Montag, 19. Februar 2018 | Kategorie: Allgemein, Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Gestern: Kälte mit Sonnenschein. Ich habe mich auf den Weg gemacht und bin reichlich beschenkt worden. Schönheit, wohin das Auge blickte, meist lag es direkt vor meinen Füßen. Diese zeitlose, immer wieder zu bestaunende Schönheit hat Benn in seinem Gedicht Rauhreif 1912 treffend festgehalten: Etwas aus den nebelsatten Lüften löste sich und wuchs über Nacht als weißer Schatten eng um Tanne, Baum und Buchs. Und erglänzte wie das Weiche Weiße, das aus Wolken fällt, und erlöste stumm in bleiche Schönheit eine dunkle Welt. (Gottfried Benn) weiterlesen...


Samstag, 17. Februar 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Das Feld ist kahl, auf ferner Höhe glänzet Der blaue Himmel nur, und wie die Pfade gehen, Erscheinet die Natur, als Einerlei, das Wehen Ist frisch, und die Natur von Helle nur umkränzet. Der Erde Stund ist sichtbar von dem Himmel Den ganzen Tag, in heller Nacht umgeben, Wenn hoch erscheint von Sternen das Gewimmel, Und geistiger das weit gedehnte Leben. (Friedrich Hölderlin) weiterlesen...


Sonntag, 11. Februar 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Das Leben ist gut und licht. Das Leben hat goldene Gassen. Fester wollen wirs fassen, wir fürchten das Leben nicht. Wir heben Stille und Sturm, die bauen und bilden uns beide: Dich – kleidet die Stille wie Seide, mich – machen die Stürme zum Turm … (Rainer Maria Rilke) weiterlesen...


Donnerstag, 8. Februar 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Der Sturm hat ihre Stämme gefällt, O, meine Seele war ein Wald. Hast du mich weinen gehört? Weil deine Augen bang geöffnet stehn. Sterne streuen Nacht In mein vergossenes Blut. Nun schlummert meine Seele Zagend auf Zehen. O, meine Seele war ein Wald; Palmen schatteten, An den Ästen hing die Liebe. Tröste meine Seele im Schlummer. (Else Lasker-Schüler) weiterlesen...


Donnerstag, 1. Februar 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Sprechen wir nicht von dir. Du bist deiner Natur nach unaussprechlich. Andere Blumen schmücken die Tafel, du verklärst sie. Man stellt dich in eine Vase - und schon wandelt sich alles: es ist vielleicht die gleiche Vase Melodie, aber gesungen von einem Engel. (Rainer Maria Rilke) weiterlesen...


Samstag, 27. Januar 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Was regt sich unter grünen Hüllen Am Hälmchen und am stolzen Baum? Was wächst und breitet sich im Stillen, Umweht von süssem Morgentraum? Die Blumen sind's, ihr frisches Streben Ist Frühlingsglück und Frühlingsgruss, Sie möchten duften, möchten leben, Sie harren auf der Sonne Kuss. Die Knospe lauscht den heitern Sängen, Der braunen Lerche Jubellied, Die Hülle möchte sie zersprengen, Die Sehnsucht wünscht: sie sei erblüht! O möchtest du vergehn und schwinden, Eh' dich berührt der Sonne Strahl, Du Blüte! Leben und Empfinden Ist oft nur Schmerz und herbe Qual. Zerreisse nie den zarten Schleier, Nicht, Blüte, deinen grünen Saum; - O Seele, deine schönste Feier Ist Ahnungslust und Morgentraum! (Karoline Leonhardt) weiterlesen...


Freitag, 26. Januar 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Rotkehlchen auf dem Zweige hupft, wipp, wipp, hat sich ein Beerlein abgezupft, knipp, knipp, läßt sich zum klaren Bach hernieder, tunkt's Schnäblein ein und hebt es wieder, stipp, stipp, stipp, stipp, und schwingt sich wieder in den Flieder. Es singt und piepst ganz allerliebst, zipp,zipp, zipp, zipp, tirili, sich seine Abendmelodie, steckt's Köpfchen dann ins Federkleid und schlummert bis zur Morgenzeit. (Wilhelm Busch) weiterlesen...


Donnerstag, 25. Januar 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Windstill ist es auf der Flut, Windstill ists im Hage, Windstill ist es mir zu Mut Wie dem Frühlingstage. Eine leise, leise Luft Fächelt und erfrischet Jede Blume, deren Duft Sich in andre mischet. Und in meinem Busen auch, Wo der Sturm sich leget, Fühl' ich einen Himmelshauch, Der mich sanft beweget. Meinen Odem möcht' ich rein Dem der Blumen mischen, Und wie sie so trunken sein Von des Thaues Frischen. (Friedrich Rückert) weiterlesen...


Donnerstag, 18. Januar 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (0)

Es wütet der Sturm, Und er peitscht die Wellen, Und die Well'n, wutschäumend und bäumend, Türmen sich auf, und es wogen lebendig Die weißen Wasserberge, Und das Schifflein erklimmt sie, Hastig mühsam, Und plötzlich stürzt es hinab In schwarze, weitgähnende Flutabgründe - O Meer! Mutter der Schönheit, der Schaumentstiegenen! Großmutter der Liebe! schone meiner! Schon flattert, leichenwitternd, Die weiße, gespenstische Möwe, Und wetzt an dem Mastbaum den Schnabel, Und lechzt, voll Fraßbegier, nach dem Herzen, Das vom Ruhm deiner Tochter ertönt, Und das dein Enkel, der kleine Schalk, Zum Spielzeug erwählt. Vergebens mein Bitten und Flehn! Mein Rufen verhallt im tosenden Sturm, Im Schlachtlärm der Winde. Es braust und pfeift und prasselt und heult, Wie ein Tollhaus von Tönen! Und zwischendurch hör ...weiterlesen...


Donnerstag, 11. Januar 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Hörst du Geliebte, ich hebe die Hände - hörst du: es rauscht... Welche Gebärde der Einsamen fände sich nicht von vielen Dingen belauscht? Hörst du, Geliebte, ich schließe die Lider und auch das ist Geräusch bis zu dir. Hörst du, Geliebte, ich hebe sie wieder...... ... aber warum bist du nicht hier. Der Abdruck meiner kleinsten Bewegung bleibt in der seidenen Stille sichtbar; unvernichtbar drückt die geringste Erregung in den gespannten Vorhang der Ferne sich ein. Auf meinen Atemzügen heben und senken die Sterne sich. Zu meinen Lippen kommen die Düfte zur Tränke, und ich erkenne die Handgelenke entfernter Engel. Nur die ich denke: Dich seh ich nicht. (Rainer Maria Rilke) weiterlesen...