Privat

“Motto des vergangenen Jahres”

Ich mag manche meiner Gewohnheiten – sonst würde ich sie ja ändern. Jedes Jahr kaufe ich mir den gleichen Terminkalender und gestalte ihn mit einer Postkarte auf der Vorderseite. Schwarz-Weiß muss sie sein.
Im Laufe des Jahres findet sich dann noch der ein oder andere Aufkleber auf der Rückseite ein.
Analog notieren ist für mich immer noch praktikabler, weil schneller, weil einfach gewohnt ;). Der Bleistift ist immer in Reichweite, denn ich ergänze den Kalender mit einem Stifthalter.

“Motto dieses Jahres”

Wie “Privat” dieses Jahr sein würde, habe ich nicht ahnen können, als ich die Karte für dieses Jahr gekauft habe.

Seit letzter Woche sind alle Termine gecancelt: kein Gesprächskreis, kein Tanzen, Treffen mit anderen, keine Klienten mehr zur Supervision oder für Klangschalenmassagen … Textkorrekturen sind noch möglich, aber die trage ich nicht als Termine ein.

Einige Handwerker arbeiten allerdings noch – wie praktisch. Gestern konnte meine Waschmaschine noch einmal repariert werden. Das Schätzchen ist mehr als 20 Jahre alt, ist mir so vertraut, dass ich immer froh bin, wenn sie mir doch noch erhalten bleibt. Denn: So haltbar sind Geräte heute auf keinen Fall mehr. Der Kühlschrank hat 24 Jahre “auf dem Buckel”. Und ich mag ihn immer noch.

Jetzt wäre Platz, die Dinge, Erlebnisse zu notieren, für die ich an dem jeweiligen Wochentag dankbar gewesen bin:
– dass ich gesund bin
– dass ich mit einem lieben Menschen ein essentielles Gespräch führen konnte
– dass mir der Postbote meine Retoure mitgenommen hat
– dass der Handwerker gekommen ist und meine Maschine reparieren konnte
– dass ich trotz einiger Schwierigkeiten eine 5 Rhythmen Wave downloaden und tanzen konnte
….
Die Liste könnte ich noch fortführen. Merke ich gerade.

Vielleicht bin ich insgeheim froh, dass es mich so gibt, wie ich bin.

Und dass da dennoch Menschen sind, mit denen der Kontakt trotz Corona noch möglich ist: überm Gartenzaun, am Fenster, von Haustür zu Haustür über die Straße hinweg, “Kaffeekränzchen auf Distänzchen” am Sonntag mit allen drei Söhnen und ihren Frauen – haben wir so noch nie gemacht. War ungewohnt und schön.
Und dass meine Büchervorräte groß genug sind.

Datum: 25. März 2020
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6 Kommentare

  1. Quer | Mittwoch, 25. März 2020 9:21
    1

    Deine Ausführungen, liebe Mona Lisa, sind schön und mutmachend.
    Ja, es gibt noch so viel, was uns Freude bereitet.
    Das Blog gehört für mich auch dazu.
    Dir weiterhin einen vollen Freudenkalender!
    Lieben Mittwochsgruss,
    Brigitte

  2. mona lisa | Mittwoch, 25. März 2020 18:01
    2

    “Freudenkalender” – du bringst es echt auf den Punkt!
    Danke dir dafür!
    Mir geht es mit deinem Blog ebenso. Jeden morgen bin ich gespannt, welche Überraschung mich bei dir erwartet.
    Auch dir abendliche Herzensgrüße, bleib gesund und munter

  3. seelenruhig | Mittwoch, 25. März 2020 10:01
    3

    Kaffeekränzchen auf Distänzchen.. wie nett!!!
    Ich mag auch den Spruch “du tanzt mich mal!”
    ja ich zähle mir auch die schönen und positiven Dinge auf. Es gibt deren viele. Und wir machen das Beste aus der Situation. Besser outddor-Lesen, wie du mir schriebst, oder Sonne ins Gesicht scheinen lassen, sich vom Wind durchpusten lassen und gerne wieder hineingehen ins Warme…
    Ich wünsch dir das Beste und halt wacker die Ohren steif!
    liebe Grüße von Ellen

  4. mona lisa | Mittwoch, 25. März 2020 17:56
    4

    I will do my best ;)
    Und was das ist, ist gerade das Herausfordernde.
    Ich werde es herausfinden.
    Liebe Grüße

  5. Sonja | Mittwoch, 25. März 2020 10:14
    5

    Hier hole ich mir eine Million Anregungen für diese Zeit (die Zahl ist leicht übertrieben!).
    Dankeschön, ein großes, sagt
    Sonja

  6. mona lisa | Mittwoch, 25. März 2020 17:53
    6

    Danke für deine Rückmeldung.
    Es freut mich, wenn du hier Anregungen findest.
    Herzliche Grüße

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