher möchte ich ein Leben lang bleiben. Wenn man keinen Wunsch mehr hat, nichts mehr finden will wie es Frau Allert schreibt, ist man so gut wie tot, denke ich.
    Lieben Gruss zum Wochenbeginn,
    Brigitte

  4. mona lisa | Montag, 3. September 2018 12:28
    4

    Abschließen möchte ich meine Schatzkammer auch nicht ;)
    Hab eine gute, an Schätzen aller Art reiche Woche.

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