Mittwoch, 1. Juli 2020 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Meine Augen voll Asche,Meine Ohren haben die Töne verloren,Bäume, Wind, Gestein,Eure Sprache fällt mir nicht mehr ein.Höre im Weltraum nur mich,Mein wildes, hungerndes Ich. (Max Dauthendey) weiterlesen...


Freitag, 26. Juni 2020 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Lauer Sommerabend in Speckhorn - am Meer war's dieses Jahr nicht möglich. Es war an einem SommerabendAls er so saß am Meer alleinDie letzten schwachen SonnenstrahlenWiegten in den Wellen zum Schlaf sich ein ... Fernab von ihm liegt diese WeltDie ihn zum Leben auserkorenJedoch allzu weit entferntLiegen Schätze, die ihm verborgen Ganz sanft umhüllt ihn die NachtDie seine Augen schwerer machtWie in eine tiefe GruftFällt er dann in ruhigen Schlaf Die Zukunft sieht er nunIn die dunkle Nacht gehülltEine Stimme von fern her halltDie Zeit ist nah, zu handeln baldDer Tag ist wie die NachtDer dich trübselig machtWillst du in Freuden lebenMusst du auch Liebe ...weiterlesen...


Donnerstag, 25. Juni 2020 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Man müßte so sich ineinanderlegenwie Blütenblätter um die Staubgefäße:so sehr ist überall das Ungemäßeund häuft sich an und stürzt sich uns entgegen.Doch während wir uns aneinanderdrücken,um nicht zu sehen, wie es ringsum naht,kann es aus dir, kann es aus mir sich zücken:denn unsre Seelen leben von Verrat. (Rainer Maria Rilke) weiterlesen...


Sonntag, 21. Juni 2020 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Wie meine Träume nach dir schrein.Wir sind uns mühsam fremd geworden,Jetzt will es mir die Seele mordenDies arme, bange Einsamsein. Kein Hoffen, das die Segel bauscht.Nur diese weite, weiße Stille,In die mein tatenloser WilleIn atemlosem Bangen lauscht. (Rainer Maria Rilke) weiterlesen...


Sonntag, 24. Mai 2020 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Oh, wer um alle Rosen wüßte,die rings in stillen Gärten stehn -oh, wer um alle wüßte, müßtewie im Rausch durchs Leben gehen. Du brichst herein mit rauen Sinnen,als wie ein Wind in einem Wald -und wie ein Duft wehst du von hinnen,dir selbst verwandelte Gestalt. Oh, wer um alle Rosen wüßte,die rings in stillen Gärten stehn -oh, wer um alle wüßte, müßtewie im Rausch durchs Leben gehen. (Christian Morgenstern, Von den heimlichen Rosen) weiterlesen...


Freitag, 17. April 2020 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Wenn nicht mehr Zahlen und FigurenSind Schlüssel aller KreaturenWenn die, so singen oder küssen,Mehr als die Tiefgelehrten wissen, Wenn sich die Welt ins freie LebenUnd in die Welt wird zurück begeben,Wenn dann sich wieder Licht und SchattenZu echter Klarheit werden gatten, Und man in Märchen und GedichtenErkennt die wahren Weltgeschichten,Dann fliegt vor Einem geheimen WortDas ganze verkehrte Wesen fort. (Novalis) weiterlesen...


Dienstag, 7. April 2020 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Ein Nagel saß in einem Stück Holz.Der war auf seine Gattin sehr stolz.Die trug eine goldene HaubeUnd war eine Messingschraube. Sie war etwas locker und etwas verschraubt,Sowohl in der Liebe, als auch überhaupt.Sie liebte ein Häkchen und traf sich mit ihmIn einem Astloch. Sie wurden intim. Kurz, eines Tages entfernten sie sichUnd ließen den armen Nagel im Stich.Der arme Nagel bog sich vor Schmerz.Noch niemals hatte sein eisernes HerzSo bittere Leiden gekostet. Bald war er beinah verrostet.Da aber kehrte sein früheres Glück,Die alte Schraube, wieder zurück.Sie glänzte übers ganze Gesicht.Ja, alte Liebe, die rostet nicht!  (Joachim Ringelnatz) weiterlesen...


Sonntag, 5. April 2020 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Wer bin ich - das ist eine Frage, die zumindest ich mir immer mal wieder stelle, in unsicheren Zeiten, in denen das Ziel nicht klar ist, nur der Weg unter den Füßen noch spürbar. Wenn da kein Halt im Außen ist, Wegbegleiter still, oft heimlich eine andere Abzweigung genommen haben. Dann bin ich auf mich geworfen und kann wählen: wahrnehmen, lauschen, annehmen oder flüchten, verdrängen, am "Weiterso" hängen, wohl wissend, ein "Weiterso" ist nicht möglich. Ich kann mir selbst auf die Schliche kommen: meinen Lebensstrategien, Glaubens- oder Blockadesätzen. Überprüfen, ob es noch meine sind oder je wirklich meine gewesen ...weiterlesen...


Donnerstag, 2. April 2020 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Die Krähe lacht. Die Krähe weiß,Was hinter Vogelscheuchen steckt,Und dass sie nicht wie Huhn mit ReisUnd Curry schmeckt.Die Krähe schnupft. Die Krähe bleibtNicht gern in einer Nähe.Dank ihrer Magensäure schreibtSie Runen. Jede Krähe.Sie torkelt scheue Ironie,Flieht souverän beschaulich.Und wenn sie mich sieht, zwinkert sieMir zu, doch nie vertraulich. (Joachim Ringelnatz)  weiterlesen...


Mittwoch, 1. April 2020 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

mein Garagendach Auf den eisbedeckten Scheibenfängt im MorgensonnenlichteBlum und Scholle an zu treiben... Löst in diamantnen Tränenihren Frost und ihre Dichte,rinnt herab in Perlensträhnen... Herz, o Herz, nach langem Wähnenlass auch deines Glücks Geschichtediamantne Tränen schreiben! (Christian Morgenstern, Morgensonne im Winter) weiterlesen...