Klänge aus zwei Welten


Weiche Finger auf den Tasten
Spielten traumverloren.
Brausend wogten aus dem Kasten
Walzerstimmen, lustgeboren.

Und am Straßeneck, wo leise
Wort und Ton im Wind verklingt,
Sang ein Gassenbub die Weise,
Wie das Volk sie singt.
Abseits hielt ich still und lauschte
Beiden Melodien,
Daß mir’s, als das Spiel verrauschte,
Wie ein Traum erschien.
Und sie haben nichts gespürt
Von dem fremden Wandersmann,
Dem ihr Lied das Herz gerührt,
Bis ihm Trän um Träne rann.

(Joachim Ringelnatz)

Datum: 13. Oktober 2018
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2 Kommentare

  1. Quer | Samstag, 13. Oktober 2018 17:19
    1

    Herzerwärmend sind sie, diese Zeilen, und von dir wunderbar illustriert.
    Schönen Sonnabendgruss,
    Brigitte

  2. mona lisa | Sonntag, 14. Oktober 2018 8:13
    2

    Merci, dir einen lieben Sonntagmorgengruß.

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