Dienstag, 30. April 2019 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Die großen Tiere trauern am Tisch und sind nicht satt. Aber die kleinlistigen Fliegen klettern auf Brotbergen und wohnen in Butterstadt. Nur eines allein ist wahr: im Ich ein Gewicht, ein kleiner Stein. Ein Auge, welches sieht, das andere, welches fühlt. Menschentier, Uhr aus Blut. Der Mond im Bahnhof: eine von den vielen Lampen im Wald: ein Tropfen im Bart am Berg: daß er nicht rollt! daß ihn der Kaktus nicht spießt! daß Ihr die Blase nicht zerniest! (Paul Klee) weiterlesen...


Montag, 29. April 2019 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Das menschliche Dasein ist ein Gasthaus. Jeden Morgen ein neuer Gast. Freude, Depression und Niedertracht – auch ein kurzer Moment von Achtsamkeit kommt als unverhoffter Besucher. Begrüße und bewirte sie alle! Selbst wenn es eine Schar von Sorgen ist die gewaltsam Dein Haus seiner Möbel entledigt. Selbst dann behandle jeden Gast ehrenvoll vielleicht reinigt er Dich ja für neue Wonnen. Dem dunklen Gedanken, der Scham, der Bosheit – begegne ihnen lachend an der Tür und lade sie zu dir ein. Sei dankbar für jeden, der kommt, denn alle sind zu Deiner Führung geschickt worden aus einer anderen Welt. (Rumi) weiterlesen...


Sonntag, 28. April 2019 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Willst du noch länger auf den kahlen böden Nach frühern vollen farben spähn Auf früchte warten in den fahlen öden Und ähren von verdrängten sommern mähn? Bescheide dich wenn nur im schattenschleier Mild schimmernd du genossene fülle schaust Und durch die müden lüfte ein befreier Der wind der weiten zärtlich um uns braust. Und sieh! die tage die wie wunden brannten In unsrer vorgeschichte schwinden schnell … Doch alle dinge die wir blumen nannten Versammeln sich am toten quell. (Stefan George) weiterlesen...


Samstag, 27. April 2019 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Tröste dich, die Stunden eilen, Und was all dich drücken mag, Auch die schlimmste kann nicht weilen, Und es kommt ein andrer Tag. In dem ew'gen Kommen, Schwinden, Wie der Schmerz liegt auch das Glück, Und auch heitre Bilder finden Ihren Weg zu dir zurück. Harre, hoffe. Nicht vergebens zählest du der Stunden Schlag: Wechsel ist das Los des Lebens, Und - es kommt ein andrer Tag. (Theodor Fontane) weiterlesen...


Freitag, 26. April 2019 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Ich muss endlich begreifen, dass ich Zeit habe. Zeit für den Vogel auf der Brüstung der mit mir redet, im Auftrag. Zeit für den Lampenfuß in dem sich das Erdenlicht spiegelt. ... (Elisabeth Borchers, Zeit.Zeit, gefunden in wandeln, Mein Fasten-Wegweiser 2019, s. 48f.) Der Käfer hat nicht mit mir geredet, habe mir aber dennoch Zeit für ihn genommen ;) weiterlesen...


Mittwoch, 24. April 2019 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Ja ich sehne mich nach dir. Ich gleite mich verlierend selbst mir aus der Hand, ohne Hoffnung, dass ich Das bestreite, was zu mir kommt wie aus deiner Seite ernst und unbeirrt und unverwandt. ... jene Zeiten: O wie war ich Eines, nichts was rief und nichts was mich verriet; meine Stille war wie eines Steines, über den der Bach sein Murmeln zieht. Aber jetzt in diesen Frühlingswochen hat mich etwas langsam abgebrochen von dem unbewussten dunkeln Jahr. Etwas hat mein armes warmes Leben irgendeinem in die Hand gegeben, der nicht weiß was ich noch gestern war. (Rainer Maria Rilke, ...weiterlesen...


Sonntag, 21. April 2019 | Kategorie: Aufgelesen, Gedichte | Kommentare (2)

DU weitest meinen Blick auf mein Leben, meine Beziehungen, auf die Welt. DU zauberst meine Verstrickungen, meine Ohnmacht, meine Ängste nicht einfach weg. DU zeigst dich uns mit deinen Wundmalen, damit das Zerbrechliche, Verwundete im Leben integriert wird und zugleich die Fixierung darauf aufgelöst werden kann. Der Sinn unseres Lebens ereignet sich, in dem wir zwischen den Hindernissen jenen Neuaufbruch, jene neue Lebensqualität erahnen, für die es sich zu leben lohnt, mit anderen aufzubrechen. Auferstehung hier und jetzt (Pierre Stutz, aus seinem letzten Newsletter: Atempause vor Ostern) weiterlesen...


Samstag, 20. April 2019 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Und auf einmal merkst du äußerlich: Wieviel Kummer zu dir kam, Wieviel Freundschaft leise von dir wich, Alles Lachen von dir nahm. Fragst verwundert in die Tage. Doch die Tage hallen leer. Dann verkümmert deine Klage… Du fragst niemanden mehr. Lernst es endlich, dich fügen, Von den Sorgen gezähmt. Willst dich selber nicht belügen Und erstickst es, was dich grämt. Sinnlos, arm erscheint das Leben dir, Längst zu lange ausgedehnt – Und auf einmal – : Steht es neben dir, An dich angelehnt – Das, was du so lange ersehnt. (Joachim Ringelnatz) weiterlesen...


Freitag, 19. April 2019 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Dies ist ein ernster Tag der Buße, des Rückwärtsschauns, der Runzelstirn; ich überdenke mir in Muße die letzte Zeit in meinem Hirn. Was war denn da? Vielleicht ein Sündenbabel? Ein Teufelsdienst? Ein Satanskult? Ein Hass, wie Kain einst Abel den Bauch zersägt in himmlischer Geduld? Ein Mord? Ein Diebstahl? Eine Lügenzunge? Ein Feuerbrand-? Ach, gar nichts solcherlei. Er war so brav, der gute dicke Junge, und nur ein helles Mädchen war dabei. Wir haben leider keine Kirchenglocken. Und ohne sichtbar-güldenen Heiligenschein Läut ich mir froh in blonden Locken Mein ganz privates Ostern ein! – (Kurt Tucholsky) weiterlesen...


Donnerstag, 18. April 2019 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (6)

Kommt, reden wir zusammen wer redet, ist nicht tot, es züngeln doch die Flammen schon sehr um unsere Not. (Gottfried Benn, 1.Strophe des Gedichtes) weiterlesen...