Montag, 18. Mai 2009 | Kategorie: Denk-Würdiges, Gedichte |
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Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
und er verarmte mir in den Armen
und wurde klein, und ich wurde groß:
und auf einmal war ich das Erbarmen,
und er eine zitternde Bitte bloß.
Da hab ich ihm seine Himmmel gegeben, -
und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;
er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
und wir haben langsam einander erkannt ...
(Rainer Maria Rilke)
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Donnerstag, 29. Januar 2009 | Kategorie: Aufgelesen, Denk-Würdiges, Gedichte, Merk-Würdiges, Rezensionen, Worte |
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"Ich setzte den Fuß in die Luft,
und sie trug."
(Hilde Domin) aus: Nur eine Rose als Stütze
Ich bin von Gedichten Hilde Domins immer noch und immer wieder fasziniert. Sie sind trotz ihrer Melancholie, Wehmut, Sehnsucht für mich oft Stützen in meinem Alltag, Möglichkeiten innezuhalten und anschließend den nächsten Schritt zu tun.
Aus diesem Gedichtband habe ich auf der Trauerfeier für meinen Mann die Gedichte "Haus ohne Fenster" und "Unterricht" vorgetragen.
"Der Schmerz sargt uns ein/ in einem Haus ohne Fenster." Das war genau das, was ich empfunden, so aber nicht hätte sagen können, also habe ich mir ihre Worte geborgt, bin behutsam damit ...
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Dienstag, 13. Januar 2009 | Kategorie: Aufgelesen, Denk-Würdiges, Gedichte, Worte, Zitate |
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An folgende "Autobiographie" musste vor ein paar Tagen denken, als ich erneut über das Thema "Schuld", "Verantwortung" und "Ehrlichkeit" nachdachte. Solange man die Schuld, die Verantwortung für das eigene Leben bei anderen sucht, solange wird man gelebt, solange jammert man und will nichts verändern, weil man Veränderungen von anderen erwartet.
Vor Jahren habe ich einmal den Satz gehört: Wer jammert, will nichts verändern.
Er hat mich aufhorchen und nachdenklich werden lassen. Sicher sind Jammern, Selbstmitleid und Schwäche zeigen notwendig, sinnvoll und wichtig. Nur: dabei belassen sollte man es nicht. Wenn einen das gleiche Loch in der Straße magisch anzieht, dann muss man ...
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Freitag, 26. Dezember 2008 | Kategorie: Aufgelesen, Denk-Würdiges, Gedichte, Merk-Würdiges, Rezensionen |
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Zufall oder nicht? In meinem letzten Eintrag habe ich über meine Neugier geschrieben. Jetzt habe ich den Gedichtband "Überallnie" von Marie Luise Kaschnitz durchgeblättert und mich hier und da festgelesen. In dem Gedicht "Requiem" gedenkt sie ihres verstorbenen Ehemannes und - es geht kaum anders- setzt sich mit der Grausamkeit des Todes auseinander:
"Mit dem Tod muß ich umgehn
Dem schwarzen Hengst,
Der sprengt mit der Schulter
Die sicheren Wände,
Der zerstampft mit dem Huf
Die geglätteten Dielen.
...
Sie hält ihre Verwundbarkeit als Hinterbliebene fest:
Und Trost ist nicht, da du mein Trost gewesen
Und Rat ist nicht, da du mein Rat gewesen
Und Schutz ist nicht, da du mein ...
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Donnerstag, 18. Dezember 2008 | Kategorie: Gedichte, Rezensionen |
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Wer kennt nicht das Gedicht "Stufen" von Hermann Hesse? Ein Gedicht, das ich in fast allen Lebenslagen tröstlich, ansprechend und gleichzeitig ermutigend finde. Jetzt habe ich von einem mir lieben Menschen eine mit Bildern ausgestattete Ausgabe dieses Gedichtes geschenkt bekommen. Es sind keine farbigen Bilder, sondern eher in nostalgisch braun-beige gehaltene Aufnahmen, die an alte vergilbte schwarz-weiß Fotos erinnern und das Gedicht angemessen bebildern.
