Dienstag, 14. April 2020 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

Schon das Cover - gestaltet nach einem Motiv André Hellers - ist voller Kontraste: bunt, farbig, mit viel Schwarz, gehalten von einem schwarzen Rahmen. Es ist eine Sammlung mit Erzählungen aus vielen Jahren. André Hellers Erzählungen sind oft einem kaum erwähnenswerten Alltagsgeschehen oder Personen gewidmet, die einem möglicherweise gar nicht auffallen würden. Doch durch die Beachtung in den Erzählungen Hellers rücken sie und ihre Tätigkeiten, aber auch ihre Gedanken, Wünsche und Phantasien in den Vordergrund - der Erzähler ist da nicht ausgenommen: Da gibt es die Namenlosen, die Milchfrau, den Kellner, Falschspieler, aber auch Ramón, Insasse einer psychiatrischen Klinik. Viele der ...weiterlesen...


Dienstag, 7. April 2020 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Ein Nagel saß in einem Stück Holz.Der war auf seine Gattin sehr stolz.Die trug eine goldene HaubeUnd war eine Messingschraube. Sie war etwas locker und etwas verschraubt,Sowohl in der Liebe, als auch überhaupt.Sie liebte ein Häkchen und traf sich mit ihmIn einem Astloch. Sie wurden intim. Kurz, eines Tages entfernten sie sichUnd ließen den armen Nagel im Stich.Der arme Nagel bog sich vor Schmerz.Noch niemals hatte sein eisernes HerzSo bittere Leiden gekostet. Bald war er beinah verrostet.Da aber kehrte sein früheres Glück,Die alte Schraube, wieder zurück.Sie glänzte übers ganze Gesicht.Ja, alte Liebe, die rostet nicht!  (Joachim Ringelnatz) weiterlesen...


Sonntag, 5. April 2020 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Wer bin ich - das ist eine Frage, die zumindest ich mir immer mal wieder stelle, in unsicheren Zeiten, in denen das Ziel nicht klar ist, nur der Weg unter den Füßen noch spürbar. Wenn da kein Halt im Außen ist, Wegbegleiter still, oft heimlich eine andere Abzweigung genommen haben. Dann bin ich auf mich geworfen und kann wählen: wahrnehmen, lauschen, annehmen oder flüchten, verdrängen, am "Weiterso" hängen, wohl wissend, ein "Weiterso" ist nicht möglich. Ich kann mir selbst auf die Schliche kommen: meinen Lebensstrategien, Glaubens- oder Blockadesätzen. Überprüfen, ob es noch meine sind oder je wirklich meine gewesen ...weiterlesen...


Donnerstag, 2. April 2020 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Die Krähe lacht. Die Krähe weiß,Was hinter Vogelscheuchen steckt,Und dass sie nicht wie Huhn mit ReisUnd Curry schmeckt.Die Krähe schnupft. Die Krähe bleibtNicht gern in einer Nähe.Dank ihrer Magensäure schreibtSie Runen. Jede Krähe.Sie torkelt scheue Ironie,Flieht souverän beschaulich.Und wenn sie mich sieht, zwinkert sieMir zu, doch nie vertraulich. (Joachim Ringelnatz)  weiterlesen...


Mittwoch, 1. April 2020 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

mein Garagendach Auf den eisbedeckten Scheibenfängt im MorgensonnenlichteBlum und Scholle an zu treiben... Löst in diamantnen Tränenihren Frost und ihre Dichte,rinnt herab in Perlensträhnen... Herz, o Herz, nach langem Wähnenlass auch deines Glücks Geschichtediamantne Tränen schreiben! (Christian Morgenstern, Morgensonne im Winter) weiterlesen...


Freitag, 20. März 2020 | Kategorie: Allgemein, Denk-Würdiges, Fotos | Kommentare (4)

Diese Krise beinhaltet - wie alle anderen zuvor - die Möglichkeit, innezuhalten und Neues zu entdecken. Was auch immer das Ergebnis sein wird: Sie wird Spuren hinterlassen, ein Weiter so wie bisher wird es nicht geben. Und vielleicht ist das auch gut so. Noch stecken wir drin und müssen schauen, wie wir damit umgehen, vor allem mit der großen Unsicherheit. Wir begegnen uns selbst auf eine unmittelbarere Art und Weise. Die Möglichkeiten, sich selbst aus dem Weg zu gehen, sind geringer geworden. Und sicher zeigen sich auch unsere Schattenseiten deutlicher, wenn wir in die Stille gehen, lauschen, fühlen, wahrnehmen und ...weiterlesen...


Donnerstag, 19. März 2020 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

Für mich ist "Sommer bei Nacht" der erste Krimi von Jan Costin Wagner, aber auf keinen Fall der letzte. Marko geht mit zwei sehr großen Teddybären über das Gelände eines Schulhofs, auf dem gerade ein Flohmarkt stattfindet und wird von Jannis, einem fünfjährigen Jungen angesprochen: " 'Dein Teddy?' ...'Ja', sagt er.Er reicht dem Jungen den Teddy, nimmt seine Hand. Etwas rastet ein. Seine Hand in der Hand des Jungen und noch etwas. Etwas anderes. ... Sein Wagen steht in der Seitenstraße. Er versetzt dem Jungen einen Schlag gegen die Schläfe, bevor er ihn auf die Rückbank legt.Er steigt ein, startet den ...weiterlesen...


Mittwoch, 18. März 2020 | Kategorie: Allgemein, Fotos, Worte, Zitate | Kommentare (2)

Jetzt ist nur AbstandAusdruck der Fürsorge. (Angela Merkel) weiterlesen...


Dienstag, 17. März 2020 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Wir gehen aneinander vorüber,Jeder in sich und sein Schicksal gebannt –Wir schicken Gruß und Gebärde hinüberund leben jeder in anderem Land ...Aber hinter Wällen und Mauern,Die sich unsichtbar zwischen uns baun,Lebt der einsamen Seelen TrauernUnd der verwirrten Geschöpfe Graun.Suchender Sehnsucht trübe FunkenSchwirren über den Mauerrand –Aber schon hat sie die Nacht getrunken,Ehe das Licht zum Ziele fand ...Und von der nächtlichen Schwermut Fächeln,Von der Wehmut des jähen VerwehnsBleibt nur der wissenden Seele LächelnÜber den kurzen Trug des Verstehns. –Alles wähnt, im andern zu leben –Wenige küssen im Dunkeln sich sacht,Wenn die Mauern klingend erbeben –Doch über allen brütet die Nacht. ...weiterlesen...


Montag, 16. März 2020 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

Dieser Roman löste bei seinem Erscheinen 1922 in Frankreich einen Skandal aus. Konservative Sittenwächter forderten ein Verbot des Buches und der Autor wurde aus der Ehrenlegion entlassen. Der Hype, den das Buch gemacht hat, hat "La Garçonee" dann allerdings auch zum Bestseller werden lassen. Jetzt ist er in einer neubearbeiteten Fassung bei eberbach & simon erschienen. Zu Beginn des Romans, der zeitlich in den Zwanzigern des letzten Jahrhunderts spielt, ist Moniques, die man als "Original" und als "Wichtigtuerin" bezeichnet, weil sie kein Interesse hat zu tanzen und zu flirten wie all die anderen Frauen ihres Alters, 20 Jahre alt und ...weiterlesen...