Sonntag, 30. September 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Angst packt mich an, Denn ich ahne, es nahen Tage voll großer Klage. Komm du, komm her zu mir! – Wenn die Blätter im Herbst ersterben und sich die Flüsse trüber färben und sich die Wolken ineinander schieben – dann komm, du, komm! Schütze mich – stütze mich – faß meine Hand an. Hilf mir lieben! (Erich Mühsam) weiterlesen...


Donnerstag, 27. September 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Buntes Laub in stiller Luft, Matter Herbsttagsonnenschein, Berge in der Ferne Duft, — Sommerfäden spinnt mich ein! Farben, Linien, blass und weich Wie gedämpft durch stillen Schmerz — In der Schwermut Zauberreich Starrt und zieht’s mein wissend Herz. Und Erinn’rung steigt empor, Wie der Duft von welkem Laub, Flüstert leise mir ins Ohr Und sinkt welkend in den Staub. Still mein Herz den Sang vernahm: "Immer kam der Herbst zurück, Wiedersehn und Abschied kam Und es kam — es kam! — das Glück. Aber eines blieb sich gleich: Ew’ger Sehnsucht stiller Schmerz" In der Schwermut Zauberreich Starrt und zieht’s mein wissend Herz. (Felicitas Leo, gest. 1916) weiterlesen...


Mittwoch, 26. September 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Dies ist des Herbstes leidvoll süße Klarheit, die dich befreit, zugleich sie dich bedrängt; wenn das kristallene Gewand der Wahrheit sein kühler Geist um Wald und Berge hängt. Dies ist des Herbstes leidvoll süße Klarheit. (Christian Morgenstern) weiterlesen...


Sonntag, 23. September 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Heute ist Herbstanfang und Geburtstag meines zweiten Sohnes, dem ich diesen Blog zu verdanken habe ;) Ich hab' ein zärtliches Gefühl für jeden Nichtsnutz, jeden Kerl der frei herumzieht ohne Ziel der niemands Knechts ist, niemands Herr Ich hab' ein zärtliches Gefühl für den, der seinen Mund auftut der Gesten gegenüber kühl und brüllt, wenn's ihm danach zumut' Ich hab' ein zärtliches Gefühl für den, der sich zu träumen traut der, wenn sein Traum die Wahrheit trifft noch lachen kann - wenn auch zu laut Ich hab' ein zärtliches Gefühl für jede Frau, für jeden Mann für jeden Menschen, wenn er nur vollkommen wehrlos lieben kann. (Herman van Veen, gefunden auf songtexte.com) weiterlesen...


Donnerstag, 13. September 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Wolken seh ich abendwärts Ganz in reinste Glut getaucht, Wolken ganz in Licht zerhaucht, Die so schwül gedunkelt hatten. Ja! mir sagt mein ahnend Herz: Einst noch werden, ob auch spät, Wann die Sonne niedergeht, Mir verklärt der Seele Schatten. (Ludwig Uhland) weiterlesen...


Samstag, 8. September 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Ich liebe meines Wesens Dunkelstunden, in welchen meine Sinne sich vertiefen; in ihnen hab ich, wie in alten Briefen, mein täglich Leben schon gelebt gefunden und wie Legende weit und überwunden. Aus ihnen kommt mir Wissen, daß ich Raum zu einem zweiten zeitlos breiten Leben habe. Und manchmal bin ich wie der Baum, der, reif und rauschend, über einem Grabe den Traum erfüllt, den der vergangne Knabe (um den sich seine warmen Wurzeln drängen) verlor in Traurigkeiten und Gesängen. (Rilke, aus: Das Buch vom mönchischen Leben) weiterlesen...


Freitag, 7. September 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Dieses feine Exemplar hat gestern bei mir vorbeigeschaut, mit den Händen gefasst habe ich es nicht, aber immerhin fotografiert ;) Spinnen waren mir auch zuwider All meine jungen Jahre, Ließen sich von der Decke nieder In die Scheitelhaare, Saßen verdächtig in den Ecken Oder rannten, mich zu erschrecken, Über Tischgefild und Hände, Und das Töten nahm kein Ende. Erst als schon die Haare grauten, Begann ich sie zu schonen Mit den ruhiger Angeschauten Brüderlich zu wohnen; Jetzt mit ihren kleinen Sorgen Halten sie sich still geborgen, Lässt sich einmal eine sehen, Lassen wir uns weislich gehen. Hätt’ ich nun ein Kind, ...weiterlesen...


Donnerstag, 6. September 2018 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Liebe ist Wahrnehmung, ist Aufmerksamkeit, ist DU, ist Glück – dein Glück Liebe ist freudiges und vertrauensvolles Aufeinanderzugehen, um zu helfen, zu dienen und einander beizustehen Liebe ist immer wieder den ersten Schritt auf dich zuzugehen mit dem Wissen, dass ihn niemand gehen wird, wenn ich darauf warte, dass du ihn gehst Liebe ist sich an einander zu verschenken mit dem Wissen, dass Liebe und Glück nie versiegen, sondern größer werden, je mehr wir sie vergeuden (Klaus Frey, mit Genehmigung des Verfassers) weiterlesen...


Sonntag, 2. September 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Der Wunsch, verweilen zu können, ist alt und mächtig. Schon Goethes Faust rief: Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, Dann will ich gern zugrunde gehn! Eine modernere, vielleicht weniger dramatische Variante schrieb Kristiane Allert-Wybranietz in ihrem Gedicht „Schatzsucher auf Lebenszeit“ Einmal möchte ich verweilen können: Keinen Wunsch mehr, nicht mehr suchen, nicht mehr das Gefühl, noch etwas finden zu müssen. Vieles habe ich gefunden, aber nie sind meine Schatzkammern so gefüllt, daß ich sie abschließen und fortfliegen kann. ... weiterlesen...


Montag, 27. August 2018 | Kategorie: Allgemein, Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Ich setze mich hin unter nächstbesten Busch Und sing’'s Blau mir vom Himmel herunter; Nur ein Lied färbt die Grauseele bunter. Aus dem Grautag, in welchen die Sorge öd weint, Wird ein Blautag, sobald nur ein Lied hell erscheint; Die verstockteste Wolke wird munter. Wo ein Liebeslied rot wie die Sonne aufgeht, Jede Wange frohleuchtend voll Herzblut dasteht. So ein Rot geht dann schwer mehr herunter. (Max Dauthendey) weiterlesen...