Ein Mitbringsel, ein Dankeschön für Liebhaber dieses Gedichtes aus dem MensSana Bereich des Knaur Verlags .
ISBN 978-3-426-65620-4
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Freitag, 12. Dezember 2008 | Kategorie: Aufgelesen, Gedichte, Worte, Zitate |
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"Die Liebe überwindet den Tod,
aber es kommt vor,
daß eine kleine üble Gewohnheit
die Liebe überwindet."
(Marie von Ebner-Eschenbach)
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Montag, 1. Dezember 2008 | Kategorie: Aufgelesen, Gedichte, Merk-Würdiges |
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Zuerst haben mich die Blätter fasziniert, die vor allem im Herbst mit ihrem leuchtendem Gelb eine unheuere Faszination auf mich ausgeübt haben und noch immer ausüben. In Marburg habe ich im Südviertel eine Straße gefunden, die mit Ginkobäumen gesäumt waren. Da konnte ich dann aus den Vollen schöpfen! Ich habe sie getrocknet als Lesezeichen benutzt , Karten und Geschenke damit verziert etc. Dann entdeckte ich Goethes Gedicht über diesen Baum, sicher einigen von euch bekannt. Doch hier noch einmal zur Erinnerung:
Gingo Biloba
Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie's den Wissenden erbaut.
Ist es Ein lebendig Wesen,
Das ...
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Sonntag, 23. November 2008 | Kategorie: Denk-Würdiges, Gedichte |
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Auch Dichter haben sich mit Wetterereignissen beschäftigt. Unter anderen hat Hermann Hesse hat z.B. ein Schnee-Gedicht geschrieben.
Schnee
Wenn der Schnee auf Wald und Garten fällt,
Ist es nur ein leichtes Ruhedach,
Unter dem ermüdet diese Welt
Eine Weile schläft. Bald wird sie wach.
Wenn der Tod mir Blut und Glieder stillt,
Sprecht mit Lächeln euer Trauerwort!
Still in Trümmer sinkt ein flüchtig Bild;
Was ich bin und war, lebt fort und fort.
Kein Medienereignis, aber Anlass, einen Moment inne zu halten.
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Donnerstag, 13. November 2008 | Kategorie: Gedichte, Merk-Würdiges |
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Spaziergang
Rotästige Föhren,
Birken silbern und zier,
Schweigsame Buchen,
Sagt, leidet auch ihr?
Und ihr, atmende Blumen
Im summenden Bienengesang,
Ist denn auch euer Leben
so dunkel und bang?
(Hermann Hesse, März 1909)
Summenden Bienen werde ich wohl heute nicht entdecken, schweigsame Buchen sicher, dazwischen aber auch "schreiende", denn die Holzfäller sind unterwegs. Ich war gestern erstaunt zu hören, wie laut ein umfallender Baum ist. Luna, meine Hündin, ist richtig zusammengezuckt und hat den Schwanz eingezogen.
Kennt ihr vielleicht weitere Spaziergang-Gedichte? Dann lasst es mich bitte wissen.
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Mittwoch, 12. November 2008 | Kategorie: Alltägliches, Frag-Würdiges, Gedichte |
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Regelmäßig gehe ich mit meinem Hund spazieren, vorbei an den Mollbeckteichen mit ihrer Enten- und Gänsebevölkerung durch die Felder, mal mehr mal weniger weit, je nach Wetter, Zeit, Lust und Laune. Inzwischen genieße ich diese Spaziergänge, sie sind nicht mehr nur Pflicht.
Dabei begegnen mir viele Menschen, einige von ihnen schon von weiten zu hören, wenn sie mit ihren Stöcken, meist auch noch in "Horden" den Boden bearbeiten, sich oft lauthals unterhalten und dabei mehr oder weniger vergnüglich bis verbissen aus der "Wäsche schauen", in dem Wissen, etwas für ihre Gesundheit zu tun. Dann sind da die Jogger, die mit ...
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