Rosige Aussichten – auch in Coronazeiten

Oh, wer um alle Rosen wüßte,
die rings in stillen Gärten stehn –
oh, wer um alle wüßte, müßte
wie im Rausch durchs Leben gehen.

Du brichst herein mit rauen Sinnen,
als wie ein Wind in einem Wald –
und wie ein Duft wehst du von hinnen,
dir selbst verwandelte Gestalt.

Oh, wer um alle Rosen wüßte,
die rings in stillen Gärten stehn –
oh, wer um alle wüßte, müßte
wie im Rausch durchs Leben gehen.

(Christian Morgenstern, Von den heimlichen Rosen)

Datum: 24. Mai 2020
Themengebiet: Fotos, Gedichte Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0

4 Kommentare

  1. Quer | Sonntag, 24. Mai 2020 9:40
    1

    Bei so viel Rosenschönheit kann man schon in einen Rausch des Entzückens geraten.
    Das Morgenstern-Gedicht ist eines seiner schönsten, wie ich finde.
    Lieben Sonntagsgruss,
    Brigitte

  2. mona lisa | Sonntag, 24. Mai 2020 10:04
    2

    Sie lösen in mir stille Freude aus, meine Art des Rausches ;)
    Einen angenehmen Sonntag.

  3. sylvia | Dienstag, 26. Mai 2020 21:28
    3

    all die formen! all die farben! all die düfte!
    rosenzeit, rauschzeit…
    l

  4. mona lisa | Mittwoch, 27. Mai 2020 5:36
    4

    Wenn du dir dann dazu noch das Vogelgezwitscher vorstellst …

Kommentar abgeben