Warten

Willst du noch länger auf den kahlen böden
Nach frühern vollen farben spähn
Auf früchte warten in den fahlen öden
Und ähren von verdrängten sommern mähn?

Bescheide dich wenn nur im schattenschleier
Mild schimmernd du genossene fülle schaust
Und durch die müden lüfte ein befreier
Der wind der weiten zärtlich um uns braust.

Und sieh! die tage die wie wunden brannten
In unsrer vorgeschichte schwinden schnell …
Doch alle dinge die wir blumen nannten
Versammeln sich am toten quell.

(Stefan George)

Datum: 28. April 2019
Themengebiet: Fotos, Gedichte Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0

2 Kommentare

  1. Quer | Sonntag, 28. April 2019 12:37
    1

    Wie schön! Ja, zum Ende hin wird das Schöne, das erlebte Glück unser Fazit ausmachen, da bin ich mir ganz sicher.
    Lieben sonntäglichen Gruss,
    Brigitte

  2. mona lisa | Sonntag, 28. April 2019 12:58
    2

    Das „Hässliche, Unschöne“ zu bilanzieren, macht eher unglücklich. Wer hätte etwas davon?
    Ruhige, gelassene Sonntagsgrüße

Kommentar abgeben