Der Novembertag

Kalter Herbst vermag den Tag zu knebeln,
seine tausend Jubelstimmen schweigen;
hoch vom Domturm wimmern gar so eigen
Sterbeglocken in Novembernebeln.

Auf den nassen Dächern liegt verschlafen
weißes Dunstlicht; und mit kalten Händen
greift der Sturm in des Kamines Wänden
eines Totenkarmens Schlußoktaven.

(Rainer Maria Rilke)

Datum: 2. November 2018
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4 Kommentare

  1. Quer | Freitag, 2. November 2018 20:21
    1

    So richtig novemberlich, das Bild, der Text.
    Leicht wehmütige Grüsse,
    Brigitte

  2. mona lisa | Samstag, 3. November 2018 8:36
    2

    Wehmut und November haben ihre eigenen Reize ;)
    Sonnig kalte Novembergrüße in deinen Samstag.

  3. Sonja | Samstag, 3. November 2018 20:47
    3

    Trauriger geht`s kaum mehr.
    Er war ein „Spezialist“ – Leichtes, Hüpfendes kenne ich nicht von ihm.
    Melancholie schlägt zu, manchmal auch bei mir.
    Findet man bei ihm, bei seiner Lyrik Trost?
    Gruß von Sonja

  4. mona lisa | Donnerstag, 8. November 2018 9:35
    4

    Ich finde dort manchmal Trost. Es hilft mir bisweilen schon, wenn ich mir bei ihm Sprache „leihen“ kann, um zu verstehen oder zum Ausdruck zu bringen, was ich empfinde, fühle, was mich quält oder auch belastet.
    Sonnige Grüße aus Speckhorn

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