Mittwoch, 13. Januar 2010

In der Verlängerung meiner Straße gibt es einen Bahnübergang, an dem kaum etwas normal ist. Nachdem in der Vergangenheit einige Bauern mehrfach mit ihren Treckeranhängern die Bahnschranken mitgenommen haben, weil die Straßenführung viel zu eng war, ist monatelang der Bahnübergang von Männern bedient worden, die mit flatternden rot-weißen Bändern den Übergang abgesperrt haben, oft so lange, dass in der Hitze Autofahrer eingeschlafen sind, die Anwohner die Autofahrer mit Getränken versorgt und ein Schwätzchen gehalten haben - bis, ja bis nach Kompetenzrangelein die Straße verbreitert war und die Schranken wieder automatisch bedient wurden. Seit einiger Zeit flattern die weiß-roten Bänder wieder, doch den Anwohnern schient es für einen Service viiiiiiel zu kalt zu sein, ...weiterlesen...


Samstag, 2. Januar 2010

Ihre Versicherungsschein-Nummer XYZ wurde geändert. Bitte verwenden Sie nur noch die neue Nummer. Sehr geehrte Frau S., hiermit bestätigen wir Ihnen, dass der Versicherungsvertrag aufgrund einer Ersatzversicherung zum 1.12.2009 endet. Das Schreiben ist datiert vom 17.12.2009, angekommen am 24.12.09 weiterlesen...


Mittwoch, 23. Dezember 2009

Sylvain lebt mit seiner Schildkröte Gaby bei seiner Mutter. Das wäre nichts Erwähnenswertes, wenn Sylvian nicht bereits 36 Jahre alt wäre und seine Schildkröte um ihren Panzer beneidete: "Es erschien ihm praktisch, in seinem eigenen sicheren Bunker zu wohnen." Alle seine Versuche, sich sebstständig zu machen, scheitern am Widerstand der Mutter, die nichts unversucht lässt, ihn an sich zu binden. Freundinnen ekelt sie regelmäßig aus dem Haus, so dass Sylvain - aus ihrer Sicht - erneut keinen Grund hat auszuziehen. Wegen eines Sturzes der Mutter und des damit verbundenen Aufenthaltes im Krankenhaus sagt Sylvain seine  Reise nach Rumänien ab. Die ...weiterlesen...


Samstag, 19. Dezember 2009

An folgender Zeitungsnotiz bin ich vor ein paar Tagen hängen geblieben: Um seine Fehlzeiten in der Schule zu belegen, soll ein 18jähriger Schüler ein ärztliches Attest vorgelegt haben. Diagnose: "Herzrückmusstörung". Wurde leider nicht anerkannt. Nachforschungen sollen zudem ergeben haben, dass das verwendete Blankoformulare durch einen Einbruch in die Hände des Schülers gelangt ist. Wie heißt es so schön: Soviel Dummheit muss bestraft werden - hoffentlich so, dass der betreffende Schüler daraus etwas fürs Leben lernt. weiterlesen...


Freitag, 4. Dezember 2009

"Ich weiß nicht, ob wir immer erst einen Menschen verlieren müssen, um uns darüber klar zu werden, daß wir ihn geliebt haben, aber mir ging es so. Zu Lebzeiten hatte ich keine Zeit, darüber nachzudenken, ob ich Liebe für den Onkel empfand oder Dankbarkeit und Respekt. Doch als er dann tot war, durchdrang mich eine große Zuneigung für diesen Mann, der mir viele Jahre den Vater ersetzt hatte. Vielleicht ohne Begeisterung zu zeigen, was seinem Charakter auch nicht entsprochen hätte, wohl aber mit gutem Willen." (S. 55) (Maria Barbal, Wie ein Stein im Geröll, für Leseratten sicher ein geeignetes Weihnachtsgeschenk, es ...weiterlesen...


Sonntag, 1. November 2009

"Früher dachte ich immer, ich wäre meinem Leben hilflos ausgeliefert, sozusagen ein Opfer der Umstände, die ich nicht ändern kann. Dabei hätte ich damals alles tun können, denn ich hatte super Karten. Ich wusste aber nie, was ich wirklich wollte, erkannte viele Chancen nicht als solche und vertat sie achtlos. Trotz aller Sinnlosigkeit frage ich mich heute manchmal, warum ich das erst jetzt erkannt habe.  ... Wahrscheinlich ist es leichter, mutiger zu sein und mehr Risiken einzugehen, wenn  man nicht mehr viel zu verlieren hat, denn seit ich ohne Zukunft, ohne Beruf und Partner dastehe, bin ich mutiger denn je ...weiterlesen...


Samstag, 31. Oktober 2009

Wir haben lange nach einem für uns passendem Haus gesucht. Klar war, wir wollten in diesem Stadtteil bleiben, in einem Haus, das groß genug für zwei sich liebende und streitende, westfälische Dickschädel ist. Ich wollte immer  in einem weißes Haus wohnen. "Da muss man ständig streichen, was mit Arbeit und Kosten verbunden ist". Für meinen Mann kamen nur Klinker als Fassade in Frage - nahezu ohne Folgekosten. Nach einiger Zeit fanden wir ein passendes Haus, groß genug für zwei westfälische Dickschädel und: mit weißen Klinkern, aber zu teuer! Warten senkt den Preis - immer mit dem Risiko verbunden, dass einem andere zuvorkommen. Kam aber ...weiterlesen...


Donnerstag, 29. Oktober 2009

Wie die Frage eines niederländischen Journalisten nach der  Vertauenswürdigkeit Schäubles als Finanzminister Angela Merkel nahezu sprachlos macht, seht ihr hier. weiterlesen...


Mittwoch, 30. September 2009

Was man beim Einkaufen so alles erleben kann! Mein Sohn braucht eine neue Matratze. In einem Geschäft wurde uns ein Sonderangebot in Aussicht gestellt, was allerdings erst in 14 Tagen zum Angebotspreis zu haben wäre, bei "Vollanzahlung". Das Wort ist ja wohl ein Widerspruch in sich!? Wahrscheinlich meinte er, wir sollten den vollen Angebotspreis schon jetzt zahlen, Lieferung dann in 14 Tagen, wenn das Angebot offiziell ist. weiterlesen...


Freitag, 25. September 2009

Und wieder ein erster Eindruck. Die ersten Sätze gefällig? "Mein kleines Werk soll eine Lücke füllen. Als ausübender Armer bin ich schon lange auf der Suche nach einem Handbuch, einer Art Gebrauchsanweisung für die Armen, nach einem Wegweiser, wie man diesen Zustand mit Würde und ohne besondere Erschütterung des Nervensystems ertragen kann, einem Ratgeber für Menschen mit geringem Einkommen in kritischen Lebenslagen." (aus: Sándor Márai, Schule der Armen, Ein Leitfaden für Menschen mit geringem Einkommen, S. 7) weiterlesen...