Mittwoch, 1. Februar 2012 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (0)

Spaziergang Schon ist mein Blick am Hügel, dem besonnten, dem Wege, den ich kaum begann, voran. So faßt uns das, was wir nicht fassen konnten, voller Erscheinung, aus der Ferne an - und wandelt uns, auch wenn wir's nicht erreichen, in jenes, das wir, kaum es ahnend, sind; ein Zeichen weht, erwidernd unserm Zeichen ... Wir aber spüren nur den Gegenwind. (Rainer Maria Rilke) weiterlesen...


Montag, 23. Januar 2012 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (1)

Modalverben streichen wir müssen sollen dürfen dann bleiben noch wollen mögen können die Welt des Willens Geschmacks Könnens kurz die Welt der Art und Weise die Wahl der Art und Weise müssen sollen dürfen wollen mögen können wir selbst entscheiden - mit allen Konsequenzen (mona lisa) weiterlesen...


Sonntag, 22. Januar 2012 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Ich bin so knallvergnügt erwacht. Ich klatsche meine Hüften. Das Wasser lockt. Die Seife lacht. Es dürstet mich nach Lüften. Ein schmuckes Laken macht einen Knicks Und gratuliert mir zum Baden. Zwei schwarze Schuhe in blankem Wichs Betiteln mich "Euer Gnaden". Aus meiner tiefsten Seele zieht Mit Nasenflügelbeben Ein ungeheurer Appetit Nach Frühstück und nach Leben. (Ringelnatz) weiterlesen...


Montag, 9. Januar 2012 | Kategorie: Gedichte, Zitate | Kommentare (4)

Will das Glück nach seinem Sinn Dir was Gutes schenken, Sage Dank und nimm es hin Ohne viel Bedenken. Jede Gabe sei begrüßt, Doch vor allen Dingen: Das, worum du dich bemühst, Möge Dir gelingen. (Wilhelm Busch) weiterlesen...


Mittwoch, 4. Januar 2012 | Kategorie: Frag-Würdiges, Gedichte, Merk-Würdiges | Kommentare (2)

INTERPRETATIONEN Bin ich verantwortlich für die Interpretationen meiner Worte und Taten Oder vielmehr diejenigen, die interpretieren, bewerten, ihre Rückschlüsse daraus ziehen und entsprechend glauben handeln zu müssen Oft ohne sich oder mich zu fragen, ob ihre Interpretation tatsächlich wahr ist. (mona lisa) weiterlesen...


Freitag, 16. Dezember 2011 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (3)

Der Schauende Ich sehe den Bäumen die Stürme an, die aus laugewordenen Tagen an meine ängstlichen Fenster schlagen, und höre die Fernen Dinge sagen, die ich nicht ohne Freund ertragen, nicht ohne Schwester lieben kann. Da geht der Sturm, ein Umgestalter, geht durch den Wald und durch die Zeit, und alles ist wie ohne Alter: die Landschaft, wie ein Vers im Psalter, ist Ernst und Wucht und Ewigkeit. Wie ist das klein, womit wir ringen, was mit uns ringt, wie ist das groß; ließen wir, ähnlicher den Dingen, uns so vom großen Sturm bezwingen, - wir würden weit und namenlos. Was wir besiegen ist das Kleine; und der Erfolg selbst macht uns klein. Das Ewige und Ungemeine will nicht von uns gebogen ...weiterlesen...


Donnerstag, 15. Dezember 2011 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (0)

Zusammenwachsen Mach  dir keine Sorgen um meinen Tod Ich werde auch unter der Erde leben Sie nimmt mich auf hält mich in ihrem Atem Wir wachsen zusammen. (Rose Ausländer, aus: R. Kachler, Meine Trauer wird dich finden, 11. Aufl. Freiburg 2011, S. 79) weiterlesen...


Sonntag, 11. Dezember 2011 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Advent Wir schreiten auf das Licht zu - oder das Licht bewegt sich auf uns zu. Advent heißt Ankunft. Kommen wir an - oder - kommt es bei uns an? Es ist eine Gnade, wenn unser Auge das Licht erblickt; es ist eine Offenbarung, wenn wir das Licht im Herzen erleben können. Wer sich nach dem Licht sehnt, ist nicht lichtlos, denn die Sehnsucht ist schon ein Licht. Bettina von Arnim weiterlesen...


Mittwoch, 7. Dezember 2011 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (4)

Nicht vorüber Was vorüber ist ist nicht vorüber Es wächst weiter in deinen Zellen ein Baum aus Tränen oder vergangenem Glück (aus: Rose Ausländer, Mutterland. Einverständnis, FFM 1982, S. 109) weiterlesen...


Mittwoch, 23. November 2011 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (3)

MELANCHOLIE Mein Herz ist wie ein Kind. Es muß bei Menschen hausen, Muß Blumen haben und trautes Saitenspiel, Solange die Sonne scheint. Aber des Nachts, da muß es mit Grausen Einsam gehen und ohne Ziel, Wenn die Stürme wehn und der Regen rinnt Und alles zittert und weint. Dann muß ich lauschen, wie die Nacht Tastend über die Städte fliegt, Hinter Wolken verzweifelt lacht Und sich in irren Liedern wiegt, Und alles, was des Tags so freundlich steht, In Qual und Krampf und Finsternis vergeht. (Hermann Hesse) weiterlesen...