Mittwoch, 21. September 2016 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah! Die Luft ist still, als atmete man kaum, Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah, Die schönsten Früchte ab von jedem Baum. O stört sie nicht, die Feier der Natur! Dies ist die Lese, die sie selber hält, Denn heute löst sich von den Zweigen nur, Was von dem milden Strahl der Sonne fällt. (Christian Friedrich Hebbel) weiterlesen...


Donnerstag, 15. September 2016 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Des Menschen Seele Gleicht dem Wasser: Vom Himmel kommt es, Zum Himmel steigt es, Und wieder nieder Zur Erde muß es, Ewig wechselnd. Strömt von der hohen, Steilen Felswand Der reine Strahl, Dann stäubt er lieblich In Wolkenwellen Zum glatten Fels, Und leicht empfangen Wallt er verschleiernd, Leisrauschend Zur Tiefe nieder. Ragen Klippen Dem Sturz entgegen, Schäumt er unmutig Stufenweise Zum Abgrund. Im flachen Bette Schleicht er das Wiesental hin, Und in dem glatten See Weiden ihr Antlitz Alle Gestirne. Wind ist der Welle Lieblicher Buhler; Wind mischt vom Grund aus Schäumende Wogen. Seele des Menschen, Wie gleichst du dem Wasser! Schicksal des Menschen, Wie gleichst du dem Wind! (Johann Wolfgang Goethe) weiterlesen...


Dienstag, 13. September 2016 | Kategorie: Fotos, Gedichte, Zitate | Kommentare (0)

Es ist aussichtslos sagt die Einsicht (Erich Fried, aus seinem Gedicht "Was es ist") weiterlesen...


Mittwoch, 7. September 2016 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (0)

Ich möchte leben. Schau, das Leben ist so bunt. Es sind so viele schöne Bälle drin. Und viele Lippen warten, lachen, glühn und tuen ihre Freunde kund. Sieh nur die Straße, wie sie steigt: so breit und hell, als warte sie auf mich. Und ferne, irgendwo, da schluchzt und geigt die Sehnsucht, die sich zieht durch mich und dich. Der Wind rauscht rufend durch den Wald, er sagt mir, daß das Leben singt. Die Luft ist leise, zart und kalt, die ferne Pappel winkt und winkt. (Selma Meerbaum-Eisinger, Auszug aus ihrem Gedicht "Poem") weiterlesen...


Dienstag, 6. September 2016 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (0)

Lange Schatten fallen auf den hellen Weg und die Sonne schickt noch letzte Abschiedswärme und das dünne Zwitschern eines Vogel ist, als ob es lärme und als stehl' es etwas von der Stille weg. Menschen auf zehn Schritt Entfernung sind wie aus ganz andern Welten und fast möchte man die welken Blätter schelten, daß sie rascheln und die letzten Sonnenstrahlen stören. Und man möchte nur die Veilchen wachsen hören. (Selma Meerbaum-Eisinger am 16.4.1940) weiterlesen...


Sonntag, 4. September 2016 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (0)

Ein Adlersjüngling hob die Flügel Nach Raub aus; Ihn traf des Jägers Pfeil und schnitt Der rechten Schwinge Spannkraft ab. Er stürzt’ hinab in einen Myrtenhain, Fraß seinen Schmerz drei Tage lang, Und zuckt’ an Qual Drei lange, lange Nächte lang; Zuletzt heilt’ ihn Allgegenwärtger Balsam Allheilender Natur. Er schleicht aus dem Gebüsch hervor Und reckt die Flügel – ach! Die Schwingkraft weggeschnitten – Hebt sich mühsam kaum Vom Boden weg Unwürdgem Raubbedürfnis nach, Und ruht tieftrauernd Auf dem niedern Fels am Bach; Er blickt zur Eich hinauf, Hinauf zum Himmel, Und eine Träne füllt sein hohes Aug. Da kommt mutwillig durch die Myrtenäste Dahergerauscht ein Taubenpaar, Läßt sich herab und wandelt nickend Über goldnen Sand am Bach, Und ruckt einander an; Ihr rötlich Auge buhlt umher, Erblickt ...weiterlesen...


Dienstag, 23. August 2016 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (6)

Schau dort kommen Melodien durch den Tag gezogen. Wie den lang gespannten Bogen höre ich ihr Tönen ziehn. Warum geben sie sich hin allen, die da stehn? Könnten sie nicht einzig blühn nur für die, die sehn? Und so sprechen sie mich an, mich, die sie nicht tragen kann, denn ich bin so müd. Und so steh' und klinge ich voll von Sehnsucht, die verblich und die weinend schied. (Selma Meerbaum-Eisinger) weiterlesen...


Sonntag, 14. August 2016 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Leise schlägst in deinem Lied du einen Ton an - und dir ist, als fehlte noch etwas. Und du suchst verwirrt bei allen Tönen, ob sie dir nicht sagen können, wo's zu finden, wo und wie und wann... Doch der eine ist zu blaß und zu lüstern ist der zweite und der dritte ist so voll mit Weite - viel zu voll. Du suchst lange - Moll und Dur und Moll werden lebend unter deinen Händen. Und dann schlägst du plötzlich eine Taste an, und - es kommt kein Ton. Und das Schweigen ist dir wie ein dumpfer Hohn, denn du weißt es plötzlich ganz genau: Dieser fehlt dir. ...weiterlesen...


Freitag, 5. August 2016 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (1)

"Selbst der Irrtum erweist sich ja oft als Stufe einer kleinen Plattform, auf der sich dann fußen lässt." (Rainer Maria Rilke) weiterlesen...


Freitag, 29. Juli 2016 | Kategorie: Allgemein, Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Was wäre mir entgangen, könnte ich nicht lesen - einfach unvorstellbar! Das Lesevergnügen hat James Krüss in einem Gedicht in Reimen zum Ausdruck gebracht, hier ein Auszug: Wer lesen kann und Bücher hat, Ist nie allein in Land und Stadt. Ein Buch, das uns gefällt, Hilft weiter durch die Welt. (Aus: James Krüss, Das Lesen) weiterlesen...