Byron, Katie/Stephen Mitchell, Eintausend Namen für Freude


„Eintausend Namen für Freude“ ist eine Art Dialog zwischen Byron Katie und Laotses Tao Te King, quasi zwischen Meister und Meisterin, wenn man der Definition von Stephen Mitchell in seinem Vorwort zu diesem Buch folgen will:

„Der Meister hat nichts Mystisches oder Überhebliches an sich. Er (oder sie) ist einfach ein Mensch, der die Wirklichkeit von seinen Gedanken über die Wirklichkeit zu unterscheiden weiß. … Er ist wie alle anderen Menschen, nur glaubt er nicht mehr, dass die Dinge in diesem Augenblick anders sein sollten, als sie sind. Deshalb fühlt er sich unabhängig von den Umständen auf der Welt zu Hause, handelt ohne jede Mühe, bewahrt sich – ganz gleich, was geschieht – ein unbeschwertes Herz und ist zu sich und allen anderen freundlich, ohne sich darum zu bemühen. Er ist wie Sie, wenn Sie Ihren Gedanken mit Verständnis begegnen.“

Denn Katie hat mir der von ihr entwickelten Methode, die sie „The Work“ nennt, eine „einfache, aber wirkungsvolle Technik (entwickelt), für die man lediglich Papier, einen Stift und geistige Offenheit benötigt.“ Und mit der ehrlichen Anwendung dieser Technik kann man überprüfen, inwieweit man mit seinen Gedanken in Einklang mit der Wirklichkeit ist oder nicht. Katie Byron vertritt die Auffassung, dass alles gut und das Glück immer vorhanden ist, dass wir es allerdings aufgrund unserer mehr oder weniger quälenden Gedanken, wie etwas, wie die Welt sein soll, nicht erleben können:

„Ich muss nichts für mein Glück tun. Ich nehme die Welt einfach ohne meine Geschichte wahr, und dabei fällt mir auf, dass ich glücklich bin. Das Glück ist immer da.“ – also: Annehmen, was ist, es ist ja ohnehin da, auch ohne meine Gedanken, wie es eigentlich sein sollte.

Ihre Methode „The work“ kommt in einigen Kapiteln mit Menschen, die sich an sie gewandt haben, zur Geltung, ansonsten geht die Autorin mit Zeilen aus dem Tao Te King in Dialog, indem sie ihre eigenen Erfahrungen erzählt, die sie vor und nach der Entdeckung von „The Work“ gemacht hat. Für Stephen King ist daraus eine Art „Leitfaden für die Kunst des Lebens“ entstanden.

Wie man auf diese Erfahrungen reagiert, hängt sicher in hohem Maße von der eigenen Auffassung, von dem was Wirklichkeit für uns ist ab. Lässt man sich aber einmal auf ihre Arbeit mit den vier Fragen ein, ist man erstaunt und verblüfft, ob der eigenen Erkenntnisse und der sich daraus ergebenden Gefühlsveränderungen. Es lohnt sich.

Ein Buch also, das man nicht nur einfach so „runterlesen“, sondern im eigenen Leben anwenden sollte. Die Lektüre setzt somit die Breitschaft voraus, die eigenen Gedanken zu überprüfen, zumindest Neugierde darauf, was dann passiert:

„‚Ich lasse meine Gedanken nicht los‘, sagt Katie.’Ich begegne ihnen mit Verständnis. Dann lassen sie mich los.'“ In diesem Sinne: frohes Schaffen, viele neue Erkenntnisse und ein neues, leichteres Lebensgefühl.

Byron Katie, Stephen Mitchell, Eintausend Namen für Freude, Leben in Harmonie mit dem Tao, a.d. Engl.v. Andrea Panster, Goldmann Verlag 2012, 367 S., ISBN 978-3-442-22004-5

Datum: 1. Mai 2019
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4 Kommentare

  1. sylvia | Donnerstag, 2. Mai 2019 7:58
    1

    vielen dank für diesen buchtipp, es klingt, als wäre es ein spiritueller „werkzeugkasten“, mit dem sich gut arbeiten lässt.
    herzlicher gruß
    Sylvia

  2. mona lisa | Donnerstag, 2. Mai 2019 20:36
    2

    Jein, da eignet sich ihr Buch „Lieben, was ist“ eher. Sollte dich dieses Werkzeug interessieren, so suche nach den vier Fragen von Byron Katie.
    Liebe Grüße

  3. sylvia | Freitag, 3. Mai 2019 7:29
    3

    guten morgen, ich hatte in bisschen gestöbert und dabei „Lieben, was ist“ gefunden. nun hab ichs – als hörbuch. danke schön!
    liebe grüße
    Sylvia

  4. mona lisa | Freitag, 3. Mai 2019 7:34
    4

    Gern, erfolgreiches Hören.
    Liebe Grüße

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