Sonntag, 26. Oktober 2014 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (4)

Gestern noch einmal den Rasen gemäht, ein Rotkehlchen in Sichtweite. Das gefällt mir. Wilhem Busch hat es sogar bedichtet: Rotkehlchen auf dem Zweige hupft, wipp, wipp! Hat sich ein Beerlein abgezupft, knipp, knipp! Lässt sich zum klaren Bach hernieder, tunkt Schnäblein rein und hebt es wieder, stipp, stipp, nipp, nipp! Und schwingt sich wieder in den Flieder. Es singt und piepst ganz allerliebst, zipp, zipp, zipp, zipp, trill! Sich eine Abendmelodie. Steckt´s Köpfchen dann ins Federkleid und schlummert bis zur Morgenzeit. (Wilhelm Busch) weiterlesen...


Donnerstag, 23. Oktober 2014 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Was ich suche, wächst nicht auf den Bäumen. Die Freunde führen es nicht im Mund. Der Hund bringt es nicht mit der Zeitung. Als Software ist es nicht käuflich. Und das alles ist selbstverständlich - wie die Stille im Kopf einer Note. (Rainer Malkowski, Die Gedichte, S. 576) weiterlesen...


Sonntag, 12. Oktober 2014 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (3)

Unglaublich, wie erträgt ein Herz, Was schon zu denken unerträglich! Hinhalten Hoffnungen den Schmerz, Ihn brechend, den sie steigern täglich. Man hofft und hofft, bis hoffnungslos Geworden das geliebte Leben, Dann gibt man auf die Hoffnung blos, Das Leben war schon aufgegeben. (Friedrich Rückert) (Leitmotiv in Bella Block, Unter den Linden) weiterlesen...


Samstag, 11. Oktober 2014 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (0)

Gefrorne Tropfen fallen Von meinen Wangen ab: Ob es mir denn entgangen, Daß ich geweinet hab'? Ei Tränen, meine Tränen, Und seid ihr gar so lau, Daß ihr erstarrt zu Eise Wie kühler Morgentau? Und dringt doch aus der Quelle Der Brust so glühend heiß, Als wolltet ihr zerschmelzen Des ganzen Winters Eis! (aus: Schuberts Winterreise) weiterlesen...


Mittwoch, 8. Oktober 2014 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (0)

Es winkt zu Fühlung fast aus allen Dingen, aus jeder Wendung weht es her: Gedenk! Ein Tag, an dem wir fremd vorübergingen, entschließt im künftigen sich zum Geschenk. Wer rechnet unseren Ertrag? Wer trennt uns von den alten, den vergangnen Jahren? Was haben wir seit Angebinn erfahren, als dass sich eins im anderen erkennt? Als dass an uns Gleichgültiges erwarmt? O Haus, o Wiesenhang, o Abendlicht, auf einmal bringst du's beinah zum Gesicht und stehst an uns, umarmend und umarmt. Durch alle Wesen reicht der eine Raum: Weltinnenraum. Die Vögel fliegen still durch uns hindurch. O, der ich wachsen will, ich seh hinaus, und in mir wächst der Baum. Ich sorge mich, und in mir steht ...weiterlesen...


Montag, 6. Oktober 2014 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (1)

Ich wollte verstanden werden und habe mich doch selbst nicht verstanden Ich habe auf mir bestanden um nicht unterzugehen gekämpft ausgehalten durchgehalten statt mich liebevoll anzunehmen in meinem Unverstandensein Nur so ist Verstehen Annehmen Liebe möglich (© mona lisa) weiterlesen...


Mittwoch, 1. Oktober 2014 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (0)

Walle, Regen, walle nieder, Wecke mir die Träume wieder, Die ich in der Kindheit träumte, Wenn das Naß im Sande schäumte! Wenn die matte Sommerschwüle Lässig stritt mit frischer Kühle, Und die blanken Blätter tauten, Und die Saaten dunkler blauten. Welche Wonne, in dem Fließen Dann zu stehn mit nackten Füßen, An dem Grase hin zu streifen Und den Schaum mit Händen greifen. Oder mit den heißen Wangen Kalte Tropfen aufzufangen, Und den neuerwachten Düften Seine Kinderbrust zu lüften! Wie die Kelche, die da troffen, Stand die Seele atmend offen, Wie die Blumen, düftertrunken, In dem Himmelstau versunken. Schauernd kühlte jeder Tropfen Tief bis an des Herzens Klopfen, Und der Schöpfung heilig Weben Drang bis ins verborgne Leben. Walle, Regen, walle nieder, Wecke meine alten ...weiterlesen...


Montag, 29. September 2014 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (4)

Liebe-volle Begegnungen berühren machen Berührt-Sein möglich. (© mona lisa) weiterlesen...


Donnerstag, 18. September 2014 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (0)

Der innere Architekt Wem's in der Unterwelt zu still, Wer oberhalb erscheinen will, Der baut sich, je nach seiner Weise, Ein sichtbarliches Wohngehäuse. Er ist ein blinder Architekt, Der selbst nicht weiß, was er bezweckt. Dennoch verfertigt er genau Sich kunstvoll seinen Leibesbau. Und sollte mal was dran passieren, Kann er's verputzen und verschmieren, Und ist er etwa gar ein solch Geschicktes Tierlein wie der Molch, Dann ist ihm alles einerlei, Und wär's ein Bein, er macht es neu. Nur schad, daß, was so froh begründet, So traurig mit der Zeit verschwindet, Wie schließlich jeder Bau hienieden, Sogar die stolzen Pyramiden! (Wilhelm Busch) weiterlesen...


Dienstag, 16. September 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Gedichte, Rezensionen | Kommentare (2)

In diesem schmalen Band verarbeitet Irmgard Schreiner offensichtlich ihre zahlreichen Impressionen über Frankreich in Gedichten sehr unterschiedlicher Art und freut sich schon auf den nächsten Aufenthalt, der ihr dabei hilft, die "deutsche pedantische Zeit" zu vergessen. Das Gedicht "Guten Morgen Frankreich" liest sich fast wie eine "Einleitung" in die Facetten, die den Leser ihrer Gedichte erwarten: Erinnern den Duft von croissants nature, die zur Frühmesse rufenden Glocken von Notre Dame. Bonjour Strasbourg! Und Bilder hinter der Stirn ... der lächelnde Engel vom Westportal, das Ballet der Möven an den Ufern der Ill, printemps au quai de Paris. Sie beschließt: Ich werde den "Maurice Ravel", ich werde den Nachtzug nehmen, ich werde die Zeit ...weiterlesen...