Montag, 23. Januar 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Wie nun alles stirbt und endet und das letzte Lindenblatt müd sich an die Erde wendet in die warme Ruhestatt. So auch unser Tun und Lassen, was uns zügellos erregt, unser Lieben unser Hassen sei' ins welke Laub gelegt! Reiner weisser Schnee, oh schneie, decke beide Gräber zu, dass die Seele uns gedeihe still und kühl in Wintersruh! Bald kommt jene Frühlingswende, die allein die Liebe weckt, wo der Hass umsonst die Hände dräuend aus dem Grabe streckt. (Gottfried Keller) weiterlesen...


Sonntag, 22. Januar 2017 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (0)

Viele Fragen Suche nach Antworten nach Möglichkeiten, Frieden und Akzeptanz zu finden Gern gemeinsam aber notfalls auch allein Sein Tod beendet die Suche Sie ist nicht mehr notwendig Da ist jetzt Leere Stille (© mona lisa) weiterlesen...


Montag, 16. Januar 2017 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Floskel echtes Interesse? Manchmal - auf den ersten Blick - kaum zu unterscheiden. Mögliche Antworten: Gut Geht so Muss ja Mir geht es gut. Ich lasse es mir gut gehen. Jede Antwort gibt mehr preis als im ersten Moment zu erkennen ist. Das Nichtgesagte hören und wahrnehmen ist eine Kunst. (© mona lisa) weiterlesen...


Samstag, 14. Januar 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Gieb deinem Herzen ein Zeichen, daß die Winde sich drehn. Hoffnung ist ohne gleichen wenn sie die Göttlichen sehn. Richte dich auf und verharre still in dem großen Bezug; leise löst sich das Starre, milde schwindet der Bug. Risse entstehn im Verhängnis das du lange bewohnt, und in das dichte Gefängnis flößt sich ein fühlender Mond. (Rainer Maria Rilke) Aus: Die Gedichte 1922 bis 1926 weiterlesen...


Donnerstag, 12. Januar 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Das ist mein Fenster. Eben bin ich so sanft erwacht. Ich dachte, ich würde schweben. Bis wohin reicht mein Leben, und wo beginnt die Nacht? Ich könnte meinen, alles wäre noch Ich ringsum; durchsichtig wie eines Kristalles Tiefe, verdunkelt, stumm. Ich könnte auch noch die Sterne fassen in mir; so groß scheint mir mein Herz; so gerne ließ es ihn wieder los den ich vielleicht zu lieben, vielleicht zu halten begann. Fremd, wie niebeschrieben sieht mich mein Schicksal an. Was bin ich unter diese Unendlichkeit gelegt, duftend wie eine Wiese, hin und her bewegt, rufend zugleich und bange, daß einer ...weiterlesen...


Mittwoch, 11. Januar 2017 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (4)

"Wenn Sie etwas auf dem Herzen haben, fragen Sie mich ruhig." Wenn der wüsste, was ich alles auf dem Herzen habe, er hätte mir das sicher nicht gesagt. Das Angebot aber bewahre ich in meinem Herzen. (© mona lisa) weiterlesen...


Montag, 9. Januar 2017 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

schamhaft schamlos verschämt unverschämt oder einfach voller Scharm! (© mona lisa) weiterlesen...


Sonntag, 1. Januar 2017 | Kategorie: Allgemein, Gedichte | Kommentare (2)

Mit der Freude zieht der Schmerz traulich durch die Zeiten. Schwere Stürme, milde Weste, bange Sorgen, frohe Feste wandeln sich zur Seiten. Und wo eine Träne fällt, blüht auch eine Rose. Schon gemischt, noch eh' wir's bitten, ist für Throne und für Hütten Schmerz und Lust im Lose. War's nicht so im alten Jahr? Wird's im neuen enden? Sonnen wallen auf und nieder, Wolken gehn und kommen wieder und kein Mensch wird's wenden. Gebe denn, der über uns wägt mit rechter Waage, jedem Sinn für seine Freuden, jedem Mut für seine Leiden in die neuen Tage, jedem auf dem Lebens Pfad einen Freund zur Seite, ein zufriedenes Gemüte und zu stiller Herzensgüte Hoffnung ins Geleite! (Johann Peter Hebel) weiterlesen...


Freitag, 30. Dezember 2016 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Willst du nicht dich schließen, Herz, du offnes Haus! Worin Freund' und Feinde Gehen ein und aus? Schau', wie sie verletzen Dir das Hausrecht stets! Fühllos auf und nieder, Polternd, lärmend geht's. Keiner putzt die Schuhe, Keiner sieht sich um! Staubig brechen Alle Dir in's Heiligtum; Trinken aus den goldnen Kelchen des Altars, Stehlen Müh' und Segen Dir des ganzen Jahrs; Werfen die Penaten Wild vom Herde dir, Pflanzen drauf mit Toben Ihr zerfetzt Panier: Und wenn zu verwüsten Sie nichts finden mehr, Lassen sie im Scheiden Dich, mein Herz, so leer! Nein! und wenn nun Alles Still und tot in dir: O, noch halt' dich offen, Offen für und für! Laß die Sonne scheinen Heiß in dich herein, Stürme dich durchfahren Und den Wetterschein! Wenn durch deine Hallen So die Windsbraut zieht, Laß' ...weiterlesen...


Sonntag, 25. Dezember 2016 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (0)

3 Auch dieses Fest laß los, mein Herz. Wo sind Beweise, daß es dir gehört? Wie Wind aufsteht und etwas biegt und etwas drängt, so fängt in dir ein Fühlen an und geht wohin? drängt was? biegt was? Und drüber übersteht, unfühlbar, Welt. Was willst du feiern, wenn die Festlichkeit der Engel dir entweicht? Was willst du fühlen? Ach, dein Fühlen reicht vom Weinenden zum Nicht-mehr-Weinenden. Doch drüber sind, unfühlbar, Himmel leicht von zahllos Engeln. Dir unfühlbar. Du kennst nur den Nicht-Schmerz. Die Sekunde Ruh zwischen zwei Schmerzen. Kennst den kleinen Schlaf im Lager der ermüdeten Geschicke. Oh wie dich, Herz, vom ersten Augenblicke das Übermaß des Daseins übertraf. Du fühltest auf. Da türmte sich vor ...weiterlesen...