Samstag, 30. Juni 2018 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Ich lobe den Tanz, denn er befreit den Menschen von der Schwere der Dinge bindet den Vereinzelten zu Gemeinschaft. Ich lobe den Tanz der alles fordert und fördert Gesundheit und klaren Geist und eine beschwingte Seele. Tanz ist Verwandlung des Raumes, der Zeit, des Menschen der dauernd in Gefahr ist zu zerfallen ganz Hirn Wille oder Gefühl zu werden. Der Tanz dagegen fordert den ganzen Menschen der in seiner Mitte verankert ist der nicht besessen ist von der Begehrlichkeit nach Menschen und Dingen und von der Dämonie der Verlassenheit im eigenen Ich. Der Tanz fordert den befreiten, den schwingenden Menschen im Gleichgewicht aller Kräfte. Ich lobe den Tanz. O Mensch lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel mit dir nichts anzufangen. (Augustinus Aurelius) weiterlesen...


Donnerstag, 28. Juni 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (3)

O Sommerfrühe blau und hold! Es trieft der Wald von Sonnengold, In Blumen steht die Wiese; Die Rosen blühen rot und weiß Und durch die Felder wandelt leis' Ein Hauch vom Paradiese. Die ganze Welt ist Glanz und Freud, Und bist du jung, so liebe heut Und Rosen brich mit Wonnen! Und wardst du alt, vergiß der Pein Und lerne dich am Wiederschein Des Glücks der Jugendsonnen. (Emanuel Geibel) weiterlesen...


Mittwoch, 27. Juni 2018 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (4)

Hund, der Wortart: ℹ Substantiv, maskulin Häufigkeit: ℹ Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort. Sie sprechen alles so deutlich aus. Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus, und hier ist der Beginn und das Ende ist dort. Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott, sie wissen alles, was wird und war; kein Berg ist ihnen mehr wunderbar; ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott. Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern. Die Dinge singen hör ich so gern. Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm. Ihr bringt mir alle die Dinge um. (Rainer Maria Rilke) weiterlesen...


Donnerstag, 21. Juni 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Nun die Sonne soll vollenden Ihre längste, schönste Bahn, Wie sie zögert, sich zu wenden Nach dem stillen Ozean! Ihrer Göttin Jugendneige Fühlt die ahnende Natur, Und mir dünkt, bedeutsam schweige Rings die abendliche Flur. Nur die Wachtel, die sonst immer Frühe schmälend weckt den Tag, Schlägt dem überwachten Schimmer Jetzt noch einen Weckeschlag; Und die Lerche steigt im Singen Hochauf aus dem duft'gen Tal, Einen Blick noch zu erschwingen In den schon versunknen Strahl. (Ludwig Uhland) weiterlesen...


Sonntag, 17. Juni 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Im Garten: blumige Üppigkeiten, wohin das Auge sieht, in der Küche nur einen duftenden Hauch davon. Rose, Wunder aller Blumen die blühen, jedes Blatt ein Zeuge der Liebe im Frühling. Selbst die himmlischen Mächte erfreuen sich ihrer. Sie ist die junge Leidenschaft der Aphrodite, sie ist der Liebling der Cythere, die Schläfe mit Blumenblättern umkränzt, und mit ihrem süssen Parfüm macht sie ihre Herren trunken. (Anakreon) weiterlesen...


Donnerstag, 14. Juni 2018 | Kategorie: Allgemein, Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Johann Die Raupe und der Schmetterling Freund, der Unterschied der Erdendinge Scheinet groß und ist so oft geringe; Alter und Gestalt und Raum und Zeit Sind ein Traumbild nur der Wirklichkeit. Träg und matt auf abgezehrten Sträuchen Sah ein Schmetterling die Raupe schleichen, Und erhob sich fröhlich, argwohnfrei, Dass er Raupe selbst gewesen sei. Traurig schlich die Alternde zum Grabe: »Ach, dass ich umsonst gelebet habe! Sterbe kinderlos und wie gering! Und da fliegt der schöne Schmetterling.« Ängstig spann sie sich in ihre Hülle, Schlief, und als der Mutter Lebensfülle Sie erweckte, wähnte sie sich neu, Wusste nicht, was sie gewesen sei. Freund, ein Traumreich ist das Reich der Erden. Was wir waren, was wir einst noch werden, Niemand ...weiterlesen...


Dienstag, 12. Juni 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Mondscheintrunkne Lindenblüten, Sie ergießen ihre Düfte, Und von Nachtigallenliedern Sind erfüllet Laub und Lüfte. Lieblich läßt es sich, Geliebter, Unter dieser Linde sitzen, Wenn die goldnen Mondeslichter Durch des Baumes Blätter blitzen. Sieh dies Lindenblatt! du wirst es Wie ein Herz gestaltet finden; Darum sitzen die Verliebten Auch am liebsten unter Linden. Doch du lächelst; wie verloren In entfernten Sehnsuchtträumen - Sprich, Geliebter, welche Wünsche Dir im lieben Herzen keimen? Ach, ich will es dir, Geliebte, Gern bekennen, ach, ich möchte, Daß ein kalter Nordwind plötzlich Weißes Schneegestöber brächte; Und daß wir, mit Pelz bedecket Und im buntgeschmückten Schlitten, Schellenklingelnd, peitschenknallend, Über Fluß und ...weiterlesen...


Sonntag, 10. Juni 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Noch blühen sie nur, doch im Herbst kann Folgendes passieren: Jetzt schlägt Deine schlimmste Stunde, du Ungleichrunde, du Ausgekochte, du Zeitgeschälte, du Vielgequälte, du Gipfel meines Entzückens, Jetzt kommt der Moment des Zerdrückens, Mit der Gabel - sei stark! Ich will auch Butter und Quark Oder Kümmel, auch Leberwurst in dich stampfen. Mußt nicht gleich so ängstlich dampfen. Ich möchte dich doch noch einmal erfreun. Soll ich Schnittlauch über dich streun? Oder ist dir nach Hering zumut? Du bist ein rührend junges Blut. Deshalb schmeckst du besonders gut. Wenn das auch egoistisch klingt, So tröste dich damit, du wundervolle Pellka, daß du eine Edelknolle Warst, und daß dich ein Kenner verschlingt. (Joachim Ringelnatz) weiterlesen...


Samstag, 9. Juni 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Ein Regen ist niedergefallen Auf die zarten Blüten zur Nacht, Doch war's kein erquickendes Rieseln, Das Dürstenden Labung gebracht. Der Sturm und der Donner erbrauste, Die Tropfen prasselten dicht, Da senkten die Blumen die Kelche, So Hartes ertrugen sie nicht. Ein Regen ist niedergefallen Auf des Herzens Blüte so schwer, Ein Sturm ist drüber gegangen, Von bittersten Qualen ein Heer; Die jungen Knospen der Liebe Beraubt von Sonne und Licht, Sie mußten verwelken und sterben, So Hartes ertrugen sie nicht. (Adelaide von Gottberg-Herzog) weiterlesen...


Dienstag, 5. Juni 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Wir sind ganz angstallein, haben nur aneinander Halt, jedes Wort wird wie ein Wald vor unserm Wandern sein. Unser Wille ist nur der Wind, der uns drängt und dreht; weil wir selber die Sehnsucht sind, die in Blüten steht. (Rainer Maria Rilke) weiterlesen...