Donnerstag, 8. Dezember 2016 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (1)

Heute heißt es mal wieder: Abschied nehmen. Nicht immer eine einfache Angelegenheit. Was es damit auf sich haben kann, weshalb es so oft so schwer fällt, hat für mich Edmond Haraucourt in einem seiner Gedichte gut zur Sprache gebracht: Le Rondel de l'adieu Partir, c'est mourir un peu, C'est mourir à ce qu'on aime: On laisse un peu de soi-même En toute heure et dans tout lieu. C'est toujours le deuil d'un vœu, Le dernier vers d'un poème; Partir, c'est mourir un peu. Et l'on part, et c'est un jeu, Et jusqu'à l'adieu suprême C'est son âme que l'on sème, Que l'on sème à chaque adieu... Partir, c'est mourir un peu. (Edmond Haraucourt) weiterlesen...


Sonntag, 4. Dezember 2016 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen; mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen; der Augenblick ist mein, und nehm ich den in Acht, so ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht. - (Andreas Gryphius) weiterlesen...


Donnerstag, 24. November 2016 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Die Morgendämmerung ist zerflossen, Die Sonne über die Wälder loht, Ich grüße mit großen, frohen Augen Das flammende, leuchtende Morgenrot. O Morgenrot, so lange Jahre Bin ich gegangen in schwarzer Nacht, Mir blühet keine helle Blume, Mir hat kein Sonnenschein gelacht. Es fiel kein Lichtschein in mein Dunkel, Kein Stern an meinem Himmel stand, Mit kalter Seele, totem Herzen, So ging ich durch das schwarze Land. Die Blumen blühn, die Vögel singen, So wonnig warm die Sonne lacht, Du hast mit deiner hohen Liebe Aufs neue mich zur Welt gebracht. (Hermann Löns) weiterlesen...


Dienstag, 22. November 2016 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (6)

Manchmal muss etwas zu Ende gehen, damit etwas Neues beginnen kann. Dann ist das Ende ein Anfang. Die Entlassung aus der Mutterrolle zwangsläufig verbunden mit der aus der Tochterrolle ist ein Ende. Das Ende eines wichtigen Lebensabschnittes für Mutter und Tochter Das Ende von Verantwortung für das Wohlergehen der anderen die Gefühle der anderen für das Leben der anderen der Mutter, der Tochter. Und dann? Es ist tatsächlich das Ende, wenn die Entlassung aus der Rolle der Mutter, der Tochter von einer der beiden nicht akzeptiert wird, wenn das überholte Rollenmodell aufrechterhalten werden soll um jeden Preis wenn es darüber hinaus nichts mehr gibt, nichts mehr geben darf. Dann müssen beide getrennte Wege gehen als für ...weiterlesen...


Mittwoch, 16. November 2016 | Kategorie: Allgemein, Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Noch ringt verzweifelt mit den kalten Oktobernächten um sein grünes Kleid mein Baum. Er liebt's, ihm ist es leid, Er trug es fröhliche Monde lang, Er möchte es gern behalten. Und wieder eine Nacht, und wieder Ein rauher Tag. Der Baum wird matt Und kämpft nicht mehr und gibt die Glieder Gelöst dem fremden Willen hin, Bis der ihn ganz bezwungen hat. Nun aber lacht er golden rot Und ruht im Blauen tief beglückt. Da er sich müd dem Sterben bot, Hat ihn der Herbst, der milde Herbst Zu neuer Herrlichkeit geschmückt. (Hermann Hesse) weiterlesen...


Samstag, 12. November 2016 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (6)

Wie war so schön doch Wald und Feld! Wie traurig ist anjetzt die Welt! Hin ist die schöne Sommerzeit Und nach der Freude kam das Leid. Wir wussten nichts von Ungemach, Wir saßen unterm Laubesdach Vergnügt und froh im Sonnenschein Und sangen in die Welt hinein. Wir armen Vögel trauern sehr: Wir haben keine Heimat mehr, Wir müssen jetzt von hinnen flieh'n Und in die weite Fremde zieh'n. (Hoffmann von Fallersleben) weiterlesen...


Mittwoch, 9. November 2016 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (6)

Ein Herzensmensch hat bedingungslos Platz in meinem Herzen unabhängig davon ob er darum weiß oder nicht. Schwer ist es allerdings bedingungslos zu lieben sich immer wieder die Bedingtheit der eigenen Liebe bewusst zu machen Schmerzlich muss ich immer wieder von Bedingungen loslassen damit der Herzensmensch in meinem Herzen bleiben kann bedingungslos (mona lisa) weiterlesen...


Dienstag, 8. November 2016 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Siehst du ein Menschenkind in Thränen, Verhaltnes Schluchzen in der Brust, So wolle ja nicht, ja nicht wähnen, Daß du mit Worten trösten mußt. Vermeide es, ihn zu berathen; Geh weiter, aber sende dann Die Liebe, die in stillen Thaten Ihm heimlich, heimlich helfen kann. Berührt ein kalter Schall die Wunde, So schmerzt er nur und heilt sie nicht; Der Trost wohnt nicht im leeren Munde, Er ist des Herzens tiefste Pflicht. Vor einem Wort am rechten Orte Kehrt wohl der Harm beruhigt um, Doch wahrer Schmerz hat keine Worte, Und auch der wahre Trost ist stumm. (Karl Friedrich May) weiterlesen...


Montag, 7. November 2016 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Im Krankenzimmer, wenn's zu Ende geht, Links in dem Eck ein schmaler Engel steht. Er ist gesandt, will Angst die Seele quälen, Zu helfen ihr, sich leichter loszuschälen. Sein Auge strahlt und seine Stimme weht Ins Ohr des Sterbenden, der sie versteht. »Von allen Wesen«, spricht er, »die wir zählen, Starb keins, das nicht gewollt. Auch du darfst wählen.« Der Kranke langsam seine Lippen schleckt, Zu prüfen, wie das Leben wirklich schmeckt. Es schmeckt so angebrannt, so pickig-schal, Unmöglich, es zu schlucken noch einmal. Ja oder Nein? Der Engel fragend blickt. Dann lächelt er. Der Kranke hat genickt. (Franz Werfel) weiterlesen...


Sonntag, 6. November 2016 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (6)

Indem das Leben nimmt und giebt und nimmt Entstehen wir aus Geben und aus Nehmen: Ein Schwankendes, sich Wandelndes, ein Schemen Und doch in unserer Seele so bestimmt Hindurchzugehn durch dieses Sich-verschieben Unangezweifelt, aufrecht, unbeirrt Von Tag zu Nacht, von Nacht zu Tag getrieben, Aus denen unaufhaltsam Leben wird Von unserm Leben, Blut von unserm Blut, Lust von der unsern, Leid das wir erkennen, Von dem wir uns auf einmal wieder trennen Weil unsre Seele, einsam, schon geruht Vorauszugehn .... (Rainer Maria Rilke) weiterlesen...