Wintergedicht


Unendlich dehnt sie sich, die weisse Fläche,
Bis auf den letzten Hauch von Leben leer;
Die muntern Pulse stockten längst, die Bäche,
Es regt sich selbst der kalte Wind nicht mehr.

Der Rabe dort, im Berg von Schnee und Eis,
Erstarrt und hungrig, gräbt sich tief hinab,
Und gräbt er nicht heraus den Bissen Speise,
So gräbt er, glaub ich, sich hinein ins Grab.

Die Sonne, einmal noch durch Wolken blitzend,
Wirft einen letzten Blick aufs öde Land,
Doch, gähnend auf dem Thron des Lebens sitzend,
Trotzt ihr der Tod im weissen Festgewand.

(Friedrich Hebbel)

Datum: 1. Februar 2019
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6 Kommentare

  1. Quer | Freitag, 1. Februar 2019 13:49
    1

    Die Bilder sind wunderschön. Aber sie täuschen nicht darüber hinweg, dass der Winter auch gefährlich und lebensfeindlich sein kann, wie Friedrich Hebbel es so poetisch umschreibt.
    Herzlichen Gruss mit Tauwetter draussen,
    Brigitte

  2. mona lisa | Samstag, 2. Februar 2019 6:00
    2

    Ja, ich bin jeden Tag dankbar, ein Dach über dem Kopf zu haben, mit genug Wärme. Nur so ist Winter für mich wunderschön.
    Herzliche Morgengrüße.

  3. sylvia | Freitag, 1. Februar 2019 15:59
    3

    schön, sehr schön und kalt. und grausam. der winter.
    hier ist er gerade eher heiter, hat sein weisses tuch verloren unter der sonne, die heut alles sanft beäugt.

  4. mona lisa | Samstag, 2. Februar 2019 6:04
    4

    Hier haben wir beides ;)
    Konnte meinen Mittagsschlaf in der Sonne machen. Ich liebe es, eingemummelt die Wintersonne im Freien zu genießen.

  5. sylvia | Sonntag, 3. Februar 2019 12:36
    5

    oh ja, das klingt sehr gut!

  6. mona lisa | Montag, 4. Februar 2019 7:51
    6

    Das war’s auch ;)

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