Im Anfang war das Wort

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Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei mir,
und ich war das Wort.
Und alles, was ist, ist durch das Wort geworden.
Zuerst fügte ich Letter auf Letter, um die Mauern
dieses Hauses zu errichten.
Ich reihte Wort an Wort und beute eine Stadt
um das Haus herum.
Zeile für Zeile webte ich am Himmelszelt, um es
über der Stadt und der Welt aufzuspannen.
Aus dem, was in meinem Setzkasten
verblieb, schuf ich alsdann die Menschen,
die unter diesem Himmel wohnen.
Und den Raum zwischen den Zeilen verwandelte
ich in Zeit und schenkte sie den Menschen zum Leben
und zum Sterben.

(aus: Martin Horváth, Mein Name ist Judith, Penguin Verlag, München 2019, S. 7)

Diese Verse verdeutlichen auf poetische Weise die Konzeption seines Romans. Für manche Leser hier vielleicht als Appetitanreger geeignet ;).
Meine Rezension dieses Romans erfolgt morgen.

Datum: 16. April 2019
Themengebiet: Aufgelesen, Buch-Rezensionen, Gedichte, Rezensionen Trackback: Trackback-URL
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