Sonntag, 3. Februar 2019 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (3)

Es wächst viel Brot in der Winternacht, weil unter dem Schnee frisch grünet die Saat; erst wenn im Lenze die Sonne lacht, spürst du, was Gutes der Winter tat. Und deucht die Welt dir öd und leer, und sind die Tage dir rau und schwer: Sei still und habe des Wandels acht - es wächst viel Brot in der Winternacht. (Friedrich Wilhelm Weber) weiterlesen...


Freitag, 1. Februar 2019 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (6)

Unendlich dehnt sie sich, die weisse Fläche, Bis auf den letzten Hauch von Leben leer; Die muntern Pulse stockten längst, die Bäche, Es regt sich selbst der kalte Wind nicht mehr. Der Rabe dort, im Berg von Schnee und Eis, Erstarrt und hungrig, gräbt sich tief hinab, Und gräbt er nicht heraus den Bissen Speise, So gräbt er, glaub ich, sich hinein ins Grab. Die Sonne, einmal noch durch Wolken blitzend, Wirft einen letzten Blick aufs öde Land, Doch, gähnend auf dem Thron des Lebens sitzend, Trotzt ihr der Tod im weissen Festgewand. (Friedrich Hebbel) weiterlesen...


Donnerstag, 31. Januar 2019 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (6)

Flockenflaum zum ersten Mal zu prägen mit des Schuhs geheimnisvoller Spur, einen ersten schmalen Pfad zu schrägen durch des Schneefelds jungfräuliche Flur - Kindisch ist und köstlich solch Beginnen, wenn der Wald dir um die Stirne rauscht oder mit bestrahlten Gletscherzinnen deine Seele leuchtende Grüße tauscht. (Christian Morgenstern) weiterlesen...


Freitag, 25. Januar 2019 | Kategorie: Aufgelesen, Aufgeschnappt, Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Und du denkst, dein Herz schwappt dir über Fühlst dich vom Sentiment überschwemmt Es sind die einzigartigen tausendstel Momente Das ist, was man Sekundenglück nennt (Refrain aus dem Song "Sekundenglück" v. Herbert Grönemeyer) weiterlesen...


Dienstag, 1. Januar 2019 | Kategorie: Aufgelesen, Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Und nun wollen wir glauben an ein langes Jahr, das uns gegeben ist, neu, unberührt, voll nie gewesener Dinge, voll nie getaner Arbeit, voll Aufgabe, Anspruch und Zumutung; und wollen sehen, daß wirs nehmen lernen, ohne allzuviel fallen zu lassen von dem, was es zu vergeben hat, an die, die Notwendiges, Ernstes und Großes von ihm verlangen. (Rainer Maria Rilke, Briefe. An seine Frau Clara am 1. Januar 1907) weiterlesen...


Montag, 31. Dezember 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (8)

Das Jahr geht um, Der Faden rollt sich sausend ab. Ein Stündchen noch, das letzte heut, Und stäubend rieselt in sein Grab Was einstens war lebendge Zeit. Ich harre stumm. S' ist tiefe Nacht! Ob wohl ein Auge offen noch? In diesen Mauern rüttelt dein Verrinnen, Zeit! Mir schaudert, doch Es will die letzte Stunde sein Einsam durchwacht. Gesehen all, Was ich begangen und gedacht, Was mir aus Haupt und Herzen stieg, Das steht nun eine ernste Wacht Am Himmelsthor. O halber Sieg, O schwerer Fall! Wie reißt der Wind Am Fensterkreuze, ja es will Auf Sturmesfittigen das Jahr Zerstäuben, nicht ein Schatten still Verhauchen unterm Sternenklar. Du Sündenkind! War nicht ein hohl Und heimlich Sausen jeder Tag In der vermorschten Brust ...weiterlesen...


Dienstag, 25. Dezember 2018 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Schenke groß oder klein, Aber immer gediegen. Wenn die Bedachten Die Gaben wiegen, Sei dein Gewissen rein. Schenke herzlich und frei. Schenke dabei Was in dir wohnt An Meinung, Geschmack und Humor, So dass die eigene Freude zuvor Dich reichlich belohnt. Schenke mit Geist ohne List. Sei eingedenk, Dass dein Geschenk Du selber bist. (Joachim Ringelnatz) weiterlesen...


Sonntag, 23. Dezember 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Vergiß, vergiß, und laß uns jetzt nur dies erleben, wie die Sterne durch geklärten Nachthimmel dringen, wie der Mond die Gärten voll übersteigt. Wir fühlten längst schon, wie's spiegelnder wird im Dunkeln; wie ein Schein entsteht, ein weißer Schatten in dem Glanz der Dunkelheit. Nun aber laß uns ganz hinübertreten in die Welt hinein die monden ist. (Rainer Maria Rilke) weiterlesen...


Mittwoch, 19. Dezember 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Gute Bäume, die ihr die starr entblätterten Arme Reckt zum Himmel und fleht wieder den Frühling herab! Ach, ihr müßt noch harren, ihr armen Söhne der Erde, Manche stürmische Nacht, manchen erstarrenden Tag! Aber dann kommt wieder die Sonne mit dem grünenden Frühling Euch; nur kehret auch mir Frühling und Sonne zurück? Harr geduldig, Herz, und bringt in die Wurzel den Saft dir! Unvermutet vielleicht treibt ihn das Schicksal empor. (Johann Gottfried von Herder) weiterlesen...


Montag, 17. Dezember 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (5)

Wir kommen weit her liebes Kind und müssen weit gehen Keine Angst alle sind bei Dir die vor Dir waren Deine Mutter, Dein Vater Und alle, die vor ihnen waren weit weit zurück alle sind bei Dir keine Angst wir kommen weit her und müssen weit gehen liebes Kind. Dein Großvater (Dieser Großvater war Heinrich Böll, der dieses Gedicht für seine Enkelin Samay geschrieben hat, gehört in der heutigen 3 SAT Sendung, Heinrich Böll, Ansichten eines Anarchisten, zum 100. Geburtstag Heinrich Bölls) weiterlesen...