Donnerstag, 13. September 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Wolken seh ich abendwärts Ganz in reinste Glut getaucht, Wolken ganz in Licht zerhaucht, Die so schwül gedunkelt hatten. Ja! mir sagt mein ahnend Herz: Einst noch werden, ob auch spät, Wann die Sonne niedergeht, Mir verklärt der Seele Schatten. (Ludwig Uhland) weiterlesen...


Samstag, 8. September 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Ich liebe meines Wesens Dunkelstunden, in welchen meine Sinne sich vertiefen; in ihnen hab ich, wie in alten Briefen, mein täglich Leben schon gelebt gefunden und wie Legende weit und überwunden. Aus ihnen kommt mir Wissen, daß ich Raum zu einem zweiten zeitlos breiten Leben habe. Und manchmal bin ich wie der Baum, der, reif und rauschend, über einem Grabe den Traum erfüllt, den der vergangne Knabe (um den sich seine warmen Wurzeln drängen) verlor in Traurigkeiten und Gesängen. (Rilke, aus: Das Buch vom mönchischen Leben) weiterlesen...


Freitag, 7. September 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Dieses feine Exemplar hat gestern bei mir vorbeigeschaut, mit den Händen gefasst habe ich es nicht, aber immerhin fotografiert ;) Spinnen waren mir auch zuwider All meine jungen Jahre, Ließen sich von der Decke nieder In die Scheitelhaare, Saßen verdächtig in den Ecken Oder rannten, mich zu erschrecken, Über Tischgefild und Hände, Und das Töten nahm kein Ende. Erst als schon die Haare grauten, Begann ich sie zu schonen Mit den ruhiger Angeschauten Brüderlich zu wohnen; Jetzt mit ihren kleinen Sorgen Halten sie sich still geborgen, Lässt sich einmal eine sehen, Lassen wir uns weislich gehen. Hätt’ ich nun ein Kind, ...weiterlesen...


Donnerstag, 6. September 2018 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Liebe ist Wahrnehmung, ist Aufmerksamkeit, ist DU, ist Glück – dein Glück Liebe ist freudiges und vertrauensvolles Aufeinanderzugehen, um zu helfen, zu dienen und einander beizustehen Liebe ist immer wieder den ersten Schritt auf dich zuzugehen mit dem Wissen, dass ihn niemand gehen wird, wenn ich darauf warte, dass du ihn gehst Liebe ist sich an einander zu verschenken mit dem Wissen, dass Liebe und Glück nie versiegen, sondern größer werden, je mehr wir sie vergeuden (Klaus Frey, mit Genehmigung des Verfassers) weiterlesen...


Sonntag, 2. September 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Der Wunsch, verweilen zu können, ist alt und mächtig. Schon Goethes Faust rief: Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, Dann will ich gern zugrunde gehn! Eine modernere, vielleicht weniger dramatische Variante schrieb Kristiane Allert-Wybranietz in ihrem Gedicht „Schatzsucher auf Lebenszeit“ Einmal möchte ich verweilen können: Keinen Wunsch mehr, nicht mehr suchen, nicht mehr das Gefühl, noch etwas finden zu müssen. Vieles habe ich gefunden, aber nie sind meine Schatzkammern so gefüllt, daß ich sie abschließen und fortfliegen kann. ... weiterlesen...


Montag, 27. August 2018 | Kategorie: Allgemein, Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Ich setze mich hin unter nächstbesten Busch Und sing’'s Blau mir vom Himmel herunter; Nur ein Lied färbt die Grauseele bunter. Aus dem Grautag, in welchen die Sorge öd weint, Wird ein Blautag, sobald nur ein Lied hell erscheint; Die verstockteste Wolke wird munter. Wo ein Liebeslied rot wie die Sonne aufgeht, Jede Wange frohleuchtend voll Herzblut dasteht. So ein Rot geht dann schwer mehr herunter. (Max Dauthendey) weiterlesen...


Sonntag, 26. August 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (6)

Wo sind die Lilien aus dem hohen Glas, die deine Hand zu pflegen nie vergaß? Schon tot? Wo ist die Freude deiner Wangen hin, die wie ein ganzer Lenz zu prangen schien - Verloht? Und wo ist unser Glück, so groß und rein, das hell dein Haar wie ein Madonnenschein umspann? Auch das ist tot. Heut weinen wir ihm nach, und morgen kommt der Frost uns ins Gemach - Und dann? (Rainer Maria Rilke) weiterlesen...


Donnerstag, 23. August 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Es herbstelt schon ein wenig: Die Abende und Morgen atmen feucht Von dünnen Nebeln, deren Naß noch lau. Vom Maulbeerbaum mit plötzlichem Geleucht Weht gelb und groß ein Blatt ins sanfte Blau. (2.Strophe des Gedichtes "Spätsommer" von Hermann Hesse) weiterlesen...


Montag, 20. August 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Die große Sonne ist versprüht, der Sommerabend liegt im Fieber, und seine heiße Wange glüht. Jach seufzt er auf: "Ich möchte lieber ..." Und wieder dann: "Ich bin so müd ..." Die Büsche beten Litanein, Glühwürmchen hangt, das regungslose, dort wie ein ewiges Licht hinein; und eine kleine weiße Rose trägt einen roten Heiligenschein. (Rainer Maria Rilke) weiterlesen...


Sonntag, 12. August 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (3)

Der Himmel hat eine Träne geweint, Die hat sich ins Meer verlieren gemeint. Die Muschel kam und schloss sie ein: Du sollst nun meine Perle sein. Du sollst nicht vor den Wogen zagen, Ich will hindurch dich ruhig tragen. O du mein Schmerz, du meine Lust, Du Himmelsträn in meiner Brust! Gib, Himmel, daß ich in reinem Gemüte Den reinsten deiner Tropfen hüte. (Friedrich Rückert) weiterlesen...