Montag, 12. Dezember 2011 | Kategorie: Aufgelesen, Denk-Würdiges, Merk-Würdiges, Zitate |
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Und ich möchte Sie, so gut ich es kann,
bitten, lieber Herr, Geduld zu haben
gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen,
und zu versuchen, die Fragen selbst
lieb zu haben wie verschlossene Stuben
und wie Bücher, die in einer sehr fremden
Sprache geschrieben sind.
Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten,
die Ihnen nicht gegeben werden können,
weil Sie sie nicht leben könnten.
Und es handelt sich darum, alles zu leben.
Leben Sie jetzt die Fragen.
Vielleicht leben Sie dann allmählich,
ohne es zu merken, eines fernen Tages
in die Antwort hinein.
(Rainer Maria Rilke)
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Sonntag, 11. Dezember 2011 | Kategorie: Aufgelesen, Aufgeschnappt, Denk-Würdiges, Rezensionen, Rezensionen (diverse) |
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Demut hat für viele Menschen stets mit Erniedrigung, mit Unterwerfung, mit Klein-machen oder Kleinkriegen zu tun, mit dem keiner etwas zu schaffen haben will.
Die heutige Sendung der Reihe "Lebenszeichen" eröffnet mit ihrer Sendung von Lisa Laurenz "Nichts geschieht aus uns alleine - Über die verwandelnde Kraft der Demut" interessante Aspekte dieses Begriffes als "eine Daseinshaltung, die mit Mut zu tun hat",
- sich selbst, sein Wesen anzunehmen und seine Fähigkeiten als Gaben zu verstehen, die einem gegeben worden sind, um damit zu arbeiten,
- Situationen anzunehmen, die man nicht ändern kann und dennoch nach notwendigen (inneren) Veränderungen Ausschau zu halten und danach zu handeln,
- den eigenen inneren Ruf ...
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Samstag, 10. Dezember 2011 | Kategorie: Aufgeschnappt, Denk-Würdiges |
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Stell dir vor, du bist glücklich und bekommst es gar nicht mit, erlebst zahlreiche Freuden im Alltag und glaubst, einen düsteren Tag verbracht zu haben. Das ist mir durch den Kopf gegangen, als ich gestern die folgende Geschichte zu hören bekam:
Es war einmal ein Bauer, der steckte jeden Morgen eine Handvoll Bohnen in seine linke Hosentasche. Immer wenn er während des Tages etwas Schönes erlebt, wenn ihm etwas Freude bereitet oder wenn er einen Glücksmoment empfunden hatte, nahm er eine Bohne aus der linken Hosentasche und steckte sie in die rechte.
Am Anfang kam das nicht so oft vor. Aber von Tag zu Tag wurden ...
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Samstag, 3. Dezember 2011 | Kategorie: Denk-Würdiges, Merk-Würdiges, Zitate |
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"Wer ist im Stand, das Trübe durch Stille zu klären? Wer vermag Stille so auszuhalten, dass sie Lebendiges austrägt? Wer kann so viel Stille aufbringen, wie nötig wäre, um das Undurchsichtige zu klären? Immer wenn Stille gesagt wird, besteht die Gefahr, dass Beharren und Stillstand gemeint sind. Das darf nicht sein. Stille ist nichts, wenn nicht das Weiter-Eilen darinnen ist."
(Erich Kästner)
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Freitag, 2. Dezember 2011 | Kategorie: Denk-Würdiges, Merk-Würdiges |
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Die Eiche ist Inbegriff von Standfestigkeit und Widerstandsfestigkeit, langsam wachsend. Der Bambus dagegen, schnell wachsend, steht für Flexibilität und Biegsamkeit, gleichwohl er seinen Standpunkt beibehält wie die Eiche.
Ist es die Frage von "entweder oder" oder eher von "sowohl als auch" , wie ich meinen Standpunkt beibehalte und vertrete: fest und unerschütterlich mit der Gefahr zu brechen oder biegsam und geschmeidig und der Möglichkeit, Druck auszuweichen?
Nur: Wonach entscheide ich, ob ich als Eiche oder als Bambus auf Druck reagiere?
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Donnerstag, 1. Dezember 2011 | Kategorie: Denk-Würdiges, Merk-Würdiges, Worte |
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Herr der Töpfe und Pfannen, ich habe keine Zeit, eine Heilige zu sein und dir zum Wohlgefallen in der Nacht zu wachen, auch kann ich nicht meditieren in der Morgendämmerung und im stürmischen Horizont. Mache mich zu einer Heiligen, indem ich Mahlzeiten zubereite und Teller wasche. Nimm an meine rauen Hände, weil sie für dich rau geworden sind. Kannst du meinen Spüllappen als einen Geigenbogen gelten lassen, der himmlische Harmonie hervorbringt auf einer Pfanne? Sie ist so schwer zu reinigen und ach, so abscheulich. Hörst du, lieber Herr, die Musik, die ich meine? Die Stunde des Gebetes ist vorbei, bis ...
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Mittwoch, 30. November 2011 | Kategorie: Aufgelesen, Denk-Würdiges, Merk-Würdiges, Zitate |
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<151> Gesellschaft von Sprachfreunden
O wie schätz ich euch hoch! Ihr bürstet sorglich die Kleider
Unsrer Autoren, und, wem fliegt nicht ein Federgen an?
<152> Der Purist
Sinnreich bist du, die Sprache von fremden Wörtern zu säubern,
Nun so sage doch Freund, wie man Pendant uns verdeutscht.
(Friedrich Schiller, Xenien)
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Samstag, 26. November 2011 | Kategorie: Aufgelesen, Denk-Würdiges |
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"Wenn man also nur seiner eigenen Überzeugung folgen darf und kann, so müßte man eigentlich niemand um Rat fragen, als sich selbst, als die Vernunft; denn niemand kann besser wissen, was zu meinem Glücke dient, als ich selbst; niemand kann so gut wissen, wie ich, welcher Weg des Lebens unter den Bedingungen meiner physi-schen und moralischen Beschaffenheit für mich einzuschlagen am besten sei; eben weil dies niemand so genau kennt, niemand sie so genau ergründen kann, wie ich."
(Auszug aus: H. Kleist, Brief an Christian Ernst Martini v. 18. März 1799)
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Dienstag, 22. November 2011 | Kategorie: Denk-Würdiges, Merk-Würdiges, Zitate |
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"Wir streben mehr danach,
Schmerz zu vermeiden,
als Freude zu gewinnen."
(Sigmund Freud)
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Sonntag, 20. November 2011 | Kategorie: Denk-Würdiges, Zitate |
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"Es gibt ja nirgends eine ruhigere und ungestörtere Stätte, zu der ein Mensch flüchten könnte, als die eigene Seele, vor allem für den Menschen, der in seinem Innern die Werte trägt, deren Betrachtung ihm augenblicklich Erleichterung gewährt. Mit dieser Erleichterung meine ich nichts anderes als die Wiederherstellung des inne-ren Gleichgewichtes. Gönne dir also ständig diese stille Einkehr und erneuere dich selbst."
(Marc Aurel)
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