Die großen Tiere trauern am Tisch


Die großen Tiere trauern am Tisch
und sind nicht satt.
Aber die kleinlistigen Fliegen
klettern auf Brotbergen
und wohnen in Butterstadt.

Nur eines allein ist wahr:
im Ich ein Gewicht, ein kleiner Stein.

Ein Auge, welches sieht,
das andere, welches fühlt.

Menschentier,
Uhr aus Blut.

Der Mond
im Bahnhof: eine von den vielen Lampen
im Wald: ein Tropfen im Bart
am Berg: daß er nicht rollt!
daß ihn der Kaktus nicht spießt!
daß Ihr die Blase nicht zerniest!

(Paul Klee)

Datum: 30. April 2019
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4 Kommentare

  1. Quer | Mittwoch, 1. Mai 2019 5:13
    1

    Text und Bild sind sehr interessant.
    Und fast ein wenig dadaistisch.
    Lieben Gruss in den Mai,
    Brigitte

  2. mona lisa | Mittwoch, 1. Mai 2019 7:25
    2

    Fliege und Untergrund ähneln sich stark, eine Fliege in Butterstadt ist mir nicht gelungen ;)
    Hab einen angenehmen Start in den Mai.

  3. seelenruhig | Donnerstag, 2. Mai 2019 7:48
    3

    Das Gedicht mit Foto beschäftigt mich nun schon eine Weile….gegoogelt habe ich nach Bildern von Klee – nach Bildern zu Trauer oder nach Bildern zu Trauern um Tiere. Das Foto ist interessant. Fliege und Gewebe haben so ähnliche Farben, dass sie ineinander fließen.
    Ich schicke dir viele liebe Grüße
    Ellen

  4. mona lisa | Freitag, 3. Mai 2019 6:09
    4

    Danke für die lieben Grüße.
    Ich hoffe, die Beschäftigung mit diesem Blogbeitrag ist für dich nicht zu belastend.
    Herzliche Retour-Grüße

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