Dienstag, 28. Juli 2015 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (4)

Ich seh viel mehr, mach ich die Augen zu. Profanes nur sehn sie zur Tageszeit; Doch wenn ich schlaf, erscheinst im Traum mir du, Traums Dunkelheit erhellt die Dunkelheit. Du, dessen Schatten Schatten licht macht, sag, Was zeigt dein Schattenbild für Bilderwelt.... Da du mehr Licht bist als der Tag bei Tag, Wenn schon dein Schatten so den Blick erhellt! Wie, sag ich, müßt mein Blick erleuchtet sein. Könnt ich dich sehn in Tagen wachem Licht, Wenn schon bei Nacht dein schöner Schattenschein Durch Schlaf zum blinden Auge Bahn sich bricht! Tag ist wie Nacht mir, kann ich dich nicht sehn, Doch Nacht wird Tag, läßt Traum dein Bild erstehn. (Shakespeare, Sonett 43) weiterlesen...


Montag, 27. Juli 2015 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (1)

Im Mondlicht sehen die Vogelscheuchen wie Menschen aus - erbarmenswert. (Shiki) weiterlesen...


Samstag, 25. Juli 2015 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

O wunderbares, tiefes Schweigen, Wie einsam ist's noch auf der Welt! Die Wälder nur sich leise neigen, Als ging' der Herr durchs stille Feld. Ich fühl mich recht wie neu geschaffen Wo ist die Sorge nun und Not? Was mich noch gestern wollt erschlaffen, Ich schäm mich des im Morgenrot. Die Welt mit ihrem Gram und Glücke Will ich, ein Pilger, frohbereit Betreten nur wie eine Brücke Zu dir, Herr, übern Strom der Zeit. Und buhlt mein Lied, auf Weltgunst lauernd, Um schnöden Sold der Eitelkeit: Zerschlag mein Saitenspiel, und schauernd Schweig ich vor Dir in Ewigkeit. (Joseph v. Eichendorff) weiterlesen...


Montag, 20. Juli 2015 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (0)

Sprechen wir nicht von dir. Du bist deiner Natur nach unaussprechlich. Andere Blumen schmücken die Tafel, du verklärst sie. Man stellt dich in eine Vase und schon wandelt sich alles: es ist vielleicht die gleiche Vase Melodie, aber gesungen von einem Engel. (Rainer Maria Rilke) weiterlesen...


Donnerstag, 16. Juli 2015 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (0)

Wenn ich nicht sage, was ich mir wünsche, bekomme ich auch nicht, was ich mir wünsche. Das heißt aber nicht, dass alle Wünsche schon durchs Aussprechen in Erfüllung gehen müssen. Manchmal gehört das Loslassen das Freiwerden einfach dazu. (mona lisa) weiterlesen...


Sonntag, 12. Juli 2015 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (4)

Wie gern würde ich abends mit dir telefonieren dir erzählen wie der Tag war was sich ereignet hat was es mit mir gemacht hat Doch ich kenne deine neue Adresse, deine Telefonnummer nicht An nicht messbare nicht nachweisbare Dinge hast du zu Lebzeiten nicht geglaubt obschon vieles bei uns nicht mit "rechten Dingen" zuging Ob das vielleicht heute anders ist Ich werde Kontakt zu dir aufnehmen erzähle einfach was war was es mit mir gemacht hat und vielleicht magst du mir antworten Es sei denn du hast Wichtigeres zu tun. (© mona lisa) weiterlesen...


Mittwoch, 8. Juli 2015 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (6)

Oh, wer um alle Rosen wüsste, die rings in stillen Gärten stehn oh, wer um alle wüsste, müsste wie im Rausch durchs Leben gehn. Du brichst hinein mit rauhen Sinnen, als wie ein Wind in einen Wald und wie ein Duft wehst du von hinnen, dir selbst verwandelte Gestalt. Oh, wer um alle Rosen wüsste, die rings in stillen Gärten stehn oh, wer um alle wüsste, müsste wie im Rausch durchs Leben gehn. (Christian Morgenstern) weiterlesen...


Mittwoch, 24. Juni 2015 | Kategorie: Alltägliches, Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Und Wolken, sehr hoch in blauer Luft, sind Locken aus Eis sind Dunst, sind Hauch der Stimme der auf immer verstummten, der wir lauschen (Philippe Jaccottet, Der Unwissende, S.49) weiterlesen...


Samstag, 20. Juni 2015 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (0)

Wer still spaziert im eignen Garten, mag zehn, mag zwanzig Jahre warten, eh draußen in der Menschen Kreis ein andrer wirklich von ihm weiß. (Christian Morgenstern) weiterlesen...


Freitag, 19. Juni 2015 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Mein garten bedarf nicht luft und nicht wärme. Der garten den ich mir selber erbaut Und seiner vögel leblose schwärme Haben noch nie einen frühling geschaut. Von kohle die stämme. von kohle die äste Und düstere felder am düsteren rain. Der früchte nimmer gebrochene läste Glänzen wie lava im pinien-hain. Ein grauer schein aus verborgener höhle Verrät nicht wann morgen wann abend naht Und staubige dünste der mandel-öle Schweben auf beeten und anger und saat. Wie zeug ich dich aber im heiligtume – So fragt ich wenn ich es sinnend durchmaß In kühnen gespinsten der sorge vergaß – Dunkle große schwarze blume? (Stefan George) ...weiterlesen...