Mittwoch, 20. September 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (7)

Des Vogels Aug verschleiert sich; er sinkt in Schlaf auf seinem Baum. Der Wald verwandelt sich in Traum und wird so tief und feierlich. Der Mond, der stille, steigt empor: Die kleine Kehle zwitschert matt. Im ganzen Walde schwingt kein Blatt. Fern läutet, fern, der Sterne Chor. (Christian Morgenstern) weiterlesen...


Samstag, 16. September 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Die Morgensonne umbrandet Den Wald mit brausender Flut, Gold ist vor meinen Augen Und rosenrote Glut. Gold ist vor meinen Augen Und rosenrote Glut, Die warme Morgensonne Auf deinem Haare ruht. (Hermann Löns) weiterlesen...


Mittwoch, 13. September 2017 | Kategorie: Allgemein, Fotos, Gedichte | Kommentare (6)

Ans Haff nun fliegt die Möwe, Und Dämmrung bricht herein; Über die feuchten Watten Spiegelt der Abendschein. Graues Geflügel huschet Neben dem Wasser her; Wie Träume liegen die Inseln Im Nebel auf dem Meer. Ich höre des gärenden Schlammes Geheimnisvollen Ton, Einsames Vogelrufen - So war es immer schon. Noch einmal schauert leise Und schweiget dann der Wind; Vernehmlich werden die Stimmen, Die über der Tiefe sind. (Theodor Storm) weiterlesen...


Freitag, 8. September 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (0)

Du gehst. Und der Asphalt ist plötzlich nass und plötzlich ist das Grün der Bäume neu und ein Geruch wie von ganz frischem Heu schlägt dir in dein Gesicht, das heiß und blass auf diesen Regen wohl gewartet hat. Die Gräser, welche staubig, müd und matt sich bis zur Erde haben hingebeugt, sehen beglückt die Schwalbe, welche nahe fleugt, und scheinen plötzlich stolz zu sein. Du aber gehst. Gehst einsam und allein und weißt nicht, sollst du lachen oder weinen. Und hier und da sind Sonnenstrahlen, welche scheinen, als ginge sie der Regen gar nichts an. (Selma Meerbaum-Eisinger) weiterlesen...


Dienstag, 5. September 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Der grüne Sommer ist so leise Geworden, dein kristallenes Antlitz. Am Abendweiher starben die Blumen, Ein erschrockener Amselruf. Vergebliche Hoffnung des Lebens. Schon rüstet zur Reise sich die Schwalbe im Haus Und die Sonne versinkt am Hügel; Schon winkt zur Sternenreise die Nacht. Stille der Dörfer; es tönen rings Die verlassenen Wälder. Herz, Neige dich nun liebender Über die ruhige Schläferin. Der grüne Sommer ist so leise Geworden und es läutet der Schritt Des Fremdlings durch die silberne Nacht. Gedichte ein blaues Wild seines Pfads, Des Wohllauts seiner geistlichen Jahre! (Georg Trakl) weiterlesen...


Sonntag, 3. September 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Das ist ein sündhaft blauer Tag! Die Luft ist klar und kalt und windig, weiß Gott: ein Vormittag, so find ich, wie man ihn oft erleben mag. Das ist ein sündhaft blauer Tag! Jetzt schlägt das Meer mit voller Welle gewiß an eben diese Stelle, wo dunnemals der Kurgast lag. Ich hocke in der großen Stadt: und siehe, durchs Mansardenfenster bedräuen mich die Luftgespenster ... Und ich bin müde, satt und matt. Dumpf stöhnend lieg ich auf dem Bett. Am Strand war es im Herbst viel schöner ... Ein Stimmungsbild, zwei Fölljetöner und eine alte Operett! Wenn ich nun aber nicht mehr mag! Schon kratzt die Feder auf dem Bogen – das Geld hat ...weiterlesen...


Samstag, 2. September 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Sehr helle Töne in den dünnen Lüften, Sie singen dieses Tages fernes Trauern, Der ganz erfüllt von ungeahnten Düften Uns träumen macht nach niegefühlten Schauern. Wie Andacht nach verlorenen Gefährten Und leiser Nachhall nachtversunkner Wonnen, Das Laub fällt in den längst verlaßnen Gärten, Die sich in Paradiesesschweigen sonnen. Im hellen Spiegel der geklärten Fluten Sehn wir die tote Zeit sich fremd beleben Und unsre Leidenschaften im Verbluten, Zu ferner'n Himmeln unsre Seelen heben. Wir gehen durch die Tode neugestaltet Zu tiefern Foltern ein und tiefern Wonnen, Darin die unbekannte Gottheit waltet - Und uns vollenden ewig neue Sonnen. (Georg Trakl) weiterlesen...


Freitag, 1. September 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Im Nebel ruhet noch die Welt, Noch träumen Wald und Wiesen: Bald siehst du, wenn der Schleier fällt, Den blauen Himmel unverstellt, Herbstkräftig die gedämpfte Welt In warmem Golde fließen. (Eduard Mörike) weiterlesen...


Donnerstag, 31. August 2017 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Noch einmal, ehe der Sommer verblüht, Wollen wir für den Garten sorgen, Die Blumen gießen, sie sind schon müd, Bald welken sie ab, vielleicht schon morgen. Noch einmal, ehe wieder die welt Irrsinnig wird und von Kriegen gellt, Wollen wir an den paar schönen Dingen Uns freuen und ihnen Lieder singen. (Hermann Hesse) weiterlesen...


Mittwoch, 30. August 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Noch schenkt der späte Sommer Tag um Tag Voll süßer Wärme. Über Blumendolden Schwebt da und dort mit mildem Flügelschlag Ein Schmetterling und funkelt sammetgolden. Die Abende und Morgen atmen feucht Von dünnen Nebeln, deren Naß noch lau. Vom Maulbeerbaum mit plötzlichem Geleucht Weht gelb und groß ein Blatt ins sanfte Blau. Eidechse rastet auf besonntem Stein, Im Blätterschatten Trauben sich verstecken. Bezaubert scheint die Welt, gebannt zu sein In Schlaf, in Traum, und warnt dich sie zu wecken. So wiegt sich manchmal viele Takte lang Musik, zu goldener Ewigkeit erstarrt, Bis sie erwachend sich dem Bann entrang Zurück zu Werdemut und Gegenwart. Wir Alten stehen erntend am Spalier Und wärmen uns die sommerbraunen Hände. Noch lacht der ...weiterlesen...