Montag, 13. November 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Spät noch im Jahr Äugelst und lachst du Freundlich und klar. Lockest die Bienen Wieder nach Seim, Weckest den grünen Schlafenden Keim. Linde im Alter Drängst du zu blühn, Spielende Falter Treibst du dahin. Hast du im Werben Mit auch bedacht, Daß sie zu sterben Sind nur erwacht? (Martin Greif) weiterlesen...


Sonntag, 12. November 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (5)

Selbstbildnis im Supermarkt In einer großen Fensterscheibe des Super- markts komme ich mir selbst entgegen, wie ich bin. Der Schlag, der trifft, ist nicht der erwartete Schlag aber der Schlag trifft mich trotzdem. Und ich geh weiter bis ich vor einer kahlen Wand steh und nicht weiter weiß. Dort holt mich später dann sicher jemand ab. (Rolf Dieter Brinkmann, aus: Texte, Themen und Strukturen, Berlin 1999, S. 41) weiterlesen...


Samstag, 11. November 2017 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (4)

unter kinderfüßen springt ein moos daß sie nicht frieren und singen winken mit papiernen sternen und wissen daß sie fielen aus den märchen in die liebe der mantel rot steigt aus dem grab das schwert wird sanft für eine nacht so singen meine armen kinder jedwedem stern wind wind der weit ihn trägt und hinter ihnen schon die ratten (Elisabeth Borchers, aus: November, Stuttgart 2013, S. 43f.) weiterlesen...


Dienstag, 7. November 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Die novembernen Menschen hasten mit dürrem Blick am Glanz vorbei in ihr Trauergrau Sie leben in kühler Eile Jahreszeiten Landschaften Menschen sind brauchbar wie Brot und Geschäft Sie reden um zu verdienen nicht um zu dienen und rühmen Auch die Dichter unter ihnen (Rose Ausländer, aus: November, Gedichte, Reclam Stuttgart 2015, S. 23) weiterlesen...


Montag, 6. November 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Es ist mitunter, als wären alle Fäden abgeschnitten... als wäre alles um dich her weitab und leer, ein toter Raum, und du dir selbst ein fremder Traum... ...als käme nie die Sonne wieder, als klänge nie ein Lied mehr durch, als höre alles langsam auf... und plötzlich flimmert's durch die Wolken und plötzlich trifft ein Klang ans Ohr und leise fliegt auf goldenem Flügel ein Schmetterling am Weg empor! (Cäsar Flaischlen) weiterlesen...


Mittwoch, 1. November 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Ich sehe seit einer Zeit, wie alles sich verwandelt. Etwas steht auf und handelt und tötet und tut Leid. Von Mal zu Mal sind all die Gärten nicht dieselben; von den gilbenden zu der gelben langsamem Verfall: wie war der Weg mir weit. Jetzt bin ich bei den leeren und schaue durch alle Alleen. Fast bis zu den fernen Meeren kann ich den ernsten schweren verwehrenden Himmel sehn. (Rainer Maria Rilke) weiterlesen...


Dienstag, 31. Oktober 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Es ist der Wind, der alte Heimatslaut, Nach dem das Kind mit großen Augen schaut, Bei dem es einschläft, wenn er weitersummt, Der es erweckt, wenn jählings er verstummt; Bei dessen Schauern Baum und Strauch erbebt Und tiefer in den Grund die Wurzeln gräbt - Was bist du anders denn als Baum und Strauch? Du keimst, du blühst und du verwelkest auch! (Theodor Storm) weiterlesen...


Montag, 23. Oktober 2017 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (4)

Ignoranz ist eine Form der Begegnung ein modernes Schutzschild Nur lernt man sich dann nicht wirklich kennen. Und man erfährt nicht was, wen man da verpasst hat. (© mona lisa) weiterlesen...


Samstag, 21. Oktober 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Nun laß den Sommer gehen, Laß Sturm und Winde wehen. Bleibt diese Rose mein, Wie könnt ich traurig sein? (Joseph Freiherr von Eichendorff) weiterlesen...


Freitag, 20. Oktober 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (3)

Rings ein Verstummen, ein Entfärben: Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln, Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln; Ich liebe dieses milde Sterben. Von hinnen geht die stille Reise, Die Zeit der Liebe ist verklungen, Die Vögel haben ausgesungen, Und dürre Blätter sinken leise. Die Vögel zogen nach dem Süden, Aus dem Verfall des Laubes tauchen Die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen, Die Blätter fallen stets, die müden. In dieses Waldes leisem Rauschen Ist mir als hör' ich Kunde wehen, daß alles Sterben und Vergehen Nur heimlich still vergnügtes Tauschen. (Nikolaus Lenau) weiterlesen...