Märtha Louise, Elisabeth Nordeng, Hochsensibel geboren

Prinzessin Märtha Louise und ihre Freundin und Geschäftspartnerin Elisabeth Nordeng wollen – in Zusammenarbeit mit Kristin M. Hauge – mit diesem Buch zeigen, dass und wie Empfindsamkeit stark machen kann

Es ist ein sehr persönlich gehaltenes Buch. Märtha und Elisabeth erzählen im Wechsel von ihrer Kindheit und Jugend, ihrem Erwachsenen- und Arbeitsleben und gehen in weiteren Kapiteln auf ihre besondere Nähe zu Tier und Natur, auf die Besonderheiten und Schwierigkeiten in ihren Beziehungen ein, um dann in eine Art Dialog mit ihren LeserInnen zu kommen. Tipps und Übungen für den Alltag runden dann ihre gut lesbaren Ausführungen ab.

Wenn man sich bereits mit dem Thema „Hochsensibilität“ auseinandergesetzt hat, so erfährt man in diesem Buch zu diesem Thema nicht wirklich Neues. Dennoch haben mich diese persönlichen Erzählungen über weite Strecken fasziniert, weil ich immer wieder Bezüge zu mir selbst, zu meinem Alltag herstellen, des öfteren staunen und mir bewusst machen konnte, warum ich – offensichtlich intuitiv – bestimmte Dinge so handhabe wie ich sie handhabe. Und dass es nicht einfach „komische Macken“ sind, sondern Ausdruck von Selbstfürsorge.

Beide ermutigen Menschen, sie selbst zu sein – gilt natürlich nicht nur für Hochsensible ;)

„Meine Erfahrung ist, dass die Welt ein besserer Ort wird, wenn wir uns trauen, der Mensch zu sein, der zu sein wir geboren sind. Nicht der, der wir nach Ansicht aller andern sein sollten.“

Als Prinzessin für Märtha Louise sicher eine besondere Herausforderung. Doch offensichtlich hat sie es geschafft, ihre Identität zu erkennen, zu akzeptieren und es gewagt, sie auszuleben. Mit weitreichenden Konsequenzen, die sie aber auch bereit war zu akzeptieren:

„Es ist so ungeheuer viel passiert, seit ich dreißig Jahre alt war, seit ich begriffen habe, dass ich sensibel bin – und mich spirituell geoutet habe. Es sind wie zwei verschiedene Leben. Bevor ich meinen Lebensweg gefunden habe, war alles so mühsam. So als ob ich die ganze Zeit etwas Großes und Wichtiges hätte verbergen müssen.“

In Elisabeth Nordeng hat sie eine Weggefährtin gefunden, die in vielerlei Hinsicht ziemlich anders ist als sie selbst. Ihrer beider Hochsensibilität allerdings macht es möglich, dass sie sich so gut verstehen, Konflikte sinnvoll und zielgerichtet austragen können und sich in ihrer Gegensätzlichkeit gut ergänzen. Ein Mut machendes Buch, zu sich selbst und seiner (Hoch-)Sensibilität zu stehen, sie als Potenzial zu sehen und nicht in erster Linie als Belastung, als etwas, das weg muss, damit man normal ist, nicht mehr so anders.

Schon auf dem Cover ist die Gewichtung der Erzählanteile erkennbar. Der Name der Prinzessin ist festgedruckt und steht an erster Stelle, die von Elisabeth darunter kleiner und nicht fett gedruckt, entsprechend größer sind auch die Anteile von Märtha Louise. Sicher Marketingaspekten geschuldet, denn immerhin sind beide auch Geschäftsfrauen mit eigenem spirituellen Zentrum in Norwegen.

Prinzessin Märtha Louise, Elisabeth Nordeng, Hochsensibel geboren, Wie Empfindsamkeit stark machen kann. In Zusammenarbeit mit Kristin M. Hauge , a.d. Norwegischen v. Hedwig M. Binder, Goldmann Verlag, München 2018, 286 S., ISBN 978-3-442-22238-4

Datum: 8. November 2018
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