Sonntag, 29. März 2015 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Es krokusst und es primelt im Garten und im Bach. Ein Spatzenpaar verkrümelt sich selig unters Dach. Nun wird sich alles wenden: das Wetter und das Kleid. Es duftet aller Enden nach Frühlingsreinlichkeit. Nun reimt sich westlich-östlich so mancherlei auf "Lieb", sogar - und das ist tröstlich - das kleine Wort: Vergib! Nun küsst der Wal die Walin, die Nerzin küsst den Nerz, ein Herr küsst die Gemahlin, Krokusse küsst der März. (James Krüss) weiterlesen...


Donnerstag, 26. März 2015 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Und du wartest, erwartest das Eine, das dein Leben unendlich vermehrt; das Mächtige, Ungemeine, das Erwachen der Steine, Tiefen, dir zugekehrt. Es dämmern im Bücherständer die Bände in Gold und Braun; und du denkst an durchfahrene Länder, an Bilder, an die Gewänder wiederverlorener Fraun. Und da weißt du auf einmal: das war es. Du erhebst dich, und vor dir steht eines vergangenen Jahres Angst und Gestalt und Gebet. (Rainer Maria Rilke) weiterlesen...


Montag, 16. März 2015 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Es läuft der Frühlingswind Durch kahle Alleen, Seltsame Dinge sind In seinem Wehn. Er hat sich gewiegt, Wo Weinen war, Und hat sich geschmiegt In zerrüttetes Haar. Er schüttelte nieder Akazienblüten Und kühlte die Glieder, Die atmend glühten. Lippen im Lachen Hat er berührt, Die weichen und wachen Fluren durchspürt. Er glitt durch die Flöte, Als schluchzender Schrei, An dämmernder Röte Flog er vorbei. Er flog mit Schweigen Durch flüsternde Zimmer Und löschte im Neigen Der Ampel Schimmer. Es läuft der Frühlingswind Durch kahle Alleen, Seltsame Dinge sind In seinem Wehn. Durch die glatten Kahlen Alleen Treibt sein Wehn Blasse Schatten Und den Duft, Den er gebracht, Von wo er gekommen Seit gestern Nacht. (Hugo von Hofmannsthal) weiterlesen...


Sonntag, 15. März 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Gedichte, Rezensionen | Kommentare (0)

Sonnenblumengelber Leineneinband, eine Karikatur von Ernst Kahl, schwarze Schrift und schwarzes Lesebändchen wecken das Interesse am Inhalt, an über hundert Gedichten Fritz Eckengas. "Kennt" man dann auch noch den Autor durch seine satirischen Radiokommentare, so hat man beim Lesen fast den Eindruck, der Autor selbst läse seine Gedichte in der ihm eigenen koddrigen, schnoddrigen Sprache und Tonlage. Es sind Gedichte über alle mögliche Lebenslagen. Ernst, heiter, bissig, bisweilen traurig oder wehmütig, ironisch, auf jeden Fall kommen sie stets mit einer Prise Humor daher. Nichts Menschliches ist ihnen fern: BRÜCKE DER VERSÖHNUNG Seit du fort bist - diese Lücke. Herz zerbrochen - tausend Stücke. Niemand baut ...weiterlesen...


Samstag, 7. März 2015 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (0)

Die blauen Frühlingsaugen Schaun aus dem Gras hervor; Das sind die lieben Veilchen, Die ich zum Strauß erkor. Ich pflücke sie und denke, Und die Gedanken all, Die mir im Herzen seufzen, Singt laut die Nachtigall. Ja, was ich denke, singt sie Lautschmetternd, dass es schallt; Mein zärtliches Geheimnis Weiß schon der ganze Wald. (Heinrich Heine) weiterlesen...


Freitag, 6. März 2015 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (5)

unvorhersehbar stand auf einmal die Welt still nichts war mehr wie vorher und doch: ist alles wie immer jeden Morgen bricht ein neuer Tag an Frühling, Sommer, Herbst und Winter wechseln sich ab im Urlaub gehe ich auf unseren Wegen allein in einer veränderten Welt (mona lisa) weiterlesen...


Donnerstag, 5. März 2015 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (0)

Es läuft der Frühlingswind Durch kahle Alleen, Seltsame Dinge sind In seinem Wehn. Er hat sich gewiegt, Wo Weinen war, Und hat sich geschmiegt In zerrüttetes Haar. Er schüttelte nieder Akazienblüten Und kühlte die Glieder, Die atmend glühten. Lippen im Lachen Hat er berührt, Die weichen und wachen Fluren durchspürt. Er glitt durch die Flöte Als schluchzender Schrei, An dämmernder Röte Flog er vorbei. Er flog mit Schweigen Durch flüsternde Zimmer Und löschte im Neigen Der Ampel Schimmer. Es läuft der Frühlingswind Durch kahle Alleen, Seltsame Dinge sind In seinem Wehn. Durch die glatten Kahlen Alleen Treibt sein Wehn Blasse Schatten. Und den Duft, Den er gebracht, Von wo er gekommen Seit gestern Nacht. (Hugo von Hofmannsthal) weiterlesen...


Montag, 2. März 2015 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (4)

Die Bäume im Ofen lodern. Die Vögel locken am Grill. Die Sonnenschirme vermodern. Im übrigen ist es still. Es stecken die Spargel aus Dosen Die zarten Köpfchen hervor. Bunt ranken sich künstliche Rosen In Faschingsgirlanden empor. Ein Etwas, wie Glockenklingen, Den Oberkellner bewegt, Mir tausend Eier zu bringen, Von Osterstören gelegt. Ein süßer Duft von Havanna Verweht in ringelnder Spur. Ich fühle an meiner Susanna Erwachende neue Natur. Es lohnt sich manchmal, zu lieben, Was kommt, nicht ist oder war. Ein Frühlingsgedicht, geschrieben Im kältesten Februar. ( Joachim Ringelnatz) weiterlesen...


Freitag, 27. Februar 2015 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (1)

Schlägt Regen auf dein Licht, er kanns nicht löschen, Bläst Wind auf deinen Glanz, wird er nur reiner, Und flögest du empor in Himmelsferne, Dem Monde nah wärst du der Sterne einer. (Li-Tai-Pe) weiterlesen...


Donnerstag, 26. Februar 2015 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Der Strom - floß, Der Mond vergoß, Der Mond vergaß sein Licht - und ich vergaß Mich selbst, als ich so saß Beim Weine. Die Vögel waren weit, Das Leid war weit Und Menschen gab es keine. (Li-Tai-Pe) weiterlesen...