Freitag, 22. August 2014 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Gestern ist nicht heute mehr: Es ist weg, es ist dahin. Es verspührt, empfindet, fühlet, sieht und höret unser Sinn Nichts von seiner Gegenwart. Gestern ist, wie ein Geschrey, Das im Augenblick verschwindet, auch verschwunden und vorbey. Alles gestrige Vergnügen, Lachen, Fröhlichkeit und Schertz Ist nunmehr ein leeres Nichts. Aber auch ein bittrer Schmertz, Der uns gestern drückt′ und fraß, der uns Marck uns Bein durchwühlet, Hat mit gestern aufgehört, und wird heute nicht gefühlet. Eines Reichen fröhlichs Gestern ist mit allem seinen Prangen, Und des Armen elend Gestern auch mit aller Noth vergangen. Beydes bringt besondern Trost. Denn die kurtze Daur der Freuden Tröstet alle, die nicht glücklich: Und, die ...weiterlesen...


Montag, 18. August 2014 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (1)

Die Sonne scheint für dich - deinethalben, und wenn sie müde wird, fängt der Mond an, und dann werden die Sterne angezündet. Lerne von der Lilie und lerne vom Vogel, deinen Lehrern: zu sein heißt: für heute da sein. Das ist Freude. Lilie und Vogel sind unsere Lehrer der Freude. (Sören Kierkegaard) weiterlesen...


Montag, 4. August 2014 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (6)

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß, Das durch den sonnigen Himmel schreitet. Und schmücke den Hut, der dich begleitet, Mit einem grünen Reis. Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser. Weil's wohltut, weil's frommt. Und bist du ein Mundharmonikabläser Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt. Und lass deine Melodien lenken Von dem freigegebenen Wolkengezupf. Vergiss dich. Es soll dein Denken Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf. (Joachim Ringelnatz) weiterlesen...


Freitag, 25. Juli 2014 | Kategorie: Allgemein, Gedichte | Kommentare (4)

Tiefblauer Sonnenhimmel dekoriert mit hingehauchten Wolkenschleiern und beweglichen Glitzerpunkten dazu das Rauschen der Blutbuche im Garten und das Streicheln des Windes auf sonnenwarmer Haut das lässt turbulente Gedanken langsamer werden. (© mona lisa) weiterlesen...


Sonntag, 20. Juli 2014 | Kategorie: Allgemein, Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Manchmal spricht ein Baum durch das Fenster mir Mut zu. Manchmal leuchtet ein Buch als Stern auf meinem Himmel, manchmal ein Mensch, den ich nicht kenne, der meine Worte erkennt. (Rose Ausländer) weiterlesen...


Dienstag, 15. Juli 2014 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (4)

Ist auch das Leben des Steins Verlangen nach Leben? Sicher kommt es vor, daß er weint. Menschen können leblos werden, er nicht. (Walter Helmut Fritz, Wunschtraum, Alptraum, Hamburg 1983, S. 14) weiterlesen...


Donnerstag, 3. Juli 2014 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (0)

Oft war sie als Kind ihren Dienerinnen entwichen, um die Nacht und den Wind (weil sie drinnen so anders sind) draußen zu sehn an ihrem Beginnen; doch keine Sturmnacht hatte gewiß den riesigen Park so in Stücke gerissen, wie ihn jetzt ihr Gewissen zerriß, da er sie nahm von der seidenen Leiter und sie weitertrug, weiter, weiter...: Bis der Wagen alles war. Und sie roch ihn, den schwarzen Wagen, um den verhalten das Jagen stand und die Gefahr. Und sie fand ihn mit Kaltem ausgeschlagen; und das Schwarze und Kalte war auch in ihr. Sie kroch in ihren Mantelkragen und befühlte ihr Haar, als bliebe es hier, und hörte fremd einen Fremden sagen: Ich bin bei dir. (Rainer Maria ...weiterlesen...


Donnerstag, 19. Juni 2014 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (3)

Schönes, grünes, weiches Gras. Drin liege ich. Inmitten goldgelber Butterblumen! Über mir ... warm ... der Himmel: Ein weites, schütteres, lichtwühlig, lichtblendig, lichtwogig zitterndes Weiß, das mir die Augen langsam ... ganz ... langsam schließt. Wehende ... Luft ... kaum merklich ein Duft, ein zartes . . . Summen. Nun bin ich fern von jeder Welt, ein sanftes Rot erfüllt mich ganz, und deutlich . . . spüre ich . . . wie die Sonne mir durchs Blut rinnt. Minutenlang. Versunken alles . . . Nur noch ich. Selig! (Arno Holz) weiterlesen...


Mittwoch, 18. Juni 2014 | Kategorie: Alltägliches, Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Fast ohne Worte: In diesen Tagen schmerzt mich nicht, daß ich vergessen kann und mich erinnern muß. (3. Strophe aus Ingeborg Bachmanns Gedicht, Tage in Weiß) weiterlesen...


Sonntag, 15. Juni 2014 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Ich sehne oft nach einer Mutter mich, nach einer stillen Frau mit weißen Scheiteln. In ihrer Liebe blühte erst mein Ich; sie könnte jenen wilden Haß vereiteln, der eisig sich in meine Seele schlich. Dann säßen wir wohl beieinander dicht, ein Feuer surrte leise im Kamine. Ich lauschte, was die liebe Lippe spricht, und Frieden schwebte ob der Teeterrine so wie ein Falter um das Lampenlicht. (Rainer Maria Rilke) weiterlesen...